Alle mal Hände hoch beim Sommerkongress von Fridays for Future

Fridays for Future Sommerkongress: Wie sich Jugendliche für die Energiewende einsetzen

Seit mehr als 30 Wochen streiken junge Menschen der Bewegung Fridays for Future in Deutschland jeden Freitag für mehr Klimaschutz. Auf dem Sommerkongress im Dortmunder Revierpark treffen sie sich nun und diskutieren ihre Forderungen und Ideen. Rund 1.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind von Mittwoch bis Sonntag dabei – auch Hanna, die neben ihrem Studium das NATURSTROM-PR-Team unterstützt.

„Mit dem Sommerkongress wollen wir über Klimaschutz sprechen, uns weiterbilden und vernetzen – es ist eine interne Veranstaltung, um die Bewegung zu stärken“, sagt Helena Marschall aus der Fridays-for-Future-Ortsgruppe Frankfurt. Sie hat den Kongress in einer Gruppe von 30 Aktiven organisiert. Auf dem Programm stehen Vorträge zur Klimagerechtigkeit, CO2-Steuer und Organisation von Veranstaltungen.

Workshop „Solarenergie in meiner Schule“

Workshop beim Sommerkongress von Fridays for Future © NATURSTROM AG

In rund 240 Workshops bekommen die Jugendlichen in Kleingruppen Argumentationstraining, sprechen über Biodiversität und Solarenergie. Hanna Rosenbrock aus Verden lernt dazu im Workshop „Solarenergie in meiner Schule“, wie sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Photovoltaik-Projekte sucht, überzeugt und wie die Projekte geplant werden. „Auf dem Dach meiner Schule gibt es keine Solaranlage und ich möchte mich dafür einsetzen, dass sich das ändert“, betont die 17-Jährige. Zwei Schülerinnen aus Friedrichshafen erzählen von der geplanten Anlage auf ihrer Schule – ganz konkret sei das aber noch nicht. Insgesamt sind 15 Jugendliche im Workshop. Andere sind bei Vernetzungstreffen, im Organisationszelt oder planen die nächsten Aktionen von Fridays for Future in ihrer Stadt.

Was müssen wir ändern?

Auf der großen Bühne gibt es mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Donnerstag eine Diskussion über das Thema „Konsumkritik oder Systemkritik“. Dabei diskutieren die Teilnehmenden Fragen wie beispielsweise: „Muss ich meinen eigenen Konsum ändern oder muss die Politik das System ändern?“ Die Aktion sei als Austausch und Plattform gedacht. Der Abend soll danach mit Gesprächen, guter Musik und Tanz ausklingen.

Auf dem Kongress will die Bewegung ebenfalls nachhaltig sein: „Wir haben alle, die beim Kongress dabei sind, gebeten ihr eigenes Geschirr mitzubringen. Wir wollen Müll vermeiden, wo wir nur können“, erklärt Jakob Blasel, der mit der Bahn aus Kiel angereist ist. Das Essen auf dem Kongress sei vegan und ansonsten setze man im Sinne der Nachhaltigkeit auf Komposttoiletten, Ökostrom und Camping.

Eine einfache Wahrheit, die auch schon die Elterngeneration lange kennt – ohne danach gehandelt zu haben © NATURSTROM AG

Camping auf dem Fridays for Future Sommerkongress

In abgetrennten Bereichen stehen rund 600 bunte Zelte, in denen die Jugendlichen übernachten. Die meisten sind zwischen 16 und 19 und kommen aus rund 250 verschiedenen Städten in ganz Deutschland – Kinder unter 14 benötigen eine Aufsichtsperson. „Das besondere an Fridays for Future ist, dass wir dezentral, bunt und vielfältig sind“, sagt Jennifer Asamoah aus Mühlheim an der Ruhr. Sie ist davon überzeugt, dass die Bewegung noch weiter anhält und viele sich an den Demonstrationen beteiligen.

Wie geht’s nach dem Sommerkongress weiter?

Mit ihren Forderungen werden sie weiter durch die Straßen ziehen – bis die Politik etwas ändere. „Durch den Streik am 20. September wollen wir erreichen, dass unsere Jugendbewegung zu einer gesamtgesellschaftlichen Bewegung wird“, fordert Helena. Der Klimaschutz gehe schließlich alle etwas an.

Hanna Sissmann
Hanna Sissmann
hanna.sissmann@naturstrom.de
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