Nick Heubeck setzt sich für Umweltschutz in Bamberg ein

„Es könnte unsere letzte Chance sein“

Am kommenden Freitag geht die ganze Welt für mehr Klimagerechtigkeit auf die Straße. Allein in Deutschland sind bisher über 500 Demonstrationen angemeldet. Was treibt die Menschen an, die seit mehreren Monaten jeden Freitag demonstrieren? Wir haben dazu mit Nick Heubeck (20), Student und Mitorganisator der Bamberger Klimastreiks, über seine Motivation und Ziele gesprochen.

Nick, weshalb engagierst du dich in der „Fridays for Future“-Bewegung?

Die Schulstreiks sind eine Möglichkeit zu zeigen, dass meine Generation den Klimawandel als erste spüren wird. Jedes Elternteil möchte, dass sein Kind saubere Luft atmet, sauberes Wasser trinkt und grundsätzlich in einer intakten Welt lebt. Wir können den Menschen deshalb vor Augen führen, dass genau das auf dem Spiel steht: eine lebenswerte Zukunft. Und es könnte unsere letzte Chance dazu sein.

Was bedeutet Klimaschutz für dich?

Klimaschutz ist keine rein ökologische Frage. Wenn wir uns den aktuellen Herausforderungen nicht zeitnah annehmen, wird sich die Klimakrise in alle Teile der Gesellschaft ausbreiten: Wir werden häufiger krank, unsere Lebensmittelversorgung wird auf der Kippe stehen und die politische Instabilität sowie die Zahl der Klimaflüchtlinge wird zunehmen. Diese Auswirkungen sind uns seit Jahrzehnten bekannt. Deshalb bedeutet Klimaschutz für mich, den leeren Worten nun endlich politische Taten folgen zu lassen.

Die Vermeidung von Einwegplastik sollten wir auch in unserem Alltag beachten © NATURSTROM AG

Was unternimmst du persönlich dafür?

Ich ernähre mich vegetarisch, konnte meine Eltern von einer Solaranlage überzeugen und versuche, so nachhaltig wie möglich einzukaufen. Auch wenn es wünschenswert ist, dass jeder Einzelne auf seinen Lebensstil achtet, brauchen wir dennoch vor allem politische Lösungen, um den Klimakollaps noch abwenden zu können. Deshalb engagiere ich mich stark in diese Richtung.

Du setzt dich außerdem gegen den zunehmenden Plastikmüll ein. Was sollte die Bundesregierung in dieser Angelegenheit unternehmen?

Wir sollten uns zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal darauf konzentrieren, viel weniger Plastik zu produzieren, als auf die Frage, wie wir den Müll wieder aus den Meeren holen. Die Bundesregierung muss einen Rahmen schaffen, in dem es für die Verbraucher so einfach wie möglich ist, im Alltag weniger Plastik zu verbrauchen. Wir müssen aufhören, uns weiter mit Titeln wie „Recycling-Weltmeister“ in die eigene Tasche zu lügen und anfangen, den unnötigen Einwegplastik-Irrsinn ein für alle Mal zu beenden.

Du hast mit einer beeindruckenden Aktion gezeigt, dass jeder selbst aktiv werden und etwas verändern kann. Wie kam es dazu?

Im vergangenen Jahr habe ich eine Kampagne gegen die jährlich verwendeten 1,5 Millionen Einweg-Plastikbecher im größten deutschen Fußballstadion in Dortmund gestartet. 100.000 Unterschriften auf Change.org überzeugten den Geschäftsführer von Borussia Dortmund, zukünftig wieder auf Mehrwegbecher zu setzen. Die Aktion hat mir gezeigt, dass jeder Einzelne auch über seine Anstrengungen im Alltag hinaus ein unglaubliches Einflusspotenzial haben kann. Wir müssen es nur nutzen.

Das Interview ist in der energiezukunft erschienen und wurde von Joschua Katz geführt. Titelbild: © Nick Heubeck

 

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