Zahl des Monats: 20.000 Jugendliche streiken für ihre Zukunft

Schwänzen fürs Klima: Auch am vergangenen Freitag blieben deutschlandweit wieder mehr als 20.000 junge Menschen der Schule und der Uni fern und demonstrierten so für mehr Klimaschutz. Vorbild für die neue Jugendbewegung unter dem Motto „Fridays for Future“ ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die im August 2018 ihren Schulstreik für das Klima begann.

Greta demonstriert seit dem Spätsommer jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament in Stockholm für mehr Klimaschutz – und schwänzt dafür den Unterricht. Ihr Ziel: Sie möchte so lange demonstrieren, bis Schweden seine Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen auch wirklich einhält. Über die sozialen Netzwerke wurde Gretas „skolstrejk för klimatet“, der Schulstreik für das Klima, weithin bekannt und damit zum Vorbild für viele junge Menschen.

Mittlerweile ist aus dem Schulstreik eines einzelnen Mädchens eine weltweite Jugendbewegung erwachsen: In mehr als 20 Ländern rund um den Globus demonstrieren Woche für Woche zehntausende Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten für das, was ihnen wichtiger ist als die Schule: nämlich ihre Zukunft. Deutschlandweit sind rund 160 Fridays-for-Future-Gruppen aktiv. Mit dabei sind neben Großstädten wie Berlin und Köln auch Kleinstädte wie Bad Segeberg in Schleswig-Holstein und Lindau am Bodensee – und jede Woche werden es mehr.

Auch in Düsseldorf gingen vergangenen Freitag hunderte Aktivistinnen und Aktivisten auf die Straße. (Foto: NATURSTROM AG)

Warum streiken die Klimaaktivisten von Fridays for Future?

Die Jugendlichen betrachten sich als die Leidtragenden des Klimawandels – und gleichzeitig als die letzte Generation, die die Auswirkungen des Wandels durch zielgerichtetes Handeln noch eindämmen kann. Sie finden: Die Politik handelt nicht schnell genug, um ihre Zukunft sicherzustellen. Ganz nach dem Motto ihres Vorbilds Greta Thunberg demonstrieren sie bewusst während der Unterrichtszeiten: “Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?” – Warum soll ich für die Zukunft lernen, die es vielleicht bald nicht mehr geben wird, wenn niemand etwas macht, um diese Zukunft zu retten?

Mit dem Kompromiss der sogenannten Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohle geben sich die Klimaaktivistinnen und -aktivisten nicht zufrieden. Ihre Forderung: Der Ausstieg aus der Braunkohleverbrennung muss deutlich ambitionierter vorangetrieben und der Hambacher Wald erhalten werden. Eine weitere Forderung: Bis 2030 soll Deutschland klimaneutral werden.

Save the date(s): Global Strike am 15. März und Earth Strike 27. September 2019

Für den 15. März rufen die Fridays-for-Future-Ländergruppen zum globalen Schulstreik auf. Weitere Informationen hierzu findet Ihr auf der Website der BUND-Jugend.

Ein weiterer Termin steht für die Klimaschützerinnen und -schützer im Herbst an: Gemeinsam mit zahlreichen weiteren internationalen Organisationen ruft Fridays for Future am 27. September zum sogenannten Earth Strike, zum Generalstreik für den Klimaschutz, auf. Mehr Informationen zu dieser Aktion findet Ihr unter earth-strike.com oder auf der Twitter– und Facebook-Seite der deutschen Kampagne.

Miriam Ersch-Arnolds
Miriam Ersch-Arnolds
ersch@naturstrom.de

arbeitete bis Februar 2019 in der Pressestelle von NATURSTROM. Ihre Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit wurde während ihrer Zeit als Mitarbeiterin einer Fairhandels-Organisation geweckt und begleitet sie bis heute auch ehrenamtlich. E-Mail

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