Die Klimastreiks am 20.09.2019 – eine breite, bunte und begeisterte Bewegung für mehr Klimaschutz

Im Spätsommer 2018 beschloss ein damals 15-jähriges schwedisches Mädchen, freitags ihren Schulunterricht zu bestreiken, um auf die erheblichen Gefahren der akut drohenden Klimakrise aufmerksam zu machen. Ein Jahr später sind daraus zunächst weltweite Aktionen von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden und spätestens mit dem globalen Klimastreik am 20.09.2019 gesamtgesellschaftliche Bewegungen erwachsen, die sich für entschiedenen Klimaschutz engagieren. Über eine Million Menschen waren allein in Deutschland unter dem Motto #AllefuersKlima auf den Straßen unterwegs. Sie setzen sich für eine Welt ein, in der die ohnehin schon unvermeidbaren menschengemachten Temperatursteigerungen noch in halbwegs verträglichen Grenzen gehalten werden. Auch wir von NATURSTROM waren natürlich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von allen unseren 13 Standorten dabei.

270.000 Menschen allein in Berlin, weitere Hunderttausende in Hamburg, Köln, München, Frankfurt und vielen anderen großen und kleinen Städten Deutschlands – der Klimastreik, zu dem Fridays for Future gemeinsam mit einem vielfältigen Verbändebündnis aufgerufen hat, war hinsichtlich der Beteiligung ein voller Erfolg. Die Streiks beschränkten sich dabei längst nicht auf Deutschland, sondern fanden weltweit statt. Wie an Silvester gab es schon am frühen Morgen die ersten Bilder aus Neuseeland und Australien mit vielen Menschen auf den zentralen Plätzen der Städte, es folgten Bilder aus Asien, Afrika, Europa, Amerika – mit dem Unterschied, dass nicht ein Jahreswechsel zelebriert wurde, sondern sich alle Demonstrierenden dafür eingesetzt haben, dass wir künftig überhaupt noch viele neue Jahre mit einem verträglichen Klima feiern können.

Die Fridays-for-Future-Bewegung setzt Zeichen

Entrepreneurs for Future in Berlin

Entrepreneurs for Future in Berlin © Clemens Weiß

Ursprung der Proteste war die Bewegung „Fridays for Future“, die vor allem von Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und Studenten tragen und die praktisch von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg begründet wurde, auch wenn diese bei ihren ersten Schulstreiks für den Klimaschutz sicher nicht diese globale Bewegung im Kopf hatte, die inzwischen aus der Aktion erwachsen ist. Insbesondere diese jungen Menschen haben natürlich ein großes Interesse, dass auf unserer Erde auch auf Dauer Temperaturen herrschen, mit denen Mensch und Umwelt zurechtkommen. Wobei man sich schon manchmal fragen muss, warum dieses Interesse bei anderen anscheinend nicht im gleichen Maße besteht… Rund um diese Bewegung junger Menschen haben sich allerdings inzwischen auch eine Vielzahl von „for-Future“-Ablegern unterschiedlicher Gruppierungen gegründet, die die Fridays-for-Future-Bewegung unterstützen und ebenso ein verstärktes Engagement beim Klimaschutz einfordern. Neben Eltern, Großeltern, Wissenschaftler*innen, Gewerkschafter*innen und vielen anderen gesellschaftlichen Teilgruppen engagierten sich auch explizit Unternehmen, etwa bei den Companies oder den Entrepreneurs for Future. Diese Wirtschaftsgruppen untermauern, dass Klimaschutz längst nicht nur ein ökologisches Thema ist, sondern auch ökonomisch sinnvoll – und zwar nicht nur mit Blick auf die eingesparten Kosten für Schäden bei Mensch, Natur und Infrastruktur, sondern auch als eigener ökonomischer Tätigkeitsbereich.

Bunte Proteste

Und so fanden sich auch bei dem Klimastreik am 20.09.2019 ganz unterschiedliche Gruppen zusammen, um deutlich zu machen, dass ihnen ihre Zukunft am Herzen liegt und dafür mehr beim Klimaschutz gemacht werden muss. Menschen jederlei Herkunft, jedes Alters und Geschlechts, laut skandierend oder einfach nur still Präsenz zeigend, wütend über bisherige Versäumnisse oder hoffnungsvoll angesichts dieses kraftvollen Klimaschutz-Bekenntnisses der Bürgerinnen und Bürger, alle forderten sie an diesem Freitag Flagge mehr Engagement in dieser entscheidenden Zukunftsfrage ein. Die Demonstrationen waren vielfältig und trotz der bisher viel zu langsamen Fortschritte friedlich, fröhlich und positiv – auch wenn die mitten in die Veranstaltungen hereinplatzenden Details des von der Bundesregierung ausgehandelten Klimaschutzprogramms eine herbe Enttäuschung für die Allermeisten bedeutete.

Auch NATURSTROM engagiert sich

Und natürlich unterstützten auch die NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Demonstrationen und standen gemeinsam mit den tausenden anderen Menschen für mehr Klimaschutz und erneuerbare Energien ein. Die Teilnahme wurde aktiv vom Unternehmen unterstützt, die Belegschaft wurde für die Teilnahme sogar freigestellt. Ganz im Sinne der dezentralen Energiewende waren wir dabei an ganz unterschiedlichen Orten quer über die Republik an Demonstrationen beteiligt, von Nürnberg im Süden bis Hamburg im Norden.

Post für das Bundeskanzleramt

Postkarte an die Bundesregierung © NATURSTROM

Postkarte an die Bundesregierung © NATURSTROM

Durch „Klimaschützer“- T-Shirts und Ballons (natürlich wiederverwendbare!) machten wir weithin sichtbar deutlich, was es für Treibhausgasreduktionen braucht – nämlich mehr erneuerbare Energien und insbesondere Ökostrom. Die großen Ballons waren zudem eine gute Orientierung für alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Menschenmassen einmal kurzzeitig verloren gingen 😉. Darüber hinaus hatten wir Postkarten vorbereitet, die an das Bundeskanzleramt gesendet werden können und mit welchen die Regierung zu mehr Klimaschutzmaßnahmen ermuntert wird – so konnte die Handlungsaufforderung von der Straße direkt in die Postfächer und auf die Schreibtische der Entscheiderinnen und Entscheider weitergetragen werden. Die Karten fanden guten Anklang, hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten, darunter sogar der Oberbürgermeister von Düsseldorf, nutzten dieses Angebot. Genauere Einblicke von dem NATURSTROM-Tag beim Klimastreik sind der eingebetteten Galerie oder auch bei Twitter und Instagram sehen. Trotz der völlig unzureichenden Antwort der Bundesregierung auf die drohende Klimakrise und auf diese gesellschaftlichen Bewegungen war es insgesamt ein toller, bunter und vor allem mutmachender Tag – wenn #AllefuersKlima sind, kann sich auch die Bundesregierung dem nicht auf Dauer verschließen.

Sven Kirrmann
Sven Kirrmann
sven.kirrmann@naturstrom.de
1 Kommentar
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    Rudolf Koenig
    Gepostet um 14:41h, 26 September Antworten

    … ich kann mich nur Herrn Merz anschließen – das arme Mädchen ist krank. Und Herr Palmer hat auch sehr treffend geschrieben, daß erst wir diese Welt erschaffen haben, die jungen Menschen bessere Lebenschancen bietet, als jemals zuvor in der Geschichte.

    Freundliche Grüße
    Rudolf Koenig

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