Mit dem E-Auto quer durch die Republik: der E-Cannonball 2020

Zugeparkte Ladepunkte, eine geheime Side Quest und ein Platz unter den Top Ten – der E-Cannonball 2020 hielt so einige Überraschungen für die Teilnehmenden sowie Fans der Vergleichsfahrt bereit. Kollege und E-Auto-Enthusiast Lars ist für uns an den Start gegangen und berichtet hier von seinen Eindrücken.

The setting

Bereits zum dritten Mal hieß es am letzten September-Wochenende „It’s e-cannonball time!“ Auch dieses Mal sponserte NATURSTROM die E-Mobilitäts-Veranstaltung, die beweist: Allen Unkenrufen und Reichweitenängsten zum Trotz sind Elektrofahrzeuge praktikable Reisefahrzeuge. Bei der Vergleichsfahrt quer durch die Republik galt es diesmal, die Ost-West-Strecke Berlin – Moers zu bewältigen.

Wie immer wurde das Teilnehmerfeld von 60 Fahrzeugen in drei Leistungsgruppen gefasst, um faire Ergebnisse zu erzielen. Große Neuerung dieses Jahr war eine Sonderaufgabe, die es zu lösen galt. Besonderer Clou: Diese Aufgabe würde jedem Team erst beim Start übergeben, was eine Planung der Reiseroute unmöglich machte.

„On the road again“ – eine strategische Entscheidung

Der IONIQ ist fertig beklebt, bald kann die Fahrt losgehen. © NATURSTROM

Wieder „ins Rennen“ ging der IONIQ der ersten Generation als NATURSTROM-Firmenwagen, den wir bereits beim letzten Mal pilotierten. Seine vergleichsweise geringe Akkugröße von 28 Kilowattstunden macht das Effizienzwunder mit seiner überdurchschnittlich großen Ladeleistung wett. An der Schnellladesäule saugt sich der Hyundai in rund 20 Minuten voll und schon kann man die nächsten 170 km antreten.

Genau dieses Blatt wollten wir dieses Jahr stärker ausspielen. Wo im letzten Jahr noch König Reichweitenangst regierte, wollten wir diesem unfreundlichen Despoten dieses Jahr die kalte Schulter zeigen. Zusätzlich setzten wir verstärkt auf Technik. Ein Tablet und ein Smartphone bildeten den Arbeitsplatz des Copiloten. Mit dem einen würden wir das Fahrerfeld im Auge behalten, mit dem anderen dementsprechend per App unsere Route zu den nächsten Ladesäulen planen.

Die Anreise: „Wie, zugeparkt? Was denn?“

Die Ladesäulen-Infrastruktur hat sich in den letzten drei Jahren merklich verbessert. Das konnten wir auf der Anreise nach Berlin merken. Das allerdings ausgerechnet Helmstedt kurz vor dem 30. Geburtstag der Wiedervereinigung zum Ladekrimi werden würde, war vielleicht Zufall, aber auch etwas witzig.

Auf den Rasthof Helmstedt dirigierte uns die Routing-App zum planmäßigen Ladestopp, was okay war. Nicht okay war der Sattelschlepper, der A) querstehend 25 PKW-Stellplätze belegte und B) zwei Ladeplätze kaputt parkte. Hier war also nichts zu machen. In plötzlich einsetzendem Starkregen hielten wir also in der App Ausschau nach der nächsten Ladesäule, die unmittelbar am Rastplatz, aber außerhalb der Autobahn lag. Wir also bei schwindender Restreichweite losgeschippert, um dort angekommen festzustellen, dass der Schnelllade-Stecker nicht wollte. In der prasselnden Sintflut und nach drei erfolglosen Ladeversuchen durchaus etwas durchnässt also ein weiteres „Replanning“.

Wichtigstes Gut der Fahrt: Freie Schnellladesäulenplätze © NATURSTROM

Da! Eine Schnellladesäule mit zwei CCS-Steckern und 150 Kilowatt Leistung! Neben einem Friedhof? An einer Schrebergartensiedlung? Ich muss gestehen, wir sind mit klammem Herz losgefahren, denn es war klar: Wenn wir dort ankommen, werden wir DEFINITV Strom brauchen. Durch prasselnden Regen, über Alleen und durch nächtlich ruhende Dörfer ging die Fahrt, die eigentlich ganz gemütlich hätte sein können, wenn wir gewusst hätten, was uns erwartet.

Nach einer alten Eisenbahnunterführung, zwischen Hecken, einer Brache und der Friedhofskapelle stand er: unser nicht ganz so klerikaler Altar! Elektra war uns hold und hielt für uns eine nagelnagelneue Säule bereit, die uns bereitwillig ihren Nektar spendet. Wir haben, während wir wieder auf Spannung gebracht wurden, erst einmal etwas ausgeatmet und dann noch mal unsere Route, basierend auf dem aktuellen Standort, neu geplant.

Was ein gutes Training für den Wettbewerb war, ist aber auch gleichzeitig die Realität des E-Mobilisten. Der fährt nicht einfach drauf los, sondern plant und hat im Idealfall immer noch Alternativen im Köcher. Immer noch passiert es, dass Ladesäulen defekt sind oder zugeparkt werden. „Ich musste eben mal nur kurz was einkaufen!“, rief uns entschuldigend ein Kurier-Fahrer zu, bevor er in seinem ver#∞@*-em Sprinter wegfuhr und zwei Ladeplätze frei gab. Ich frage mich, was geschähe, würde ich ebenso freundlich zwei Zapfsäulen zuparken.

Saubere Elektromobilität mit NATURSTROM

Elektromobilität ist unverzichtbar für den Klima- und Umweltschutz – aber nur dann eine saubere Lösung, wenn die Fahrzeuge auch mit echtem Ökostrom geladen werden. Als Rundum- und rundum nachhaltiger Energiepartner haben wir so einige Angebote im petto, um E-Mobilität nicht nur nachhaltig, sondern auch praktisch zu gestalten.

Mit unserem naturstrom emobil-Tarif laden E-Mobilistinnen und E-Mobilisten ihre Fahrzeuge zu Hause zu besonders günstigen Konditionen. Besonders schnell und sicher geht das übrigens mit unserer naturstrom wallbox. Wer unterwegs neuen Saft braucht, der kann an zahlreichen Ladestationen in ganz Deutschland laden. Wer unsere naturstrom ladekarte hat, kann dafür das größte Ladenetzwerk Europas nutzen.

Mit diesen Problemen muss sich ein Tesla-Fahrer nicht rumschlagen. Noch immer ist die amerikanische Marke Leuchtturm, was den markeneigenen Ladekosmos angeht. Hier gleicht das Reiseerlebnis dem eines konventionellen Verbrenners: Einfach reinsetzen, Navi starten und losbrausen, bis man an einen tesla-eigenen Ladepunkt auf der Reiseroute gelotst wird. Der wird baulich bedingt nie von LKWs blockiert und funktioniert mal ein „Stall“ nicht, macht das nichts, denn unter 5 Ladesäulen gibt es keine „Supercharger“ entlang der Autobahnen und man kann immer laden.

Deutsche Autohersteller haben, sehr verspätet, die Zeichen der Zeit erkannt und beginnen jetzt ebenfalls Ladesäulenparks nach diesem Vorbild umzusetzen.

Im Idealfall – Achtung! Werbeblock! – steuern E-Mob-Pilot*innen natürlich Ladesäulen an, die nachhaltig produzierten Ökostrom anbieten, damit sie wirklich emissionsarm fahren. Ich kenne da einen Anbieter, der genau für diesen Fall ein paar schöne Produkt ein Angebot hat. 😉

Parc fermé

Vor und nach der Vergleichsfahrt wurden die teilnehmenden Fahrzeuge für das öffentlichen Publikum ausgestellt, dass trotz COVID19 auch in erstaunlich großer Zahl kam. Den Besucherinnen und Besuchern präsentierte sich eine bis hierhin nie da gewesene Vielfalt an Modellen und das war in diesem Jahr für mich auch das Erstaunlichste. Waren die Jahre davor nahezu ausschließlich die üblichen Verdächtigen zu bewundern, gab es dieses Jahr eine riesige Bandbreite an Fahrzeugen. Stars waren der gerade auf den Markt gebrachte VW iD3 und der Airways U5. Zwei Porsche Taycan aber auch Eigenumbauten eines VW Käfer Cabrios, eines VW Caddys sowie eines alten Ford Mustang sorgten dafür, dass die Teslas, die für gewöhnlich Publikums-Magneten waren, fast etwas in den Hintergrund traten. Ansonsten waren nahezu alle Marken, die aktuell einen Vollstromer anbieten, mit einem Teilnehmerfahrzeug vertreten.

Ready, set, go!

Nach dem Vorgeplänkel am Freitag wurde es Samstags in der viel zu frühen Früh ernst: 06:00 Uhr Fahrerbriefing und Ausgabe der Transponder, die dafür sorgten, das sowohl ECB-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer als auch die Zuschauenden an den heimischen Geräten sehen würden, wo und wie sich das Fahrerfeld entlang der Route verteilt. Nach den letzten Einweisungen bestiegen alle ihre Fahrzeuge und spätestens beim Platznehmen in unserem „Rennwagen“ schalteten wir auf Adrenalin.

Ab 06.30 Uhr wurde im Minutentakt gestartet. Um 06.42 Uhr sind wir am Startblock. Das Interview, das einer der Veranstalter mit uns durch die Beifahrer-Fensterscheibe führte, bekam ich nur durch einen Nebel mit. Das Ergebnis wurde, wie die gesamte Veranstaltung, live auf YouTube gestreamt. Fast zeitgleich mit dem „Go!“ wurde der Briefumschlag mit der Sonderprüfung reingereicht. Jetzt schnell aufreißen, das Fahrziel ins Navi eingeben und dann eine Ladestrategie darum bauen!
Die Aufgabe für unsere Leistungsgruppe war Einbeck, ein kleiner Ort auf dem Lande. Hier sollte von uns ein Bild gemacht werden, das wir am Ziel abgeben mussten. Kniff an Einbeck: ein Ort in der Ladesäulen-Diaspora. Ein Ladepunkt mit nur einem Schnelllader-Anschluss. Schnell war klar: Wir müssen vorher vollmachen, um nicht dort in eine Ladeparty zu geraten. Diese Taktik ging auch voll auf. Danach hatten wir einfach Glück: Die vermeintlich zu früh genommene Abfahrt, um wieder auf die Strecke zu kommen, entpuppte sich als goldrichtig. „Team Maingau“, unser Mitbewerber, war mit der regulären Auffahrt in die Falle getappt: Vollsperrung wegen Bauarbeiten und ein saftiger Umweg bescherten uns einen schönen Vorsprung zu den Kolleg*innen.

Die Fahrt verlief bis zum nächsten Ladepunkt planmäßig. Hier erreichte ein anderer Mitstreiter vor uns die Säule und wir drehten fluchend zur Alternative ab. Diese wurde uns kurz vor unserer Ankunft von einem weiteren Teilnehmer „blockiert“ und wir mussten nochmals umdisponieren. In einem innerstädtischen Quartier fanden wir schließlich einen Schnellladepunkt. Dieser Trip hatte uns leider mehr Zeit als geplant gekostet und uns dementsprechend im Feld zurückgeworfen.

Jetzt hieß es konsequent im Rahmen der Möglichkeiten dran ziehen! Mit den Trackern an Bord wurde nicht nur die Position, sondern auch die Geschwindigkeit übermittelt. Wer sich nicht an die STVO hielt, bekam für jedes Vergehen Zusatzzeit aufgebrummt. So haben wir immer brav den Tempomaten justiert und auf Fairplay gesetzt. Das galt auch für die Ladepunkte, bei denen man unweigerlich auf Mitstreiter traf. Die Stimmung hier war immer freundlich und es gab in den Ladezeiten so manchen interessanten „Techtalk“.

Am Ziel angekommen bot sich eine bunte Vielfalt an E-Mobilen. © NATURSTROM

Nach dem vorletzten Ladestopp konnten wir uns nach einer Großbaustelle vom restlichen Pulk absetzen und hatten eine Portion Glück: Später kam es dort zu einem sehr großen Rückstau, der das Feld einfach ausbremste.

Wir kamen unserem Ziel immer näher, überholten hier und da noch einige Teilnehmende und langsam wurde klar: Dieses Jahr fahren wir das Baby nach Hause! Nach unserer Schmach im letzten Jahr würden wir es unter die ersten Zehn schaffen. Vor Team Maingau! 🙂

Tatsächlich war die Freude im Ziel gewaltig. Umringt von einer Menschentraube wurden wir und die anderen Zieleinläufe beklatscht, bejohlt und gefeiert. Der Livestream-Moderator interviewte uns kurz und dann wurden wir auf einen Stellplatz eingewunken. Als wir dann in der Parkposition standen und den Motor ausgeschaltet das System runtergefahren hatten, saßen wir erst einmal für ein paar Sekunden still da. Draußen tobte die Menge und wir hier drin mussten uns angrinsen: BÄM! Wir sind da!

Avatar
NATURSTROM Team
onlinemarketing@naturstrom.de

Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

Keine Kommentare

Post A Comment