Warum wir den Preis für naturstrom erhöhen

Preiserhöhungen sind nie schön, für manche Kundinnen und Kunden sind sie sogar ein richtiges Aufreger-Thema – das ist verständlich. Warum jedoch auch wir im kommenden Jahr den Preis für naturstrom anheben müssen, erklären wir euch in unserem Blogbeitrag.

Wie setzen sich die Strompreise zusammen?

Neben dem eigentlichen Beschaffungspreis setzen sich Strom- und Gaspreise aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Steuern, Umlagen und Abgaben zusammen. Zusätzlich enthalten die Preise für naturstrom eine Besonderheit: die Neuanlagenförderung.

NATURSTROM hat sich verpflichtet, diese Neuanlagenförderung in den Ausbau neuer Öko-Kraftwerke zu investieren, um so die Energiewende in Deutschland voranzubringen. Und das mit Erfolg: Durch die Förderung konnten schon mehr als 300 saubere Erneuerbare-Energieanlagen gebaut oder mit ans Netz gebracht werden. So trägt jede Kundin und jeder Kunde aktiv zum Klimaschutz bei.

Warum erhöht sich der Preis für naturstrom?

Die Gründe für die Preisanpassung sind vielschichtig und komplex. Einer dieser vielen Faktoren: In vielen Bundesländern sind die Netzentgelte gestiegen. Einen weiteren Faktor stellen starke Preisanstiege an der Strombörse dar – höhere Preise für CO2-Emissionszertifikate im EU-Emissionshandel führen dazu, dass die Kosten für fossile Energien, insbesondere für Kohle, stark gestiegen sind.  Von diesem Einfluss ist leider auch die Beschaffung von nicht gefördertem Ökostrom betroffen. Zwar beziehen wir unseren Strom über langfristige Verträge mit Wasserkraftwerksbetreibern in Deutschland und nicht, wie andere Anbieter, von der Leipziger Strombörse. Trotzdem beeinflusst auch uns das Geschehen an den Märkten. Denn die Preise unserer Ökostrom-Vorlieferanten richten sich nach den Preisen an der Strombörse. Wird also Graustrom an der Strombörse teurer, ziehen die Preise für Ökostrom im Großhandel im gleichen Umfang an. Fakt ist daher: Auch unsere Strombeschaffung ist teurer geworden, und so müssen auch wir leider unsere Preise anpassen – so wie derzeit die allermeisten Energieversorger. Jedoch können wir – dank weitsichtiger Stromeinkäufe und nachhaltigem Wirtschaften – einen Teil des rapiden Preisaufschwung abfedern, wodurch wir nur einen moderaten Anteil dieser Kostenerhöhungen weitergeben müssen.

Was bedeutet das konkret?

Der Strompreis für unseren Tarif naturstrom wird von 28,95 auf 29,90 Cent pro Kilowattstunde angehoben, der Grundpreis steigt von 8,90 auf 9,70 Euro Monat. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.200 Kilowattstunden belaufen sich die Stromkosten, inklusive des Grundpreises, auf monatlich 89,43 Euro. Durch die Preisanhebungen kommt es in unserem Beispiel also zu Mehrkosten von 3,33 Euro pro Monat.

Drei gute Gründe für naturstrom

Auch wenn sich niemand über eine Preiserhöhung freut: Es gibt gute Gründe, naturstrom zu beziehen. Wir nennen sie euch:

  1. Ein Ökostromtarif nutzt nur dann der Umwelt und dem Klima, wenn der Wechsel eines Kunden auch etwas in der realen Welt der Energieerzeugung bewegt. Nur Tarife, die auf verpflichtende Investitionen in neue Öko-Kraftwerke setzen, bringen einen transparenten und nachweisbaren Nutzen für die Energiewende. Diesen Ansatz verfolgt NATURSTROM bereits seit der Unternehmensgründung vor über 20 Jahren: Denn für jede Kilowattstunde, die du als Kunde beziehst, fließt 1 Cent (netto) direkt in den Bau neuer, sauberer Windkraft-, Solar- oder Biogasanlagen – und damit in die Energiewende. NATURSTROM-Kunden haben so bereits 311 emissionsfreie Öko-Kraftwerke ermöglicht!
  2. naturstrom ist vollständig klimaneutral und wird direkt von Ökokraftwerken in Deutschland eingekauft. Der deutsche Durchschnittsstrommix erzeugt stattdessen 474  Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom. Darüber hinaus neutralisieren wir auch diejenigen CO2-Emissionen, die bereits in der Vorkette – also zum Beispiel beim Bau eines Öko-Kraftwerks – entstehen. Dies geschieht über die Förderung von Klimaschutzprojekten nach dem sogenannten Gold Standard (VER). Viele konventionelle Anbieter möchten mit ihrem Ökostrom-Tarif lediglich ihr Image aufpolieren, meist sind das rein zertifikatsbasierte Tarife und kein „echter“ Ökostrom. Den größten Teil ihres Umsatzes und Gewinns erwirtschaften sie zudem weiterhin mit Beteiligungen an Kohle- und Atomkraftwerken und teuren Grundversorgungstarifen aus konventionellen Energien. NATURSTROM ist da anders. Unsere Kundinnen und Kunden können sich sicher sein: Wir handeln zu 100 Prozent nachhaltig. Seit unserer Gründung vor über 20 Jahren ist unsere gesamte Geschäftstätigkeit auf den Wandel hin zu einer dezentralen, bürgernahen Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien ausgerichtet.
  3. Und das ist vielfach geprüft: naturstrom erhält immer wieder Bestbewertungen in renommierten Tests und Vergleichen, wie etwa dem jährlichen Ökostrom-Tarifvergleich von ÖKO-TEST. Seit 1999 wird naturstrom regelmäßig mit dem Label „Grüner Strom“ zertifiziert. Im Grüner Strom Label e. V. sind namhafte Umwelt- und Verbraucherverbände organisiert, um den Umweltnutzen von Ökostromangeboten sicherzustellen – u. a. BUND und NABU.
Miriam Ersch-Arnolds
ersch@naturstrom.de

arbeitete bis Februar 2019 in der Pressestelle von NATURSTROM. Ihre Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit wurde während ihrer Zeit als Mitarbeiterin einer Fairhandels-Organisation geweckt und begleitet sie bis heute auch ehrenamtlich. E-Mail

3 Kommentare
  • Thomas Groß
    Gepostet um 10:40h, 27 November

    Preisanpassung für Bestandskunden, für Neukunden loht es sich also jetzt besonders…
    Diese Art der Werbung ist jetzt gerade ja sehr in Mode gekommen, sehr schade dass sie sich da auch anschließen.
    Da haben die Unternehmen was davon, einen Neukunden zum alten Preis gewonnen oder einen Neukundenbonus ausbezahlt und einen Bestandskunden verloren.

    • Michael
      Gepostet um 18:04h, 27 November

      Ich seh das auch so. In einem Jahr bin ich dann der Dumme. Und wer auch nach 6 Arbeitstagen nicht auf Mails von Neukunden reagiert, wird auf Stammkunden (denn die zahlen ja schön brav) erst recht nicht reagieren.
      Ich hab beim Handy Prepaid-Kunde. Das sind (abgesehen von Schubladen-Karten) die Leute die jahrelang bei einem Anbieter bleiben bis der irgendwas macht was einem nicht passt, was auch nach 6 und mehr Jahren sein kann. Vertrags-Handykunden sind die, die immer nach Schnäppchen gucken und wenn bald die 2 Jahre rum sind, kommt rechtzeitig vorher die Kündigung. Entweder die kriegen die dann wieder ein Schnäppchen um die zu halten (aber der Anbieter verdient nicht viel) oder sie machen Bäumchen wechsele Dich zum nächsten Anbieter wo sie nach 2 Jahren ebenfalls wieder abhauen wollen. Aber zum Glück gibt es noch andere Ökostrom-Anbieter…