Das Hamburger Wasserkraftwerk Fuhlsbüttel wurde von NATURSTROM gefördert. (Bild: © NATURSTROM AG)

NATURSTROM fördert unterirdisches Wasserkraftwerk mit Fischstraße

Anlässlich des 250. Förderprojekts haben wir unsere Foto- und Projektarchive durchforstet. Herausgekommen ist eine Zusammenstellung der schönsten von NATURSTROM geförderten Öko-Kraftwerke, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen. Und, ganz nebenbei, auch eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Energiewende. Hier nun stellen wir das zweite Förderprojekt unserer Serie vor: Ein verborgenes Wasserkraftwerk in Hamburg.

Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet. Ein eisiger Wind weht. Unbeirrt rufen sich die Bauarbeiter an der neun Meter tiefen Baugrube ihre Befehle zu, versuchen Wind und Wetter, Bagger und Baumaschine zu übertönen. Hier, im Stadtteil Fühlsbüttel an der Alster, tief unter der Erde, soll das Herzstück von Hamburgs erstem Wasserkraftwerk arbeiten: die Turbine. Etwas erhöht auf einem Erdwall stehen zwei Männer mit Bauhelm und nicken sich im strömenden Regen einvernehmlich zu. Ja, Hamburg-Fuhlsbüttel ist ein guter Standort für Wasserkraft.

So beginnt eine Reportage aus dem Jahr 2000 in den NATURSTROM News – dem Vorgängerblatt unseres heutigen Kundenmagazins energiezukunft. Das Wasserkraftwerk Fuhlsbütteler Schleuse zählt zu den schönsten und auch ersten Projekten, die NATURSTROM mit Fördergeldern unterstützt hat. Seit Juli 2000 stellt es jedes Jahr rund 550.000 Kilowattstunden grünen Strom her – genug, um etwa 200 Haushalte zu versorgen. Die Anlage selbst ist überwiegend unterirdisch gebaut und dadurch unter einer Grünfläche harmonisch in das Gelände der Hamburger Wehranlage „Fuhlsbütteler Schleuse“ integriert. In eine tiefe Baugrube wurde das Maschinenhaus eingelassen. „Die Turbine arbeitet für Passanten unsichtbar und völlig lautlos unter der Erde. So kann das Gelände um die Schleuse herum weiterhin von Menschen zur Erholung genutzt werden. Wichtig war uns zudem der Schutz der Fische“, erklärt Rolf Triebel, der das Projekt als Mitglied der privaten Betreibergemeinschaft des Wasserkraftwerks, Umschalten Windstrom Wedel GmbH & Co. KG (UWW), von Beginn an maßgeblich mit vorangetrieben hat. Und so wurden bei der Konzeption der Stromerzeugungsanlage entsprechende Maßnahmen umgesetzt: Ein Fisch-Fluchtrohr entstand, über das die Tiere unbeschadet und ohne große Mühe an der Turbine vorbeischwimmen können.

Besonders glaubwürdig und damit unterstützenswert fand NATURSTROM nicht nur das Konzept, sondern auch UWW. Entstanden 1989 aus der Anti-AKW-Bewegung, gehört sie zu den Vorreitern in Sachen umweltfreundliche Energieerzeugung. Letzter Anstoß für ihre Gründung war der Reaktorunfall in Tschernobyl. Engagierte entschieden daraufhin, sich als Betreibergemeinschaft zusammenzuschließen, um in Hamburg und dem Umland den Ausbau umweltfreundlicher Kraftwerke selber voranzutreiben. Damit lebte UWW bereits vor der Jahrtausendwende eine klare Vision, die in späteren Jahren bundesweit zu der Gründung zahlreicher Bürger-Energiegesellschaften führte. Neben dem Wasserkraftwerk Fuhlsbütteler Schleuse betreibt sie inzwischen ein Blockheizkraftwerk sowie etliche Windräder. Schöne Idee, sich für die gemeinsame Energiewende zusammenzuschließen, fanden wir und stellten gerne Fördermittel bereit – denn schließlich ist NATURSTROM von der Gründung an bis heute der Auffassung, dass die Energiewende mit und von Bürgern gemacht werden muss.

Auch die Fuhlsbütteler Schleuse selber, direkt am gleichnamigen Wasserkraftwerk, ist sehenswert. 2013 wurde ihr Umbau von einer Schleuse zu einer reinen Wehranlage fertiggestellt. Diese dient – wie zuvor die alte Schleusenanlage – dazu, vor Binnenhochwasser am Alsterlauf zu schützen. Auch hier wurden ökologische Aspekte berücksichtigt: Ein Mäander-Fischpass wurde in die neue Wehranlage integriert. Er wird ebenfalls von UWW betrieben. „Besucher können ihn von der Brücke aus gut sehen. Eine Infotafel informiert Passanten zudem über die Stromproduktion des Wasserkraftwerks und über NATURSTROM“, erklärt Triebel.

Rebecca Raspe
raspe@naturstrom.de

schrieb von 2011 bis Ende 2015 für NATURSTROM als Redakteurin in der Unternehmenskommunikation. Zuvor hat sie als Journalistin für Fachmagazine über Erneuerbare Energien im In- und Ausland berichtet. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig und sie begeistert sich für fortschrittliche Technologien.

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