UN-Klimakonferenz: Klimaschutz geht nur gemeinsam

Die Welt blickt vom 31. Oktober bis 12. November auf Glasgow. Dort findet aktuell die UN-Klimakonferenz statt. Im folgenden Beitrag geben wir einen Überblick über den wohl wichtigsten Termin zum Klimaschutz seit der Konferenz von Paris 2015. Wie es dort vor Ort läuft, schildern Lisa Badum, Grünen-Bundestagsabgeordnete und ehemalige NATURSTROM-Kollegin, Celia Wicher vom BUND sowie Sebastian Scholz vom NABU in direkten Eindrücken.

Vom 31. Oktober bis 12. November 2021 findet die 26. COP (Conference of the Parties) der UN-Klimarahmenkonvention (auch UN-Klimakonferenz oder Weltklimakipfel genannt) im schottischen Glasgow statt. Insgesamt rund 25.000 Besucher:innen aus 200 Ländern nehmen teil, mit hoher Beteiligung von Staats- und Regierungsspitzen direkt zu Anfang. Die Konferenz dient als eine Art Kontrollinstanz des Fortschritts der einzelnen Vertragsparteien in Sachen Klimaschutz und als Treiber für weitere Bemühungen. Hierfür werden die nationalen Klimaschutzpläne der Staaten (NDC – Nationally Determined Contributions) zugrunde gelegt. Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz in Glasgow bilden die Verhandlungen um den letzten offenen Punkt des Paris-Übereinkommens – den Handel mit CO2-Einsparungen zwischen Staaten.

Mehr Infos zu den Hintergründen der Konferenz findet ihr zum Beispiel in diesem Artikel der energiezukunft. Welche Länder bremsen, welche bringen die Energiewende voran? Besonders wichtig: Ziele formulieren ist die eine Sache. Die andere ist, auch konkrete Maßnahmen zu definieren, sie zu erreichen. Und wenn auch einige dem „Blah Blah Blah“ (so äußerte Greta Thunberg ihren Frust) überdrüssig sind, ist die Konferenz doch wichtig, wie dieses Plädoyer zeigt. In diesem Artikel werden die vier wichtigsten Ziele genannt. Zu den wichtigsten Fragen rund um die Klimakrise gibt es hier eine gute Übersicht.

Die Ergebnisse des IPCC, sozusagen dem Wissenschaftsgremium der UN, haben diesen Sommer bereits für Schlagzeilen gesorgt – der globale Temperaturanstieg ist menschengemacht. Seit Beginn der Industrialisierung ist diese Temperatur um 1,2 Grad angestiegen. Darin sind sich die Wissenschaftler:innen einig. Werden sich die Länder auf der COP26 nicht nur Ziele, sondern auch konkrete Lösungen erarbeiten für eine globale Klimastrategie?

Die Hauptrolle auf der Konferenz spielen die Regierungen, die gemeinsam neue internationale Vereinbarungen und damit mehr Impulse für den staatlichen Klimaschutz voranbringen wollen und müssen. Sehr wichtig für den ganzen Prozess sind aber auch die Vielzahl von zivilgesellschaftlichen und weiteren politischen Akteur:innen, die als Kontrollinstanzen und Antreiber auf der Konferenz dienen und die so auch die bisherigen Abkommen entscheidend mit vorangetrieben haben. Aus Deutschland sind, neben vielen anderen, auch Lisa Badum von der Grünen-Bundestagsfraktion, Celia Wicher vom BUND und Sebastian Scholz (NABU) vor Ort. Im Kurzinterview geben sie uns direkte Einblicke in die Konferenz, welche Rolle sie bzw. ihre Organisationen dort spielen und welche Hoffnungen und Ängste vorherrschen.

Kurzinterview Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen

Liebe Lisa, du bist aktuell auf der Welt-Klimakonferenz in Glasgow. Was ist deine Rolle da und was willst du erreichen?

Ich bin hier in Glasgow für die Grüne Bundestagfraktion, um mir selbst ein Bild von der Klimakonferenz zu machen, mich mit Menschen aus verschiedenen Ländern auszutauschen und weiter Druck zu machen. Und auch, um zu zeigen: Deutschland und die Grünen nehmen ihre Verantwortung ernst. Ich merke, dass die Aufmerksamkeit meiner Gesprächspartner eine ganz andere ist als bei den letzten COPs und viele bringen auch gleich konkrete Projekte mit.

Andere Länder blicken gerade mit hohen Erwartungen auf Deutschland. Das gilt für die noch geschäftsführende Bundesregierung, aber auch für die neue Regierung in spe. Dass jetzt endlich eine Klimaregierung in Deutschland kommt, ist unsere Verantwortung vor der Weltgemeinschaft. Diese tragen wir alle und vor allem die Parteien gemeinsam. Dies soll auf allen Ebenen – international, aber auch z.B. hier in Bayern, Auswirkungen haben. Ein klares Signal muss jetzt von Deutschland ausgehen: raus aus den fossilen Energien wie Erdgas und Kohle, rein in die Erneuerbaren. Diese Frage ist auch eine der zentralsten auf der COP26.

Ein Ausschnitt meiner Treffen: Getroffen habe ich mich beispielsweise mit dem südafrikanischen Staatssekretär für Klima – Deutschland hat zusammen mit anderen Ländern eine Energiepartnerschaft mit Südafrika verkündet, die beim Ausstieg aus der Kohle helfen soll. Oder mit einer Kandidatin der Sozialisten für die Wahlen nächsten Jahr in Brasilien. Es sind über 400 Menschen aus Brasilien bei der COP, vor allem aus der Zivilgesellschaft, und viele arbeiten gemeinsam daran, dass der Klimaleugner Bolsonaro nächstes Jahr abgewählt wird. Sie haben auch hier auf der COP einen Plan für einen Green Deal vorgestellt. Mit der österreichischen Umweltministerin konnte ich mich austauschen, wie grünes Regieren in der Praxis aussieht. Sie haben dort erst kürzlich ihr „Klimaticket“ für den ÖPNV vorgestellt.

Lisa Badum auf der COP 26 in Glasgow. Quelle: Lisa Badum.
Lisa im Gespräch mit internationalen Klimaschutzverfechter:innen. Quelle: Lisa Badum.

Was ist das zentrale Thema, bzw. der zentrale Lösungsansatz, der auf diesjährigen COP 26 besprochen wird?

Es gibt auf den Konferenzen das gemeinsame Verständnis, dass die Erderhitzung das Menschheitsproblem ist und alles mit allem zusammenhängt. Die Staaten der Welt müssen deshalb auf der COP26 in Glasgow unbedingt ihre individuellen Klimaziele verschärfen und sich darauf einigen, wie der Fortschritt in Zukunft transparent gemessen werden soll. Dies ist eine der zentralen Voraussetzungen für eine globale klimagerechtere Politik und für die Erreichung des 1,5-Grad-Zieles. Neben den Transparenzregeln ist seit Jahren die Frage offen, wie mit allen Emissionszertifikaten aus früheren Abkommen umgegangen wird und wie ein Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten in Zukunft zwischen den Staaten aussehen kann. Aus unserer Sicht muss hierbei eine Doppelanrechnung ausgeschlossen werden, also dass Staaten sich durch Projekte in anderen Ländern herauskaufen können.

Die Weltgemeinschaft überlegt und verhandelt auch, wie sie aus den fossilen Energien aussteigen kann und sich dabei gegenseitig unterstützen könnte. Dies betrifft sowohl den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung, dem Verbrenner als auch aus dem Erdgas. Das ist auch genau das, was wir hier in Deutschland diskutieren!

Außerdem geht es um die Frage der finanziellen Unterstützung für Klimaschutz in den Ländern des Globalen Südens. Um Klimaanpassungsgelder, die Ländern helfen sollen, sich an die immer drastisch ändernden Umstände durch die Klimakrise anzupassen. Aber auch, um Gelder für „Schäden und Verluste“, d.h. bereits irreversible Schäden durch Naturkatastrophen, wie etwa die Zerstörung von Häusern, oder dass Menschen nicht mehr ihre Felder bearbeiten können. Für letzteren Punkt gab es noch nie konkrete Finanzierungszusagen der Industrieländer.

Und wie dein Eindruck von den Verhandlungen bislang, ist ein Fortschritt für den Klimaschutz in Sicht?

Es gab zwar schon einzelne Erfolge zu vermerken – beispielsweise ein Pakt zur Reduzierung von Methanemissionen, Waldschutzabkommen mehrerer Staaten, einzelne Klimafinanzierungszusagen etc. – aber die wirkliche Arbeit beginnt natürlich nach der COP, und zwar dann, wenn die Staaten ihre Ziele mit Maßnahmen unterlegen müssen, um ganz konkret CO2 bei sich zu reduzieren. Deswegen muss die nächste COP stärker diese Fortschritte messen und in den Vordergrund rücken, statt wie bisher die Pläne.

Für die Koalitionsverhandlungen in Deutschland geben die Zusagen definitiv Rückenwind, insbesondere das Ende der Finanzierung von internationalen Kohle, Öl- und Gasprojekten Ende 2022 und auch die Erklärung zum Aus des Verbrenners. Am allerwichtigsten ist die gemeinsame Erklärung von USA und China zum Klimaschutz. Es findet also eine erste Annäherung zwischen beiden Ländern statt, die wir so dringend brauchen. Daran müssen wir anknüpfen.

Klar ist aber: Wir müssen dringend handeln. Hierbei kann die Klimakonferenz einen Teil beitragen, aber ganz konkret müssen es die Staaten umsetzen. Deswegen brauchen wir viele weitere Klimapartnerschaften, eine nachhaltige Handelspolitik, viele Initiativen, auch jenseits der Klimakonferenz und auch jenseits der Staaten (Zivilgesellschaft und Wirtschaft) um das Ruder noch herumzureißen.

Die Lage beim Klimaschutz sieht leider gerade nicht gut aus. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist auf einem Höchststand, statt dem 1,5 Grad-Pfad rasen wir aktuell auf eine Welt mit einer Erhitzung um +2,7 Grad bis 2100 zu. Es ist höchste Zeit zu handeln!

Derzeit hängt die Welt weit hinter ihrem Ziel zurück, den Ausstoß an Klimagasen rasch so weit zu senken, dass die Erdtemperatur nicht um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter steigt.

Kurzinterview Sebastian Scholz, Teamleiter Energie & Klima beim NABU

Lieber Sebastian, du bist aktuell auf der Welt-Klimakonferenz in Glasgow. Was ist deine Rolle da und was willst du erreichen?

 Wir haben die formale Rolle von Observern, also Beobachtern. Der UNFCCC Prozess soll ja größtmögliche Transparenz haben, deshalb sind eben viele NGOs als Beobachter vor Ort. Beobachten alleine reicht aber natürlich nicht. Uns ist es wichtig, dass wir vor Ort artikulieren was aus unserer Sicht wichtig und nötig in den Klimaverhandlungen ist. Bei dieser Klimakonferenz ist es wichtig, dass die Ambitionen auf ein Paris-taugliches Niveau kommen, das 1,5°C Limit also nicht gerissen wird. Außerdem sind noch immer die Regeln für den Handel mit Emissionen und Emissionsminderungen offen. Einige Länder wollen allen Ernstes erreichen, dass Emissionsminderungen doppelt angerechnet werden können. Wenn Deutschland beispielsweise ein Klimaschutzprojekt in Brasilien finanziert, dann würde nach dieser Logik die Minderungen sowohl in Deutschland als auch in Brasilien angerechnet. Real erfolgen die Minderungen aber natürlich nur einmal, dem Klimaschutz ist damit also nicht geholfen. Und schließlich arbeiten wir hier mit unserem internationalen Netzwerk daran, dass Naturschutz und Biodiversität angemessen im Klimaabkommen verhandelt werden.

Sebastian auf der FFF-Demo während der COP 26 in Glasgow. (Quelle: Sebastian Scholz / NABU)

Was ist aus deiner Sicht das zentrale Thema, bzw. der zentrale Lösungsansatz der diesjährigen COP 26?

 Die Ambitionen und die Handelsmechanismen sind UNFCCC-Prozess extrem wichtig. Was sich in diesem Jahr aber noch deutlich stärker als bisher abzeichnet ist die Frage, ob der UNFCCC-Prozess ausreicht bzw. wie er wahrgenommen wird.  Fridays for Future, wie auch andere Protestbewegungen haben sehr lautstark von außerhalb der Konferenz artikuliert, dass die Verhandlungen nur „Blah Blah Blah“ seien und auch nach 26 Konferenzen noch nicht genügend passiere. Dem diametral gegenüber stehen die Bemühungen der britischen Konferenzpräsidentschaft, die fast täglich versuchen neue Initiativen vorzustellen, zu Waldschutz, Kohleausstieg, Methan und so weiter, um hier positive Schlagzeilen zu erzeugen. Diese Initiativen sind zwar gut und wichtig, aber unverbindlich und sie haben mit den konkreten Verhandlungen gar nichts zu tun. Entscheidend wäre daher, dass die politischen Willensbekundungen in Konkreten Maßnahmen und Verpflichtungen innerhalb der Verhandlungen münden. Der Druck von außen und der Fingerzeig, dass es bisher nicht reicht, was auf dem diplomatischen Parkett der Vereinten Nationen verhandelt wird, kann dabei helfen.

Und wie dein Eindruck von den Verhandlungen bislang, ist ein relevanter Fortschritt für den Klimaschutz in Sicht?

Es geht in kleinen Schritten voran. Die Zusagen einiger Länder für mehr Ambitionen sind wichtig und gut. Indien beispielsweise will bis 2070 Treibhausgasneutral sein. Das klingt spät, ist aber eine gute und wichtige Zusage eines sogenannten Schwellenlandes. Bei der Finanzierung von Klimaschutz und Klimafolgen geht es wie immer viel zu langsam voran. Die eigentlich schon für 2020 zugesagten jährlich zur Verfügung stehenden 100 Milliarden US-Dollar kommen nun wahrscheinlich erst 2023 zusammen.

Wir sehen auch, dass das Thema Artenvielfalt stärker als bisher im Kontext der Klimakrise wahrgenommen wird. Das ist gut und wichtig, denn Klima- und Naturkrise sind eng miteinander verwoben. Und gesunde Ökosysteme sind wichtig für sowohl Klimaschutz, -anpassung und die Steigerung der Resilienz.

Kurzinterview Celia Wicher, Projektmitarbeiterin internationale Klimapolitik beim BUND e.V.

Liebe Celia, du bist aktuell auf der Welt-Klimakonferenz in Glasgow. Was ist deine Rolle da und was willst du erreichen?

Ich bin für den BUND als akkreditierte Beobachterin auf der COP. Wir sind als Teil des Friends of the Earth International Netzwerks mit einer Delegation von Organisationen aus aller Welt vor Ort. Zum einen ist es wichtig, dass zivilgesellschaftliche Akteure den Prozess kritisch begleiten. Gerade in diesem Jahr müssen wir dabei auch immer wieder betonen, wer nicht hier in Glasgow dabei sein kann. Das ist auf jeder COP ein wichtiges Thema, aber in diesem Jahr hat sich das Problem durch die globale Ungerechtigkeit in der Verteilung von Corona-Impfdosen noch einmal verschärft. Deshalb versuchen wir, die Botschaften unserer Kolleg*innen aus dem Globalen Süden stark zu machen. Zum anderen ist es eine wichtige Aufgabe der Zivilgesellschaft, nach außen verständlich zu kommunizieren, was genau eigentlich auf der COP passiert und wie es einzuordnen ist.

Auch Celia war auf der Klimademo in Glasgow dabei. Quelle: Celia Wicher / BUND.

Was ist aus deiner Sicht das zentrale Thema, bzw. der zentrale Lösungsansatz der diesjährigen COP 26?

Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass die bisherigen Klimapläne der Staaten (die sogenannten NDCs) nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf höchstens 1,5 Grad zu begrenzen. Das ist besonders dramatisch, weil auch eine Erwärmung um 1,5 Grad schon drastische Auswirkungen hat und die Lebensgrundlage vieler Menschen gefährdet. Wir brauchen also dringend eine Steigerung der Ambitionen und insbesondere verbindliche Maßnahmen in der nahen Zukunft. Dafür ist ein schneller Ausstieg aus fossilen Energieträgern unerlässlich.

Ein anderes Thema, das auf dieser COP eine große Rolle spielt, ist die Klimafinanzierung. Eigentlich hatten die Industrienationen versprochen, bis 2020 100 Milliarden Dollar jährlich zu mobilisieren, um Länder des Globalen Südens bei der nötigen Transformation zu unterstützen. Diese Zahl ging schon deutlich an den eigentlichen Bedürfnissen vorbei und wurde darüber hinaus nicht erreicht. Die Industriestaaten tragen eine große historische Verantwortung für die Klimakrise und müssen dieser endlich gerecht werden. Dazu zählt auch, endlich verbindliche Maßnahmen zum Thema „Loss and Damage“ zu vereinbaren, also der Kompensation für Schäden und Verluste.

Und wie dein Eindruck von den Verhandlungen bislang, ist ein relevanter Fortschritt für den Klimaschutz in Sicht?

In den vergangenen Jahren hat das Klimathema viel Aufwind erhalten und ist zum Glück aus dem politischen und medialen Diskurs nicht mehr weg zu denken. Das verdanken wir vor allem dem unermüdlichen Engagement der Klimabewegung, insbesondere von jungen Leuten. Auch hier in Glasgow ist deutlich zu spüren, dass immer mehr Menschen von ihren Regierungen ambitionierte und global gerechte Lösungen für die Klimakrise fordern, das ist sehr ermutigend und motivierend!

Auf der anderen Seite waren die Verhandlungen in diesem Jahr sehr schwer zugänglich, was es schwierig macht, konkrete Fortschritte einzuschätzen. Letztendlich wird sich erst am Ende der Woche zeigen, welche Ergebnisse die Verhandlungen wirklich bringen werden. Im Laufe der letzten Tage gab es jedoch neben dem eigentlichen Prozess immer wieder die Verkündigung von Initiativen und Koalitionen, zum Beispiel zur Vermeidung von Entwaldung oder dem Ausstieg aus der internationalen Finanzierung für fossile Projekte. Das klingt auf den ersten Blick oft positiv, jedoch enthalten diese Initiativen oftmals Schlupflöcher oder passen nicht mit dem zusammen, was Regierungen dann tatsächlich umsetzen, wenn sie von der COP wieder nach Hause fahren. Außerdem ist auffällig, dass der Fokus oft auf weit entfernten Zielen liegt, wie zum Beispiel den Netto-Null-Emissionen bis 2050, anstatt in der nahen Zukunft ambitionierte Maßnahmen einzuleiten. Wenn wir die 1,5 Grad Grenze einhalten wollen, ist der entscheidende Zeitraum aber nicht die Jahre bis 2050, sondern nur noch die kommende Dekade. Man kann außerdem den Trend beobachten, dass Ziele sehr allgemein und global vereinbart werden. Dadurch wird unsichtbar gemacht, dass der UNFCCC Prozess ursprünglich auf dem Prinzip der „common but differentiated responsibilities“ beruht, also auf der Annahme, dass manche Staaten einen größeren Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten müssen. Im Sinne der globalen Gerechtigkeit ist es aber sehr wichtig, dieses Prinzip aufrecht zu erhalten, sowohl wenn es um die Vermeidung von Emissionen als auch um die Bereitstellung von Finanzmitteln geht.

Joanna Albrecht
joanna.albrecht@naturstrom.de

unterstützt das PR-Team von NATURSTROM seit September 2020, jongliert aber schon etwas länger beruflich mit Energiethemen. Ihr Herz schlägt Grün (und für Tiere). Sie mag Waldspaziergänge, Gärtnern und den Teamsport Ultimate Frisbee.

1 Kommentar
  • Artem Dor
    Gepostet um 22:17h, 21 November Antworten

    Die Klimafinanzierung stellt meines Erachtens die größte Hürde dar, die viele Staaten davon abhält ernstfaft etwas zu unternehmen und, dass viele Strategien mit zu starken Einschränkungen zusammenhängen, die viele Bürger nicht akzeptieren wollen.

    Nun ja, er vor allem abdas mit dem gemeinsam ist natürlich aktuell eine sehr problematische Sache, aber ich denke der Zusammenhalt wird sich dahingehend noch einmal verbessern und nachdem die aktuellen Probleme nicht mehr so relevant sind, wird das Bewusstsein für das Klima noch einmal stärker werden. Meine Vermutung ist, dass die Leute aktuell zu sehr mit den aktuellen Geschehnissen beschäftigt sind.

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