NATURSTROM-Photovoltaikanlage auf dem Haus der Vereine in Hattersheim © NATURSTROM AG

Photovoltaikanlage bringt Kindern die Energiewende nahe

Anlässlich des 250. Förderprojekts haben wir unsere Foto- und Projektarchive durchforstet. Herausgekommen ist eine Zusammenstellung der schönsten von NATURSTROM geförderten Öko-Kraftwerke, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen. Hier nun stellen wir unsere Photovoltaikanlage auf dem Dach der Hattersheimer Kita vor, die auch bei Kindern großes Interesse weckt.

„Aus dem Licht kann man Strom machen!“, ruft ein Fünfjähriger selbstsicher. Auch sein gleichaltriger Freund neben ihm ist gut informiert. Er erklärt: „In Wechselrichtern wird Strom in Wechselstrom umgewandelt und fließt dann durch das schwarze Kabel.“ Ob der Junge versteht, was Wechselstrom ist? Das Wort jedenfalls hat er sich genau gemerkt. Eine unserer schönsten Solaranlagen ist jene, die wir Ende 2010 im hessischen Hattersheim errichtet haben, finden wir. Nicht, weil die 30kWp-Anlage so ungewöhnlich ist, sondern weil NATURSTROM sie auf dem Dach einer Kita errichtet hat – und damit ungeplantes Interesse hervorgerufen hat.

Die große Neugierde bei den Kindern, die das Solarkraftwerk auslöste, veranlasste die Erzieherinnen der Kita schon bald nachdem die Anlage fertig war zu dem Projekt „Strom kommt aus der Steckdose“. Darin experimentierten die kleinen Kita-Forscher spielerisch zum Thema elektrische Energie. Was kann der Strom alles? Wo kommt er her bei uns in Hattersheim? Warum braucht ein Wasserkocher Energie, damit das Wasser blubbert, und wie kann man sie messen oder beeinflussen? Altersgerecht erklärt, sind solche Fragen für Kinder sehr spannend, wie die Reaktion der kleinen Hattersheimer zeigte.

Neben seiner unerwartet erfreulichen pädagogischen Funktion hat das Solar-Kraftwerk die Aufgabe, rund 27.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr herzustellen. Der wird möglichst direkt im Gebäude verbraucht, nur die Überschüsse gehen ins öffentliche Netz. Die Kita im Haus der Vereine gehört der Stadt, NATURSTROM hat das Dach gepachtet. Hattersheim ist selber überdurchschnittlich stark engagiert in Sachen Energiewende. Im Januar 2012 wurde es deswegen von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Energie-Kommune des Monats“ geehrt.

Einer der Gründe für die Auszeichnung: NATURSTROM versorgt die kommunalen Liegenschaften seit Anfang 2008 mit hochwertigem Ökostrom. Jahr für Jahr vermeidet Hattersheim dadurch CO2-Emissionen in Höhe von fast 400 Tonnen. Neben den kommunalen Gebäuden wie dem Rathaus und der Bücherei beziehen auch die Ampeln, Springbrunnen und die freiwillige Feuerwehr hundert Prozent saubere Energie. „Uns war wichtig, dass die Stadt Hattersheim Ökostrom von einem unabhängigen Anbieter bezieht, der nicht mit den Atom- und Kohlekonzernen verbandelt ist“, erläutert die Hauptamtliche Erste Stadträtin Karin Schnick die Entscheidung für NATURSTROM vor über sieben Jahren.

Das Engagement der Stadt am Main geht jedoch weit darüber hinaus. Ihren Bürgerinnen und Bürgern bietet sie eine unabhängige Energieberatung in den Bereichen Gebäudesanierung, regenerative Energieerzeugung, Heizsysteme und Regenwassernutzungsanlagen an. Und sie treibt den Ausbau der Erneuerbaren durch kleine, aber wichtige Ideen voran. „Gerade bei einem angespannten Haushalt muss man als Kommune kreativ sein, um die Energiewende vor Ort möglich zu machen“, erklärt Erste Stadträtin Schnick. „Über den Bebauungsplan üben wir sanften Druck auf große, gewerbliche Bauvorhaben aus. Damit haben wir beispielsweise Photovoltaikmodule auf die Dächer eines Einzelhandelsmarkts gebracht. Unser Bebauungsplan schreibt vor, die Gewerbedachflächen zu begrünen – eine Ausgleichsmaßnahme, die über das Bundesnaturschutzgesetz möglich ist. Gleichzeitig erlauben wir, auf eine Begrünung zu verzichten, wenn stattdessen eine Solaranlage installiert wird.“

Zudem setzt Hattersheim auf Bürgerbeteiligung. So haben beispielsweise Männer und Frauen der Umgebung die Solargesellschaft FW Okriftel GbR mbH gegründet, die eine Bürgersolaranlage auf dem Dach der Feuerwehr finanziert und verwaltet. Die 144 installierten Module sorgen für eine CO2-Einspeisung von rund zehn Tonnen pro Jahr. Und auch die Nahwärmeversorgung ist in der Stadt am Main ein Thema. Der Strom- und Wärmebedarf von ca. 600 Wohneinheiten im Neubaugebiet Südwest decken insgesamt drei Blockheizkraftwerke zu fast 80 Prozent ab. Die restliche Heizwärme stellen zusätzliche Heizkessel bereit, wovon einer mit einem externen Abgaswärmetauscher versehen ist. Eine Trafostation gleicht Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -bedarf aus. Thermische Lastspitzen kompensiert ein Pufferspeicher. Das ist gut für die Umwelt, denn: Verglichen mit Gaseinzelheizungen erreichen die Hattersheimer so Einsparungen durch Nahwärme von über 1000 Tonnen CO2 pro Jahr.

In 2014/2015 wurde das Energiemanagement der Stadt Hattersheim einer vergleichenden Prüfung durch den Hessischen Rechnungshof unterzogen. Besonders die innovativen Projekte wurden durch die Prüfer sehr lobend herausgestellt.

All dies beeindruckt auch NATURSTROM-Vorstandsprecher Dr. Thomas E. Banning. „Hattersheim hat sich aufgrund des kontinuierlichen Einsatzes für die regionale Energiewende und der beachtlichen Erfolge Anerkennung verdient“, findet er. Mit der Kommune westlich von Frankfurt verbindet uns eine lange und bewährte Partnerschaft. Aus diesem Grund fand unsere Hauptversammlung 2011 in ebenjenem Haus der Vereine in Hattersheim statt, in dem sich auch die Kita befindet. Die kleinen Hattersheimer jedenfalls zeigen sich sehr wissbegierig in Sachen Solaranlage. Für die Zukunft ist die Kommune gut aufgestellt.

Rebecca Raspe
raspe@naturstrom.de

schrieb von 2011 bis Ende 2015 für NATURSTROM als Redakteurin in der Unternehmenskommunikation. Zuvor hat sie als Journalistin für Fachmagazine über Erneuerbare Energien im In- und Ausland berichtet. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig und sie begeistert sich für fortschrittliche Technologien.

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