Menschen für die Energiewende vor Ort begeistern – und zwar von Anfang an

In den Ortschaften Niese und Köterberg entsteht ein neuer Windpark. Doch bevor die erste Kilowattstunde saubere Energie fließen kann, gibt’s eine Menge zu tun – und nicht alles davon passiert auf der Baustelle. Wie wir bei naturstrom die Anwohner:innen unserer Wind- und Solarparks frühzeitig mit ins Boot holen, berichtet exemplarisch Kollegin Franziska.

Wenn in einer Gemeinde ein Windpark gebaut wird, ist das nicht nur ein großer Schritt für die Menschen, die ihn planen, errichten und später betreiben. Es ist vor allem für die Anwohner:innen eine relevante Veränderung ihrer direkten Umgebung, weswegen alle Beteiligten früh zusammenkommen und Informationen miteinander teilen sollten. Das gilt auch dann, wenn der Windpark gar nicht komplett neu entsteht, sondern lediglich „repowert“ wird

Noch Fragen? Franzsika Rutscher im Austausch mit den Bürger:innen in Niese und Köterberg. © naturstrom

In der Gemeinde Lügde im Landkreis Lippe (NRW) steht ein solches Repowering-Projekt nun kurz vor der Umsetzung. Insgesamt neun Altanlagen drehen sich hier seit beinahe 30 Jahren zwischen den Ortschaften Niese und Köterberg. In dieser Zeit erzeugten sie zusammen weit über 100 Mio. kWh Strom, der Anblick der teilweise noch auf Gittermasten montierten Windräder gehört für viele Menschen bereits fest zum Bild ihrer Region dazu. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb am Abend des 25. November über 50 Menschen die Informationsveranstaltung im Nieser Gasthof „Zur Rose“ besuchen, zu der die Projektentwicklungs- und zukünftige Betreibergesellschaft „Windstrom Niese-Köterberg“ geladen hat. Der holzgetäfelte Saal ist beinahe voll besetzt, als Benedikt Koch und Markus Toeberg die Gäste um 19 Uhr bei Bier und Salzstangen begrüßen und ihre Projektpartner von der naturstrom AG, Simon Rhodes und mich, vorstellen.

Koch war sechs Jahre alt, als seine Eltern die Firma „Wind Koch & Solar“ gründeten und im Jahr 1993 fünf Nordex-Windräder nördlich von Niese errichten ließen. Heute ist er zusammen mit Toeberg, dessen Unternehmen „ToGro“ wenig später zwei Tacke-Windräder nahe Köterberg installierte, Teil der eigens für das Repowering gegründeten Gesellschaft „Windstrom Niese-Köterberg“, zu der als dritter gleichberechtigter Partner auch naturstrom gehört. Von Anfang an steht fest: Die Leute vor Ort, die wollen wir beim Projekt mitnehmen!

Der Vorsatz ist an diesem Abend, nur wenige Wochen nach Beginn der Bauvorbereitungen, deutlich zu spüren, denn bei der Präsentation werden keine Themen ausgespart. Alle Anwesenden möchten wissen: Was passiert da gerade auf den Flächen in unserer Nachbarschaft? Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?

Die Projektierer geben Antworten auf drängende Fragen: Wo genau sollen die Anlagen stehen? Werden die alten Fundamente komplett zurückgebaut? Wer repariert Straßen und Wege, wenn es beim Transport der Bauteile zu Schäden kommt? Und wer entscheidet darüber, welchen gemeinnützigen Zwecken das Flächen-Nutzungsentgelt zugutekommt?
Beachtung erfahren zudem die konkreten Kompensations- und Vermeidungsmaßnahmen im Bereich Naturschutz; Fragen zum Schallschutz und Abstellzeiten der Anlagen werden umfassend beantwortet.

Full House bei der ersten Infoveranstaltung zum Repowering-Projekt Niese Köterberg. © naturstrom

Nach über zwei Stunden Austausch sind viele Bürger:innen ihre Fragen und teilweise auch Sorgen losgeworden, beinahe jedes Anliegen kann umfassend geklärt werden. Es werden Themen gesammelt, die zum jetzigen Zeitpunkt noch offen sind. Fragen nach Bürgerbeteiligung und einem Anrainerstromtarif. Für die Projektpartner ist klar: Wir wollen diese Möglichkeiten schaffen. Sobald der Stand des Projektes klare Aussagen dazu erlaubt, wird es eine neue Informationsveranstaltung geben. Und auch dann wird es hoffentlich wieder voll im Gasthof „Zur Rose“ in Niese. Denn nur gemeinsam ist die Energiewende zu schaffen.

naturstrom tut gut

Auch dieses Jahr haben wir wieder den naturstrom-Adventskalender mit 24 guten Taten gefüllt. Die Spendenaktionen wurden gemeinsam mit allen  Mitarbeitenden ausgewählt. So möchten wir zur Weihnachtszeit gute Energie teilen – für das Klima, die Umwelt und den guten Zweck.

Am 14. Dezember freuen uns, den SV Niese e. V. mit unserer Spende bei der für Anfang 2024 geplanten Umgestaltung des Sportplatzes zu unterstützen.

Franziska Rutscher

unterstützt seit Oktober 2023 die Abteilung „Bürgerenergie & projektbegleitende Kommunikation“ dabei, Menschen für die bürgernahe dezentrale Energiewende zu begeistern.

naturstrom Team
onlinemarketing@naturstrom.de

Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

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