Bürgerenergie-Konvent 2014 des BBEn. © BBEn e.V.

Bürgerenergie-Bewegung trifft sich zum Konvent

Das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) veranstaltet am 25. und 26. September zum zweiten Mal einen Bürgerenergie-Konvent, ein großes Klassentreffen der Bürgerenergie-Bewegung also. Der Konvent tagt unter dem Motto „Mit Mut in die Zukunft – die Stärken der dezentralen Energiewende“, mehr als 120 Bürgerenergie-Akteure werden zu der Veranstaltung in Erfurt erwartet. Geboten werden Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden und, ganz wichtig, zahlreiche Gelegenheiten, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. 

Anfang 2014 gehörte NATURSTROM zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern des BBEn. Kein Wunder, schließlich ist die Zusammenarbeit mit Bürger-Energiegesellschaften bei NATURSTROM fest verankert. NATURSTROM-Chef Dr. Banning, der sich seit Jahren vehement für die Belange der Bürgerenergie einsetzt, wurde Vorstandsvorsitzender im BBEn.

Am NATURSTROM-Standort in Berlin ist Silke Bartolomäus für den Austausch zwischen NATURSTROM und BBEn zuständig, außerdem übernimmt sie Aufgaben in der BBEn-Geschäftsstelle. Den Konvent hat sie maßgeblich mit organisiert. Grund genug, mit ihr im Vorfeld des Konvents über die Erwartungen, Chancen und Herausforderungen für die Bürgerenergie-Bewegung zu sprechen.

Silke Bartolomäus aus der Berliner NATURSTROM-Niederlassung übernimmt auch Aufgaben in der BBEn-Geschäftsstelle. Den Bürgerenergie-Konvent hat sie maßgeblich mit organisiert. © NATURSTROM AG

Silke Bartolomäus aus der Berliner NATURSTROM-Niederlassung übernimmt auch Aufgaben in der BBEn-Geschäftsstelle. Den Bürgerenergie-Konvent hat sie maßgeblich mit organisiert. © NATURSTROM AG

Was werden die bestimmenden Themen des Konvents sein?
Der diesjährige Bürgerenergie-Konvent startet mit einer Positionsbestimmung: Nach den einschneidenden Änderungen insbesondere durch das EEG 2014 soll erörtert werden, wohin sich die Bürgerenergie entwickelt und wo sich das BBEn im Spannungsfeld zwischen Bundespolitik, Verbändewesen und den vielfältigen privaten Akteuren vor Ort bewegt.

Darüber hinaus gibt es detaillierte Einblicke in komplexe Themen wie Ausschreibungen und regionale Vermarktung, spannende Impulse zu erfolgreichen Geschäftsmodellen für Bürgerenergiegesellschaften sowie viel Raum zum Erfahrungsaustausch und Vernetzung der Akteure untereinander.

Auf welche Fragen könnte der Konvent Aufschluss liefern?
Insbesondere das Thema Ausschreibungen beschäftigt die Bürgerenergie-Akteure. Die ersten beiden Ausschreibungsrunden für Photovoltaik-Freiflächenanlagen haben gezeigt, dass Bürgerenergie kaum eine Chance auf den Zuschlag hat, wenn der Erzeugungspreis alleiniges Kriterium ist. Hierzu wollen wir auf dem Konvent informieren und über Zukunftsstrategien beraten.

Des Weiteren wollen wir die im Bündnis vorhandene Expertise nutzen, um aus erster Hand über funktionierende Geschäftsmodelle für Bürgerenergie-Gesellschaften zu erfahren: Bürgerstrom, Effizienz- oder Nahwärmeprojekte – Bürgerenergie kann auch heute noch auf vielen Feldern sehr erfolgreich sein.

Die nächste EEG-Novelle steht bald an. Was wird dann aus Sicht der Bürgerenergie wichtig werden?
Weiterhin wird der Fokus ganz klar auf Ausschreibungen liegen. Die entscheidende Frage ist hierbei für die Bürgerenergie: Wird der Zugang für Bürgerenergie-Akteure bei Ausschreibungen möglich sein?

Noch vor wenigen Jahren haben Energie-Genossenschaften und andere Initiativen weitgehend nebeneinander her gearbeitet. Merkt man nach gut eineinhalb Jahren Austausch und Vernetzung im BBEn schon Professionalisierungstendenzen?
In den letzten ein, zwei Jahren haben sich zahlreiche Dachverbände von Genossenschaften gegründet und immer mehr Bürgerenergie-Gesellschaften versuchen, komplexe Unternehmensfelder wie die regionale Vermarktung von genossenschaftlich erzeugtem Strom gemeinsam in die Hand zu nehmen. Nicht alle aber haben die Möglichkeit, sich so weit zu professionalisieren, dass sie alle energiewirtschaftlichen Prozesse, die für solche Projekte notwendig sind, selber übernehmen können. Da ist es gut, wenn es starke Partner wie z.B. NATURSTROM gibt, die eben diese komplexen Dienstleistungen für BEG anbieten können. Ein Beispiel hierfür ist der Bayerische Ableger des BBEn, der Bürgerenergie Bayern e.V. Der Verein versteht sich als Interessenvereinigung der bayerischen Bürgerenergie-Gesellschaften mit dem Ziel, seine Mitglieder beim Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Ein zentrales Projekt ist hier die Vermarktung von regional erzeugtem Strom an die Mitglieder – ein Vorhaben, das derzeit gemeinsam mit NATURSTROM durch ein attraktives Regionalstromprodukt realisiert wird.

Vor der Gründung des BBEn hat NATURSTROM eigene Workshops für Genossenschaften ausgerichtet. Gibt es Teilnehmer, die immer wieder zu den NATURSTROM-/BBEn-Veranstaltungen kommen? Wenn ja, was nehmen sie dort mit, was motiviert sie?
Auch wenn immer neue Akteure hinzukommen – zahlreiche Engagierte waren schon häufiger auf unseren Veranstaltungen dabei. Hier stehen sicherlich vor allem die Weiterentwicklung von Geschäftsideen und der fachliche Austausch im Vordergrund. Es hat sich aber mittlerweile auch eine Art „Klassentreffen“-Charakter herausgebildet, man kommt gern zusammen und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus.

Kleinere Akteure werden bei der politischen Gestaltung der Energiewende derzeit in einigen Punkten benachteiligt. Welches positive Signal kann der Bürgerenergie-Konvent an die zahlreichen Ehrenamtler in den Bürger-Energiegesellschaften aussenden?
Das eindrücklichste Signal nach innen und nach außen ist wohl, dass wir trotz aller Einschnitte noch immer viele Bürgerenergie-Bewegte sind. Und dass die Initiativen immer besser organisiert sind und gemeinsam leistungsfähiger werden.

Auch über die Nutzeffekte der Bürgerenergie wollen wir sprechen: Bürgerenergie kann sich förderlich auf die Gesellschaft auswirken, sie integriert Bürgerinnen und Bürger in nachhaltige Wirtschaftsprozesse, erhöht die Akzeptanz von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, fördert Mitbestimmungsprozesse und Transparenz. Und nicht zuletzt ist die viel zitierte regionale Wertschöpfung ureigenes Merkmal der Bürgerenergie.

So hoffen wir, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Konvent wirklich mit „Mut in die Zukunft“ auseinander gehen – bis zum nächsten „Bürgerenergie-Klassentreffen“.

Tim Loppe
Tim Loppe
loppe@naturstrom.de

ist seit April 2010 Pressesprecher bei NATURSTROM. Entdeckte die Energiewende in seiner Zeit bei einer Düsseldorfer PR-Agentur für sich. Zuvor hatte der promovierte Germanist an den Universitäten Düsseldorf und Münster im Bereich Sprachwissenschaften gelehrt. E-Mail

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