Bitcoin – eine Gefahr für’s Klima? |  NATURSTROM Blog
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Bitcoin

Bitcoin – eine Gefahr für’s Klima?

Sie sind derzeit in aller Munde: Bitcoin. Doch kaum jemand spricht über den enormen Energieverbrauch, der beim sogenannten „Schürfen“ dieser digitalen Geldwährung nötig ist. Welchen Umwelteinfluss hat die Krypto-Währung? Und welche Möglichkeiten gibt es, Geld nachhaltiger anzulegen?

Ob Bitcoin oder Litecoin: Kryptowährungen sind bei Anlegern gerade sehr beliebt. Und das auch noch, nachdem der Kurs in den vergangenen Wochen stark geschwankt hat. Manche nutzen die digitalen Währungen tatsächlich, um online Rechnungen zu begleichen. Andere erwerben sie, um mit ihrem Geld in Niedrigzinsphasen hohe Renditen einzustreichen – oder einfach zu spekulieren. Eine Besonderheit von Bitcoin und Co. ist das dezentrale Buchungssystem, das dahinter steht: Die Blockchain. Ein sehr spannendes, aber eben auch sehr energieintensives System. Das gilt besonders am Anfang: der Generierung der Coins.

Der Energieverbrauch von Bitcoins ist kaum greifbar. Um ihn zu verstehen, muss man sich über die Grundlagen des „minings “ – dem Schürfen der digitalen Währung – im Klaren sein. Für Laien ist dies nicht ganz einfach: Das „Schürfen“ von Bitcoins ist mit keiner herkömmlichen Währung vergleichbar – und auch nicht mit dem Aktienhandel.

Die Menge an Bitcoins ist auf 21 Millionen beschränkt, im Dezember 2017 waren bereits 16,77 Mio. Coins im Umlauf. Bitcoins sind also endlich und werden umso wertvoller, je größer die Nachfrage nach ihnen wird. Das bedeutet auch, dass das „mining“ in Zukunft immer komplexer und energieintensiver wird: Bei der Transaktionsverarbeitung, Synchronisierung und Absicherung aller Nutzer ist Rechenleistung erforderlich. Um heute noch große Mengen an Bitcoins generieren zu können, sind riesige Rechenzentren notwendig. Die wiederum müssen gekühlt werden – und verschlingen so enorme Mengen an Energie. Diese Weltspiegel-Reportage gibt einen Einblick in die Bitcoin-Welt und zeigt einen Rechnerpark auf Island.

Das „Schürfen“ von Bitcoin verbraucht derzeit über 40 TWh Energie pro Jahr.

Das „Schürfen“ von Bitcoin verbraucht derzeit über 40 TWh Energie pro Jahr.

Der Blog Digiconomist veranschaulicht den Energieverbauch von Bitcoins in Grafiken und rechnet diesen tagesaktuell auf das ganze Jahr hoch. Für das virtuelle Zahlungsmittel wird demnach mittlerweile sogar mehr Strom verbraucht, als ganze Staaten – wie Ungarn oder Neuseeland – benötigen. Tendenz steigend.

Dass eine Geldanlage in Krypto-Währungen keine nachhaltige Investition ist, sollte daher klar sein. Doch welche Alternativen gibt es dazu? Auch viele Banken sind in Geschäfte verwickelt, die alles andere als nachhaltig sind.

ForestFinance – Investition in nachhaltige Forstwirtschaft

Das Bonner Unternehmen ForestFinance entwickelt seit mehr als zwei Jahrzehnten ökologische Forstinvestments in Süd- und Mittelamerika sowie in Asien für mittlerweile über 18.000 Kunden. Insgesamt werden in diesen Ländern ca. 17.500 Hektar Waldfläche nachhaltig bewirtschaftet. Ausgezeichnet werden die forstwirtschaftlichen Produkte durch das FSC-Siegel, welches ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt.

Eine alternative zu Bitcoin:Das Bonner Unternehmen ForestFinance entwickelt seit mehr als zwei Jahrzehnten ökologische Forstinvestments in Süd- und Mittelamerika sowie in Asien für mittlerweile über 18.000 Kunden.

In dieser Baumschule von ForestFinance werden Setzlinge einheimischer Baumarten herangezogen und gepflegt. Foto: ForestFinance

Die Investitionen fließen dabei in die Wiederaufforstung von Brachflächen sowie in die nachhaltige Umwandlung von Monokulturen in Mischwälder. In Deutschland schreibt das Unternehmen Nachhaltigkeit ebenfalls groß: Die Server von ForestFinance in Bonn arbeiten beispielweise mit naturstrom.

Anleger sollten sich jedoch der Risiken bewusst sein, die auch klar vom Unternehmen kommuniziert werden: Außergewöhnliche Wetterereignisse sowie Waldbrände und Schädlingsbefall können nicht völlig ausgeschlossen werden.

Weitere Tipps, wie ihr in nachhaltige Projekte investieren könnt, findet ihr zum Beispiel bei Utopia.

Grüne Banken – unkompliziert & nachhaltig

Wem es weniger wichtig ist, welche einzelnen Projekte gefördert werden, kann eine Geldanlage bei einer grünen Bank wählen. So kann man sichergehen, dass das Geld sinnvoll und ethisch korrekt angelegt wird. In einem Interview mit dem Pressesprecher der GLS-Bank sprachen wir darüber, wie jeder von uns grün investieren kann.

Neben der GLS vergeben auch die Umweltbank, die Ethikbank sowie die Triodos Bank Kredite ausschließlich an sozial-ökologische Projekte.

 

Autor: Matthias Braun, Mitarbeiter im Bereich Bürgerenergie- und Projektbegleitung.

NATURSTROM Team
onlinemarketing@naturstrom.de

Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

1Kommentar
  • Tim Weinert
    Gepostet um 15:13h, 24 Januar Antworten

    Der hohe Stromverbrauch, grade im Vergleich mit einzelnen Ländern klingt erstmal plausibel. Jedoch verursacht jede andere Währung ja ebenso einen Ressourcenverbrauch, der jedoch deutlich schwerer in den Vergleich zu bringen ist. Papier und Metall für Bargeld; Tresore und Geldtransporter; Angestellte die Geld produzieren, verteilen und zurücknehmen, Banken, Bankautomaten, EC-Karten, etc. Als ihr Kunde und Verfechter einer starken Nachhaltigkeit möchte ich damit nicht den Bitcoin in den Himmel loben, jedoch sind die Artikel über den Stromverbrauch des Bitcoins aus meiner Sicht unvollständig und zeichnen damit ein verzerrtes Bild.

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