Wie du mit einem Insektenhotel den Wildbienen hilfst

Ein leises Summen erklingt im Garten, wenn die tüchtigen Bienen loslegen. Sie bestäuben im Frühling und Sommer die Blüten und sorgen dafür, dass an Bäumen und Sträuchern Früchte wachsen. Doch wo bleiben sie nach der Arbeit im Winter? Jeder braucht ein Dach über dem Kopf, auch unsere kleinen schwarz-gelben Helfer. Mit diesem Insektenhotel kannst du mehr Lebensraum für unsere kleinen Freunde schaffen. Wir zeigen dir in vier Schritten, wie es geht.

Bienen spielen eine besondere Rolle in unserem Ökosystem: Sie schützen die biologische Vielfalt und bestäuben Wild- und Kulturpflanzen. Ohne ihre Hilfe können Pflanzen keine Blüten und Früchte tragen und vermehren sich auch nicht. Gibt es weniger dieser Pflanzen, ist auch der Lebensraum der von ihnen abhängigen Insekten bedroht. Außerdem verrichten Insekten wichtige Arbeiten und sind wiederum die Nahrung für andere Tiere. Auch wenn Bienen also nur ein kleiner Bestandteil des natürlichen Kreislaufs sind – ihr Fernbleiben beeinflusst die ökologische Vielfalt maßgeblich. Also lauter gute Gründe, ihnen mit einem eigenen Insektenhotel Gutes zu tun!

Diese Materialien benötigst du:

  • Leere Konservendose ohne Deckel (Plastik darum ablösen und Dose waschen)
  • Bambusröhrchen, circa 30 Stück
  • 500 Gramm Gips
  • Leitungswasser
  • Draht (grau oder grün)
  • Eisensäge
  • Pfeifenputzer
  • Sehr kleiner Schraubenzieher/Stift

 

Die Bambusröhrchen, den Gips und die dünnen Pfeifenputzer bekommst du im handelsüblichen Baumarkt. Falls du ähnliche Bürsten bereits zu Hause hast, brauchst du sie natürlich nicht neu zu kaufen.

Insektenhotels sind für Bienen der ideale Platz zum Überwintern.

Natürlich könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Dach? (© Hanna Sissmann)

1. Bambus vorbereiten

Zuerst kannst du die Bambusstöcke in kleine Stücke sägen. Eine normale Holzsäge ist zwar schon gut, aber mit der Eisensäge wird die Fläche glatter und du kannst ausschließen, dass sich die Bienen an kleinen Holzsplittern verletzen. Die Länge der Bambusstücke hängt von der Größe der Dose ab, wir empfehlen bei kleinen Dosen 15 bis 20 Zentimeter, bei großen 20 bis 30 Zentimeter. Achte auch darauf, dass alle Stücke gleich lang werden.

Nun kannst du das Innenleben aus dem Bambus „herausputzen“. Mit einem dünnen Schraubenzieher stichst du nun durch das Bambusröhrchen, bis das weiße bröselige Innenleben auf der anderen Seite wieder herauskommt. Damit die Biene genügend Platz hat, musst du die Röhrchen mit einem dünnen Pfeifenreiniger oder einer Bürste säubern. Reinige so viele Bambusstöcke bis die Dose voll ist.

2. Gips anrühren

Nun kannst du die Stöckchen beiseitelegen und im Boden der offenen Dose Gips anrühren. Vermische dazu vier Esslöffel Gips mit je zwei Löffeln Wasser, bis eine klebrige Gipsmasse entsteht. Nun kannst du die Bambusstöckchen in der Dose anordnen, der Gips trocknet dabei in circa drei Minuten. Danach muss das Häuschen nochmal 10 Minuten trocknen.

3. Halterung zum Aufhängen bauen

Damit die Bienen in ihr Hotel fliegen können, sollte es am besten an einer Wand oder unter einem Vorsprung hängen. Umwickle die Dose am oberen Rand mit Draht und dreh die beiden Enden mehrere Male umeinander, bis ein Knoten entsteht. Das Gleiche wiederholst du mit der unteren Seite. Nun schneidest du ein weiteres Stück des Drahtes ab, das circa 25 Zentimeter lang ist – hieraus entsteht nun die Aufhängung. Fädele das letzte Stück an beiden Seiten durch den bereits befestigten Draht und mache hier auch Knoten.

4. Hotel ausrichten für Bienen

Fertig! Du kannst das Insektenhotel nun aufhängen, zwischen April und August nisten sich die Wildbienen ein, danach überwintern sie. Die Bienen bauen kleine Kammern in ihr Hotel, die sie mit Pollen zur Isolierung als Nahrung füllen und über den Winter essen. Häng das Hotel an einer möglichst geschützten Stelle auf.

Et voila, fertig ist das Insektenhotel – wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Nachbasteln. Apropos Nachbasteln – zeigt uns eure fertigen Insektenhotels gerne bei Instagram, indem ihr aus auf dem Bild taggt. Wir freuen uns drauf!

Hanna Sissmann
Hanna Sissmann
hanna.sissmann@naturstrom.de
Keine Kommentare

Kommentieren Sie