Eröffnung der Kirchentags-Geschäftsstelle in Stuttgart; ganz rechts im Bild unser Interviewspartner; Quelle: DEKT

NATURSTROM versorgt den Deutschen Evangelischen Kirchentag

Mehr als 100.000 Teilnehmer haben vom 3. bis 7. Juni in Stuttgart den Deutschen Evangelischen Kirchentags gefeiert. Für diesen Zeitraum sowie die Tage des Auf- und Abbaus hat NATURSTROM alle kurzfristigen Veranstaltungsstätten mit sauberem Strom beliefert: von den Zelthallen des „Markts der Möglichkeiten“ bis zu den verschiedenen Bühnen für den Abend der Begegnung und den großen Schlussgottesdienst auf den Cannstatter Wasen.

Erstmals ging der Kirchentag damit den ambitionierten Weg, die technische Infrastruktur für die zahlreichen Bühnen und Messezelte mit dem zertifizierten Ökostrom eines unabhängigen Anbieters versorgen zu lassen. NATURSTROM musste dafür die temporären Stromzähler beim Netzbetreiber ummelden und den nötigen Ökostrom über kurzfristige Lieferverträge aus Wasserkraftwerken in Deutschland und Österreich beschaffen.

Bei der Auswahl des Stromversorgers hat für den Kirchentag die Zertifizierung durch das von Umweltverbänden wie BUND und NABU getragene Grüner Strom Label eine wichtige Rolle gespielt. Denn Tarife mit dem Grüner Strom Label enthalten einen festgelegten Förderbetrag je Kilowattstunde Ökostrom. Dieses Geld fließt in neue Öko-Kraftwerke und innovative Energiewende-Projekte. Solche verpflichtenden, an die tatsächliche Stromlieferung gebundenen Investitionen stellen sicher, dass der Kunde mit seinem Wechsel zu Ökostrom den Wandel von der fossil-atomaren zur erneuerbaren Energieversorgung voranbringt. Nur konsequent also, dass auch die Stuttgarter Geschäftsstelle zur Vorbereitung des Kirchentags von NATURSTROM versorgt wird – und das bereits seit Oktober 2013.

Die Ökostrom-Versorgung reiht sich ein in eine Vielzahl weiterer Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die den Kirchentag zu einer der umweltfreundlichsten Großveranstaltungen machen. Über das Klima- und Umweltschutzengagement des Kirchentags haben wir mit Dr. Jörg Kopecz, einem der drei Geschäftsführer, gesprochen.

Umwelt- und Klimaschutz sind für die Evangelische Kirche in Deutschland schon seit vielen Jahren wichtige Anliegen. Welche Rolle spielen diese Themen bei der Organisation des Kirchentags als mehrtägiger Mammutveranstaltung?
Das Thema nachhaltig und umweltverträgliches Wirtschaften ist ein zentrales Anliegen des Kirchentages. Deswegen findet es auch im Tagesgeschäft große Beachtung: So ist die Kirchentagsorganisation selber EMAS zertifiziert und berücksichtigt dies in allen Aspekten der Vorbereitung: beim Einkauf werden ökofaire Produkte bevorzugt, in Ausschreibungen größerer Vorhaben sind ökologische und faire Produktionsstandards (z.B. GOTS bei Kleidungsstücken) Inhalt der Anforderungen. Für Reisen der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen wird der ÖPNV und die Bahn bevorzugt. Wir erstellen Ökobilanzen unseres Papierverbrauchs, Energieverbrauchs und Wasserverbrauchs. die Verpflegung der Mitarbeiter und Helfer basiert auf regionalen und wenn immer mögliche auf ökofairen Produkten. Für die Durchführung des Kirchentages selbst werden wo immer möglich umweltfreundliche Verfahren und Produkte eingesetzt. Ergänzend versuchen wir einer Stadt alternative Konzepte mitzugeben, wie zum Beispiel Logistik mit Hilfe von Lastenfahrrädern oder Leihfahrräder zur kurzfristigen Mobilität: der Kirchentag hat ca 1.000 Leihräder, die für Besucher zur Verfügung stehen.

Der Kirchentag findet alle zwei Jahre in einer anderen Großstadt statt. Heißt auch für alle Maßnahmen rund ums Thema Nachhaltigkeit: andere lokale Gegebenheiten, neue Ansprechpartner, neue Anforderungen. Wie stellt sich die Kirchentags-Geschäftsstelle darauf ein?
Zu Beginn einer jeden Vorbereitungsphase erfolgt eine Bestandsaufnahme der regionalen Gegebenheiten und Möglichkeiten. So nehmen wir z.B. Kontakt zu regionalen ökologischen Landbaustellen auf, suchen Kontakt zu Hotels, die Umweltprogramme implementiert haben wie z.B. unser langjähriger Partner Maritim. Mit unserem eigenen Umweltteam erfolgt dann nach ca. einem halben Jahr eine Bestandsaufnahme und eine erste Ideen-Sammlung. Hier für Stuttgart setzen wir u.a. mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt erstmals mobile Komposttoiletten ein. Im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplan des Bundesverkehrsministeriums werden wir unseren Fahrdienst für Menschen mit Behinderung erweitern um eine emissionsfreie Alternative mit Fahrradrikschas, die zum Teil auch für Rollstühle geeignet sind. Wie viele andere Umweltprojekte hat sich auch das Gläserne Restaurants für Erwachsene und für Kinder bewährt und etabliert, inkl. eigener Kochbücher, einer App und Mitmach Aktionen.

Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag. Haben Sie schon Ideen oder Projekte, um den nächsten Kirchentag noch nachhaltiger zu gestalten?
Wie gesagt haben wir natürlich erste Ideen, aber wir lassen uns hier die oben genannte Zeit um uns auf lokale neue Gegebenheiten einzustellen. Und nun kommt erst einmal der Stuttgarter Kirchentag, der unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert. Ich bin sicher, dass sich auch in Berlin besondere Aktivitäten und Chancen ergeben werden, um ein weiteres Mal ein Ausrufezeichen für die Umwelt und für eine umwelt-schonende Großveranstaltung setzen zu können.

Tim Loppe
Tim Loppe
loppe@naturstrom.de

ist seit April 2010 Pressesprecher bei NATURSTROM. Entdeckte die Energiewende in seiner Zeit bei einer Düsseldorfer PR-Agentur für sich. Zuvor hatte der promovierte Germanist an den Universitäten Düsseldorf und Münster im Bereich Sprachwissenschaften gelehrt. E-Mail

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