Unser Energiewende-Turbo: die NaturEnergy

Wir liefern nicht einfach Ökostrom, wir bringen ganz real die Energiewende voran – das ist seit jeher unser Anspruch bei naturstrom. Um auch in Zukunft einen möglichst großen Impact zu erzielen, setzen wir nun die NaturEnergy aufs Gleis. Hier erfahrt Ihr, was die NaturEnergy macht und welche Ziele sie gemeinsam mit naturstrom verfolgt.

Zu einem Ökostromtarif zu wechseln bringt eigentlich nur dann etwas, wenn der Ökostromanbieter verpflichtend und transparent in neue Windenergie-, Solar- oder andere Ökostromanlagen investiert. Das machen wir bei naturstrom, seit wir Anfang 1999 die ersten Kilowattstunden an unsere Kund:innen geliefert haben.

Um möglichst viel für die Energiewende zu bewirken, sind wir immer mit der Zeit gegangen: Um die Jahrtausendwende herum haben wir die Installation vieler kleiner Solaranlagen ermöglicht. Ganz einfach, weil die Anlagen damals noch sehr teuer waren, die Massenfertigung noch mehr oder weniger Zukunftsmusik und somit jede Unterstützung wichtig war. Heute können wir an anderer Stelle mehr bewirken: naturstrom projektiert, errichtet und betreibt Solar- und Windparks, an denen sich in vielen Fällen Bürger:innen finanziell beteiligen können. Auf der naturstrom-Website haben wir viele Beispiele hierfür zusammengetragen. In den letzten zehn Jahren wurden so etwa 300 Mio. Euro investiert.

Der Markt wandelt sich

Nun ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und die bisherigen Aktivitäten noch eine Nummer größer zu denken. Wieso? Erstens, weil die Energiewende mehr Tempo braucht: Die Bundesregierung hat völlig zurecht die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren bis 2030 deutlich erhöht. Allerdings: Papier ist geduldig und mit einem ambitionierten Ziel ist noch lange nicht gesichert, dass es auch erreicht wird. Damit das gelingt, müssen sich alle noch mehr reinhängen – also auch wir. Zweitens, weil wir Vielfalt wichtig finden: Seit ein paar Jahren drängen auch die Großkonzerne des fossilen Zeitalters in den Markt der Erneuerbaren Energien, kaufen Projektrechte und Anlagen auf, manchmal auch ganze Firmen. Wir wollen nicht den Mineralöl-Milliardären und Kohlekonzernen das Feld überlassen. Wind- und Solarprojekte von Mittelständlern, die mit den Kommunen und Bürger:innen vor Ort auf Augenhöhe agieren, haben absolut ihre Berechtigung, finden wir.

Neue Herausforderungen – neue Lösungen

Um künftig spürbar mehr Solar- und Windenergieanlagen ans Netz zu bringen, haben wir vor knapp zwei Jahren die NaturEnergy als zunächst hundertprozentige Tochter der naturstrom AG gegründet. Sie hat aus dem naturstrom-Geschäftsbereich Energieerzeugung alle Aufgaben rund um die Betriebsführung von Erzeugungsanlagen übernommen und investiert direkt und indirekt über Beteiligungsgesellschaften in neue Ökostromanlagen. Auch weitere Leistungen rund um den Bau und Betrieb von Wind- und Solarparks bietet die NaturEnergy an.

Allein in diesem Jahr wird die NaturEnergy fünf Solarparks mit einer Leistung von zusammen 55 Megawatt in ihr Portfolio übernehmen. Zuletzt ging beispielsweise in Lüttow-Valluhn ein Park mit 14 MW ans Netz, an dem die Standortkommune auf gleich mehrfache Weisen profitiert. Die Stromerzeugung dieser Anlagen entspricht dem Jahresbedarf von rund 17.500 durchschnittlichen Dreipersonenhaushalten. Und auch für die nächsten Jahre ist die Projektpipeline bereits gut gefüllt.

Um mehr für die Energiewende bewegen zu können, soll sich die NaturEnergy Stück für Stück verselbständigen und neue Anteilseigner aufnehmen. Denn je mehr Menschen und auch Unternehmen sich als Aktionär:innen an der NaturEnergy beteiligen, desto mehr Geld hat sie zur Realisierung ihrer Projekte zur Verfügung. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die Hauptversammlung der naturstrom AG Ende August 2022 beschlossen: Im Rahmen einer Sachdividende erhalten alle Aktionär:innen der naturstrom AG für jede ihrer Aktien eine Aktie der NaturEnergy. So erhält die NaturEnergy auf einen Schlag mehr als 1.600 Aktionär:innen und der Anteil der naturstrom AG an der NaturEnergy sinkt auf 75,6 Prozent.

Kapitalerhöhung geplant

Außerdem ist für Ende 2022 eine Kapitalerhöhung geplant, das heißt die Ausgabe neuer Aktien. In den Folgejahren soll es dann weitere Kapitalerhöhungen geben, um den Bau weiterer Ökostromanlagen zu finanzieren. Darüber hinaus wird es wie auch bisher immer wieder die Möglichkeit geben, in einzelne Anlagen zu investieren. Es lohnt sich also, immer mal wieder auf der NaturEnergy-Website vorbeizuschauen oder sich am besten gleich für den Newsletter anzumelden.

Klar ist: Neue Aktionär:innen, die sich an der NaturEnergy beteiligen wollen, sollten die Werte teilen, die in der naturstrom-Familie gelten: Im Mittelpunkt steht der Auftrag, die Energiewende voranzubringen – dezentral und mit den Bürger:innen. Um diesen Auftrag zu erfüllen, ist natürlich eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung nötig, es geht aber nicht um kurzfristige Gewinnmaximierung und möglichst hohe Dividenden. Jahresabschlüsse werden absehbar im Unternehmen verbleiben, um dessen weitere Entwicklung und den Bau neuer Anlagen anzuschieben. naturstrom wird übrigens auch langfristig an der NaturEnergy als größter Aktionär beteiligt bleiben, schließlich arbeiten beide Unternehmen Hand in Hand.

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Tim Loppe
loppe@naturstrom.de

ist seit April 2010 Pressesprecher bei naturstrom. Entdeckte die Energiewende in seiner Zeit bei einer Düsseldorfer PR-Agentur für sich. Zuvor hatte der promovierte Germanist an den Universitäten Düsseldorf und Münster im Bereich Sprachwissenschaften gelehrt. E-Mail

4 Kommentare
  • Dieter Donner
    Gepostet um 10:53h, 07 Oktober Antworten

    Guten Tag,

    mich interessiert, ob es eine Möglichkeit für private PV-Anlagen-Betreiber gibt, sich mit Naturstrom zu einem Verbund von Öko-Strom-Produzenten z.b. als Genossenschft zusammenzu schließen und den sog. Big-Playern
    mal tatsächlich das „Fürchten“ zu lehren. Wir könnten ja dann auch darauf hinwirken vorzugsweise Privathaushalte
    zu „verbünftigen“ priesen zu versorgen, statt uns in die akteull doch seltsam spekulativ getriebenen und poltisch motivierten Oligopol-Preisdiktate zu „Fügen“.?
    Ein kurioser, naiver Gedanke oder doch eine Zkunftscision, für die es zu kämpfen lohnt? Beste Grüße Dieter Donner

    • Tim Loppe
      Gepostet um 08:55h, 10 Oktober

      Hallo Herr Donner, so kurios ist der Gedanke ja gar nicht, eigentlich ist er sogar recht naheliegend. Der Aufkauf von (Rest)Strommengen aus kleinen PV-Anlagen und die Weiterlieferung an unsere Kund:innen lohnt sich allerdings derzeit noch nicht. Das liegt v. a. an den Fixkosten, die im Rahmen der Stromvermarktung entstehen. Die sind nun einmal vorhanden, unabhängig davon, ob wir 10 Mio. Kilowattstunden aus einem Wind- oder Solarpark abnehmen und an unsere Kund:innen liefern, oder ob es 2.000 kWh Netzeinspeisung aus einer Einfamilienhaus-PV-Anlage mit anteiligem Eigenverbrauch sind. Kurzfristig kommen wir da also leider nicht zusammen. Mittelfristig hoffen wir auf einen vereinfachten regulatorischen Rahmen der Direktvermarktung, der auch eine Vermarktung von Strommengen aus kleineren Anlagen ermöglicht. Wir bleiben jedenfalls am Ball! Beste Grüße, Tim Loppe

  • Distler Alfred
    Gepostet um 15:21h, 26 Oktober Antworten

    Hallo Tim,

    ich finde es ist absolut nötig die erneuerbaren Energien auszubauen, habe aber auch gewisse Bedenken. Bei den Biogas Anlagen
    wurde einst die Höchstleistung gedeckelt, u. a. mit der Begründung: der Agrarflächen Verbrauch wäre zu hoch.
    Die Agrarflächen sind aber immer noch da und jederzeit anderweitig nutzbar.
    Bei der Art Photovoltaik Anlagen zu bauen wie es derzeit geschieht sind die Agrarflächen weg. Wenn wir unsere guten Äcker mit
    Paneels zupflastern, was essen wir in in paar Jahren? Warum wird nicht mehr auf Agri Photovoltaik gesetzt?
    Wahrscheinlich weil sich das ganze erst viel später amortisiert?

    • Tim Loppe
      Gepostet um 16:59h, 27 Oktober

      Hallo Alfred,

      du vermutest grundsätzlich richtig. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme war 2020 in einer Analyse zu folgendem Schluss gekommen: „Im Ergebnis sind die Kosten für die Produktion von Strom im Ackerbau über eine Laufzeit von 20 Jahren mit Stromgestehungskosten von durchschnittlich 8,15 Eurocent pro kWh um etwa 50 Prozent höher als die bei einer durchschnittlichen PV-FFA […].“ (Quelle: https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/APV-Leitfaden.pdf, S. 35)

      50 Prozent höhere Kosten sind natürlich ein Wort, weswegen Agri-Photovoltaik derzeit quasi ausschließlich im Rahmen gesondert geförderter Innovationsprojekte umgesetzt wird. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell sich das ändern kann – die obige Analyse ist ja aus „Vorkrisen-Zeiten“, die dort genannten Stromgestehungskosten sind aufgrund massiver Kostensteigerungen der benötigen Komponenten weder für normale noch für Agri-PV-Anlagen zu halten.

      Bei der Flächenkulisse normaler Solarparks wird ja übrigens darauf geachtet, die Anlagen nicht unbedingt auf den besten Kartoffelacker zu setzen – etwas salopp gesagt. Nicht umsonst siehst du häufig Solarparks entlang von Gleisen oder Autobahnen. Das liegt daran, dass PV-Anlagen lediglich in einem Randstreifen von 200 m entlang solcher Verkehrswege eine EEG-Einspeisevergütung erhalten können. Außerdem gibt es bspw. noch die sogenannten Konversionsflächen, die aufgrund früherer gewerblicher oder militärischer Nutzung und damit einhergehender Rückstände im Boden nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sind. Unser Solarpark Henschleben mit Stromspeicher ist z. B. auf einer ehemaligen Deponie entstanden, die wir hierfür rekultiviert haben: https://www.naturstrom.de/ueber-uns/presse/news-detail/naturstrom-finalisiert-ersten-solarpark-mit-stromspeicher. Und den Solarpark Uttenreuth haben wir auf der Fläche eines ehematigen Munitionsdepots gebaut: https://www.naturstrom.de/ueber-uns/presse/news-detail/sonnenenergie-auf-ehemaligem-waffendepot.

      Viele Grüße
      Tim

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