Fassadengrün

Es werde grün! – Vorteile von Dach- und Fassadenbegrünung in Zeiten des Klimawandels

Die Begrünung von Wänden und Dächern ist nicht nur was fürs Auge. Sie leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Klimafolgenanpassung. So bieten bepflanzte Gebäudeflächen zusätzliche Wasserspeicher, die einerseits Starkregenfolgen abmildern und anderseits an heißen Tagen Kühle und Feuchtigkeit spenden. Im Grün finden außerdem verschiedenste Tiere Wohnraum, wodurch Hauseigentümer direkt den Artenschutz vorantreiben. Neben den Bewohner:innen profitieren im Hochsommer außerdem auch Photovoltaikanlagen von der kühlenden Wirkung. Grund genug sich die verschiedenen Begrünungsarten und ihre Vorteile mal genauer anzuschauen.

Der Klimawandel ist da und mit ihm kommen – wie wir in den letzten Jahren auch in Deutschland sehen mussten – mehr und mehr Extremwetterereignisse, auf die wir uns, unsere Häuser und Städte vorbereiten müssen. Die Möglichkeiten zur Klimafolgenanpassung sind zahlreich, aber viele Maßnahmen liegen nicht in den Händen der Verbraucher:innen sondern bei Bund, Land und Kommunen. Eine Ausnahme stellt hierbei allerdings die Begrünung der eigenen vier Wände und Dächer dar, die in den letzten Jahren – nicht nur im Neubau – immer beliebter geworden ist.

Die Möglichkeiten das Eigenheim durch Bepflanzung fit(ter) für die Zukunft zu machen, reichen von kleineren Maßnahmen, die leicht selbst durchgeführt werden können, bis hin zu Vorhaben, die einer professionellen Begleitung und Durchführung bedürfen.

Eine der einfachsten Möglichkeiten mehr Grün zu wagen, ist die extensive – also nur geringfügige und niedrige – Bepflanzung von flachen Dächern wie Garagen oder Carports. Mit der richtigen Planung kann eine solche Maßnahme sogar mit nur einfachen Mitteln selbst vorgenommen werden, wie die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Website erläutert.

Die intensivere Begrünung von Dächern hingegen, mit ausgedehnten Rasenflächen oder sogar Büschen und Bäumen, ist deutlich komplexer. Bei einer solchen ist es nämlich zwingend notwendig, die Statik des Gebäudes zu überprüfen und gegebenenfalls eine Baugenehmigung einzuholen. Eine intensive Bepflanzung kostet somit zwar deutlich mehr und verursacht zusätzlichen Pflegeaufwand, ist aber auch wirkungsvoller als eine extensive Bepflanzung – nicht zuletzt, weil durch die Maßnahme auch neue Nutzfläche geschaffen wird.

Bei der Fassadenbegrünung unterscheidet man ebenfalls zwei wesentliche Arten der Bepflanzung. Am bekanntesten und am meisten verbreitet ist die bodengebundene Begrünung, bei der die Pflanzen vom Boden aus – mit oder ohne montierter Rankhilfe – die Hauswände erklimmen. Während diese Bepflanzung mit der richtigen Planung für die meisten Eigenheime in Betracht kommt, eignet sich die zweite Herangehensweise, eine Begrünung mittels fertiger Pflanzenmodule, nur in seltenen Fällen für Privatgebäude.

Die Möglichkeiten zur Begrünung sind offenkundig vielfältig. Aber was bringen die Maßnahmen denn überhaupt?

1. Schutz vor Wetter- und Umwelteinflüssen

Einer der größten Vorteile einer begrünten Fassade oder eines Gründachs liegt in der Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Gebäudes gegen verschiedene Umwelteinflüsse. Gerade in zu stark versiegelten Innenstädten bieten begrünte Dächer dringend benötigte Wasserspeicher, die Starkregenfolgen abmindern und an trockenen Tagen Wasser spenden. Außerdem kann eine Fassadenbepflanzung die Hauswand selbst vor Gefahren wie Schlagregen schützen – das macht sie vor allem für die Wetterseite interessant. Ähnliches gilt für Fassaden, die beispielsweise an vielbefahrenen Straßen anliegen, denn dort kann eine Begrünung den Schall schlucken und so zur Lärmminderung im Inneren beitragen. Manche immergrünen Pflanzen – wie Efeu – binden außerdem Feinstaub und verringern so zusätzlich die Luftbelastung in der näheren Umgebung.

2. Dämmende Wirkung der Bepflanzung

Angesichts stetig steigender Temperaturen sind Begrünungsmaßnahmen vor allem wegen ihrer kühlenden Wirkung nicht zu unterschätzen. Während Klimaanlagen und Ventilatoren wahre Stromfresser sind, kühlt die Bepflanzung von Dächern und Fassaden sowohl im Inneren als auch um das Haus herum ganz natürlich durch Verschattung und Verdunstung. Für die Bewohner:innen hat eine Bepflanzung einen ganz praktischen Nutzen, denn das Grün am Haus kühlt im Hochsommer und fungiert im Winter als zusätzliche Dämmung, wodurch weniger geheizt werden muss.

3. Dachbegrünung unterstützt Solarnutzung

Dass aus einer Dachbegrünung nicht nur menschliche und tierische Bewohner ihren Nutzen ziehen, zeigt sich beispielhaft an einem NATURSTROM-Projekt in Berlin-Friedrichshain. Dort versorgt die Photovoltaikanlage die Mieter:innen mit nachhaltigem Strom vom eigenen Dach, das zusätzlich mit Sukkulenten bepflanzt wurde. Gerade im Sommer profitieren die Solarmodule sehr vom kühlenden Effekt der Begrünung, was ihre Effizienz steigert und es den Kund:innen ermöglicht, umso mehr ökologischen Strom zu beziehen.

NATURSTROM-Solargründach Mieterstrom Haasestraße

Eine Dachbegrünung verträgt sich auch mit Photovoltaik, wie hier beim NATURSTROM-Mieterstromprojekt in der Berliner Haasestraße

4. Stärkung der Artenvielfalt

Gerade in dicht bebauten Innenstädten ist eine zusätzliche Gebäudebegrünung von großem Nutzen für die Umwelt, denn dort fehlen Insekten und anderen Tieren oft die notwendigen Schutzräume. Dach- und Fassadenbepflanzungen bieten eben diese Versteck- und Brutmöglichkeiten und können außerdem als weitere Nahrungsquelle fungieren. Mit nur geringem Mehraufwand kann ein Gebäude durch Bepflanzung die Biodiversität vor Ort stärken und neue Lebensräume schaffen.

5. Es sieht einfach gut aus!

Last but not least sieht ein begrüntes Gebäude auch für Menschen schlicht ansprechender aus als eine verputzte Wand oder gar ein karges Flachdach. Die Maßnahme geht also auch mit einer ästhetischen Aufwertung einher. Nicht zuletzt bieten Begrünungsmaßnahmen aber auch die Chance das Stadtbild zum Besseren zu verändern: weg von den grauen und eintönigen Häuserkluften aus Stein und Beton hin zu einem schöneren und ökologischeren Lebensraum für alle.

 

Ganz klar: Beim Thema Gebäudebegrünung gehen Umwelt- und Klimaschutz Hand in Hand. Gerade Beispiele wie in Friedrichshain verdeutlichen, wie zukunftsweisend Dach- und Fassadenbepflanzungen sind. Die vielen Vorteile und nicht zuletzt Synergieeffekte im Zusammenhang mit Solaranlagen zeigen auf, warum die Gebäude der Zukunft grüner und grüner werden müssen.

Mehr Informationen zum Thema und Tipps zur Umsetzung von Begrünungsmaßnahmen gibt es auf der Projektseite „Mehr Grün am Haus“ der Verbraucherzentrale NRW oder beim Bundesverband GebäudeGrün e.V.

NATURSTROM Team
onlinemarketing@naturstrom.de

Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

1 Kommentar
  • Peter Mießl
    Gepostet um 16:11h, 10 Juni Antworten

    Logo, sehr wichtig und richtig. Planen wir, wenn die Kunden mitmachen, seit 40 Jahren, in unserem Architekturbüro.

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