NATURSTROM-Windpark Hüll. (Bild: © NATURSTROM AG)

Wie NATURSTROM zu seinem ersten Windpark kam

Anlässlich des 250. Förderprojekts haben wir unsere Foto- und Projektarchive durchforstet. Herausgekommen ist eine Zusammenstellung der schönsten von NATURSTROM geförderten Öko-Kraftwerke, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen. Und, ganz nebenbei, auch eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Energiewende. Hier nun stellen wir unseren ersten eigenen Windpark vor. 

Rund 90 Ökokraftwerke – darunter Windräder, Solar- und Bioenergieanlagen – befinden sich inzwischen im Besitz von NATURSTROM. Ganz besonders beim Ausbau der Windenergie geht es in großen Schritten voran: Dieses Jahr haben wir eine neue 2,3 MW-Anlage in Betrieb genommen, vier weitere Windprojekte mit 16 Einzelanlagen befinden sich derzeit in Nordbayern im Bau und werden in diesem Jahr in Betrieb gehen. Ein gutes Stück Energiewende, das Schritt für Schritt erarbeitet wird.

Über jedes neue Öko-Kraftwerk freuen wir uns, und ganz besonders gefreut haben wir uns vor acht Jahren über unseren ersten Windpark. Im Frühjahr 2007 war es endlich so weit: Inmitten einer flachen Landschaft nahe der Nordsee im nördlichen Niedersachsen entstand der Windpark Hüll. Mit einer installierten Leistung von jeweils zwei Megawatt und einer Gesamthöhe von 100 Metern können die beiden Anlagen rein rechnerisch rund 2.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen.

Der Initialfunke entstand, wie sehr häufig bei Energiewende-Projekten, direkt vor Ort: Schon Anfang der 90er Jahre kam bei einigen Landwirten der Umgebung und Mitarbeitern des Tagungs- und Bildungszentrums ABC der Wunsch auf, das vorhandene sehr gute Windpotenzial vor Ort zu nutzen. Erste Planungen wurden in Gang gesetzt, gerieten jedoch immer wieder ins Stocken. Neuer Schwung kam mit dem Engagement der Firma ökoplan energielösung in das Projekt. Nachdem sie einige Probleme aus dem Weg geräumt hatten, erhielten die Projektpartner im Juni 2005 endlich die Genehmigung für den Bau der beiden Windkraftanlagen.

Zupacken und ziehen hieß es bei der Errichtung des ersten eigenen NATURSTROM-Windparks Hüll. (Bild: © NATURSTROM AG)

Zupacken und ziehen hieß es bei der Errichtung des ersten eigenen NATURSTROM-Windparks Hüll. (Bild: © NATURSTROM AG)

Doch dann wurde der nächste Knüppel in den Weg geworfen: Der regionale Netzbetreiber erklärte ein über 14 Kilometer entferntes Umspannwerk zur einzigen geeigneten Anschlussmöglichkeit. Die hohen Kosten für eine so lange Kabeltrasse hätten das Projekt beinahe zum Scheitern gebracht. Und was nun? NATURSTROM hatte die Projektentwickler bereits seit einiger Zeit unterstützt, wie wir es bei vielen anderen Projekten machen, die von engagierten Bürgern initiiert werden. Nach intensiven Beratungen fiel im Frühjahr 2006 die Entscheidung: NATURSTROM übernimmt das Projekt und wird es für den eigenen Bestand realisieren.

Für den Netzanschluss wurde eine für alle Beteiligten zunächst überraschende Lösung gefunden: Der Anschluss sollte über zwei Einspeisepunkte in verschiedene 20-kV-Trassen erfolgen – beide in vertretbar kurzer Entfernung. Ein Gutachten beleuchtete die Sache und kam zu dem Schluss: Ja, das ist machbar! Dennoch stellte sich der Netzbetreiber quer. Sollte das Projekt nun doch scheitern? Nein! Der Netzbetreiber wurde von einem Rechtsanwalt zum Anschluss der Windkraftanlagen aufgefordert. Dabei erwies es sich als klarer Vorteil, dass NATURSTROM das Projekt realisierte, da das Unternehmen anders auftreten konnte als ein Privatinvestor. Wir stellten die Übergabestation auf und setzten den Termin fest – und kamen zu einer Einigung mit dem Netzbetreiber.

Endlich standen die beiden Windräder, und das Happy End wurde mit einem großen Fest gefeiert. Viele freuten sich: Landwirte, Planer, Rechtsanwälte – und Hüller Bürger. Ganz besonders groß war der Andrang bei dem Angebot, eine der Windkraftanlagen hinaufsteigen und den grandiosen Ausblick auf das Kehdinger Land genießen zu dürfen – so groß, dass ein Folgetermin angeboten wurde. Im Gegensatz zu heute war Ökostrom damals noch etwas teurer als Graustrom, doch eine Hüller Seniorin äußerte sich vehement: „Mir ist egal, ob ich zurzeit für Ökostrom ein paar Cent mehr zahle. Ich will keinen Atomstrom mehr!“

Übrigens, in der Ausgabe 3 unseres Magazins „energiezukunft“ vom Herbst 2007 hatten wir den Windpark Hüll ausführlich portraitiert. Wer noch zusätzliche Infos haben oder ein paar nette Fotos von „damals“ anschauen möchte, kann also gerne online im Heft blättern.

Rebecca Raspe
raspe@naturstrom.de

schrieb von 2011 bis Ende 2015 für NATURSTROM als Redakteurin in der Unternehmenskommunikation. Zuvor hat sie als Journalistin für Fachmagazine über Erneuerbare Energien im In- und Ausland berichtet. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig und sie begeistert sich für fortschrittliche Technologien.

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