#hambibleibt (vorerst) – und das feiern 50.000 Menschen

50.000 Menschen haben am Samstag für den Erhalt des Hambacher Waldes demonstriert – und den vorläufigen Rodungsstopp gefeiert. Dabei sah es Mitte letzter Woche noch so aus, als müsse die für Samstag geplante Veranstaltung mit 20.000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern ausfallen. Wir werfen einen Blick auf das hinter uns liegende Auf und Ab der Gefühle und verraten euch, wie es jetzt mit dem Hambacher Wald weitergeht.

Das Ab: Der Vor-Vorabend der Demo

Donnerstagabend, 21 Uhr. Die Polizei Aachen meldet per Pressemitteilung, dass die für Samstag geplante Demo am Hambacher Wald abgesagt ist. Der Grund: Bei den 20.000 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern hätten die Städte Kerpen und Merzenich Sicherheitsbedenken – die Infrastruktur der Kommunen würde einen solchen Ansturm nicht aushalten. Und auch ein Ort für die Demonstration fehle, da sich RWE laut Greenpeace weigere, Flächen zur Verfügung zu stellen.

Auf dem Weg zur Demo.

Auf dem Weg zur Demo. Foto: Clemens Weiß

Der BUND kündigt an, gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben. „Wir werden mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Verfügung vorgehen und unser Recht auf Demonstrationsfreiheit verteidigen. Dabei werden wir auch das Bundesverfassungsgericht anrufen. Wir gehen davon aus, dass wir vor Gericht gewinnen und der Protest stattfindet“, heißt es auf der Website der Organisation.

Das Auf: Der Tag vor der Demo

Und sie behielt Recht: Freitagmittag kippt das Verwaltungsgericht Aachen das Demoverbot der Polizei und beruft sich dabei auf einen Waldspaziergang Ende September, der trotz 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern friedlich und problemlos verlief.

Kurz darauf die nächste frohe Botschaft, die noch eine Schippe drauflegt: Das Oberverwaltungsgericht in Münster beschließt, die Rodungen vorerst auszusetzen, „bis über die Klage des BUND NRW gegen den Hauptbetriebsplan 2018 bis 2020 für den Braunkohletagebau Hambach entschieden ist“. Eine fantastische Grundlage für die am kommenden Tag stattfindende Demonstration.

Der Tag der Demo

Mit dem Donk-EE unterwegs zum Hambacher Wald

Mit dem Donk-EE unterwegs zum Hambacher Wald. Foto: privat

Samstagmorgen, zehn Uhr. Am Düsseldorfer NATURSTROM-Büro trifft sich ein Reisebus voll motivierter NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, um sich gemeinsam gen Buir aufzumachen. Im Gepäck: Fahnen, Infomaterial und jede Menge Kampfgeist.

Und auch in unserem Kölner Laden passiert zur gleichen Zeit etwas: Ganz nach dem Motto „Radeln statt roden“ macht sich eine Gruppe passionierter Radler mit dem Drahtesel auf den Weg Richtung Demonstration. Wer darf da auf keinen Fall fehlen? Natürlich unsere Donk-EEs. Es folgt eine Fahrradtour, die so schnell niemand vergisst, denn auch das Wetter spielt mit. Kein Wunder also, dass sich bald andere Radfahrer unserer Truppe anschließen, sodass wir mit 40 Rädern locker als geschlossener Verband gelten. Bedeutet: Nebeneinander auf der Straße fahren ist genauso erlaubt wie in einem Rutsch über die Ampel fahren. Was für ein Gefühl!

12:30 Uhr Ortszeit: Mit leichter Verspätung kommt endlich auch die Bus-Reisegruppe an. Mitten auf der letzten großen Kreuzung im Feld fallen sich Düsseldorfer und Kölner Kolleginnen und Kollegen in die Arme. Jetzt kann’s losgehen!

50.000 Menschen feiern den vorläufigen Rodungsstopp

50.000 Menschen feiern den vorläufigen Rodungsstopp. Foto: NATURSTROM AG

Nach einem 5.000-10.000 Schritte Marsch (je nachdem, welchen Schrittzähler man fragt) erreichen wir den Acker, auf der Bühne ist schon gut was los. Revolverheld sorgt für Stimmung und vereint Generationen von Demonstranten, die für dasselbe Ziel kämpfen: eine sichere und vor allem zukunftsträchtige Energieversorgung, die nicht gegen die Natur arbeitet, sondern im Einklang mit ihr steht. Zugegeben: Das Ganze hat schon mehr Festival- als Demonstrationscharakter. Aber das ist okay – schließlich hatten wir auch was zu feiern!

Und wie geht’s jetzt weiter? Fakt ist: Solange eine Entscheidung in Sachen BUND NRW gegen gegen den Tagebau Hambach aussteht, stehen die Bagger im Hambacher Wald erst einmal still – und das für Monate, wenn nicht sogar Jahre. Und auch ein Blick rüber nach Berlin lohnt sich, wo die Kohlekommission noch dieses Jahr einen Fahrplan in Sachen Kohleausstieg vorlegen soll. Wir hoffen, dass das Urteil von Freitag ein erster Schritt in die richtige Richtung war.

Möchtest auch du den BUND NRW bei seinem juristischen Kampf unterstützen und gleichzeitig Freunde und Verwandte dazu ermutigen, ein Zeichen gegen Kohleverstromung zu setzen? Im Rahmen unseres Kunden-werben-Kunden-Programms gibt es gerade für jede erfolgreiche Empfehlung von naturstrom und naturstrom biogas einen 30 Euro Rechnungsgutschrift für den Werber, 30 Euro Startguthaben für jeden Geworbenen und 30 Euro für den BUND NRW, der sich auf dem Rechtsweg für den Erhalt des Hambacher Forstes einsetzt. Mehr Informationen findest du hier: www.naturstrom.de/stattkohle.

Dominique Czech
Dominique Czech
dominique.czech@naturstrom.de
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