Elektro-CarSharing mit naturstrom |  NATURSTROM Blog
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Elektroautos fahren macht Spaß – das zeigt die hohe Nachfrage im CarSharing-Projekt Renningen. Einmal ausprobiert, möchten die meisten Nutzer regelmäßig Stromer fahren. Mit naturstrom betrieben, sind die Fahrzeuge zudem sehr klimafreundlich. (Bild: © Ökostadt Renningen e.V.)

Elektro-CarSharing mit naturstrom

In Renningen, westlich von Stuttgart, betreibt der gemeinnützige Verein Ökostadt Renningen e.V. seit über 20 Jahren ein lokales CarSharing-Angebot. Hier teilt man sich Autos mit sauberem naturstrom. Neben Umweltschutz steht der Fun-Faktor im Vordergrund: Die meisten Nutzer möchten nach der ersten Erfahrung mit den Stromern so oft wie möglich wieder elektrisch fahren.

Dinge teilen oder tauschen statt zu kaufen – die Idee der so genannten „shared economy“ ist alles andere als neu. Sie erlebt aber derzeit in vielen Bereichen eine ungeahnte Renaissance. Ein Vorteil: Durch die Nutzung bestimmter Güter durch viele Menschen lassen sich Ressourcen sparen. So auch beim Auto: Vielleicht braucht ja nicht jeder Haushalt zwei Autos, vielleicht reicht vielmehr mancherorts ein Auto für fünf Haushalte? Bereits vor 27 Jahren startete das erste deutsche CarSharing-System in Berlin. Seitdem steigt die Nutzerzahl kontinuierlich. Vor allem in jüngster Zeit erfreut sich das Konzept des Auto-Teilens immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Menschen entscheiden sich, auf ein eigenes Fahrzeug zu verzichten. Nach Angaben des Bundesverbands CarSharing (bcs) gab es zu Jahresbeginn in 490 Städten entsprechende Angebote, die von über einer Million Fahrberechtigten genutzt werden. Damit hat sich die Zahl der CarSharing-Nutzer binnen drei Jahren mehr als vervierfacht. Eine aktuelle Studie des TÜV Rheinland geht von etwa zwei Millionen Fahrberechtigten im Jahr 2020 aus. Mit politischer Unterstützung und einer stärkeren Vernetzung der bestehenden Angebote – sowohl untereinander als auch mit dem öffentlichen Nahverkehr – könnten es auch bis zu drei Millionen Nutzer werden.

E-CarSharing am besten mit Ökostrom

Abhängig vom Fahrverhalten der Nutzer ersetzt jedes CarSharing-Fahrzeug bis zu zehn private PKW. Entsprechend verringert sich mit wachsender Bereitschaft zum Auto-Teilen die Umweltbelastung durch die Produktion der benötigten Fahrzeuge. Zudem animiert die Nutzung von CarSharing-Angeboten viele Menschen, für andere Fahrten häufiger auf Fahrrad, Bus oder Bahn umzusteigen. Der Verzicht auf private Fahrzeuge führt darüber hinaus zu einem erheblich reduzierten Stellplatzbedarf und trägt somit, besonders in Ballungsgebieten, zu einer spürbaren Entlastung der Parkflächen bei. Ein weiterer großer Schritt zur Entlastung der Umwelt ist, statt Verbrennungsmotoren Elektroautos einzusetzen, die mit sauberem Strom geladen werden. Dann kommt zur Ressourceneinsparung bei der Fahrzeugproduktion noch die bei der Kraftstoffproduktion und -verbrennung hinzu. Einige der derzeit etwa 150 CarSharing-Anbieter integrieren inzwischen vermehrt auch Elektroautos in ihren Fuhrpark. Der Großteil entfällt hier auf die so genannten „free floating“-Angebote der Automobilhersteller: Hier können die Fahrzeuge an einem beliebigen Ort im Stadtgebiet abgestellt und von Anderen dort wieder angemietet werden. Im Gegensatz dazu wird das Leihauto bei stationären Systemen immer am selben Ort abgeholt und nach der Fahrt auch dorthin wieder zurück gebracht.

Die größten Anbieter in Deutschland

So betreibt Citroën mit seinem Dienst Mulitcity in Berlin 300 elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Der Anbieter DriveNow hat im August insgesamt 100 elektrische BMWi3 in Berlin, München und Hamburg in Betrieb genommen. Weitere Fahrzeuge für die Städte Köln und Düsseldorf sollen folgen. Während die Daimler-Tochter car2go erst kürzlich sämtliche Elektro-Smarts aus Berlin zurückzog, betreibt sie in Stuttgart weiterhin die mit 500 Fahrzeugen deutschlandweit größte rein elektrische CarSharing-Flotte. Baden-Württemberg scheint dabei generell ein gutes Pflaster für CarSharing mit Elektroautos zu sein.

CarSharing aus Bürgerhand

In Renningen und Weil der Stadt, gute 20 Kilometer westlich von Stuttgart, betreibt der gemeinnützige Verein Ökostadt Renningen e.V. seit mehr als 20 Jahren ein lokales CarSharing-Angebot mit aktuell 460 Fahrberechtigten. Auch hier werden nun sukzessive Elektrofahrzeuge eingesetzt. Im Oktober 2012 wurde der erste Elektro-Smart in Dienst gestellt – und damit sogar einen Monat früher als die elektrischen car2go-Fahrzeuge in der benachbarten Landeshauptstadt. Inzwischen fahren bereits sechs der insgesamt 23 Fahrzeuge rein elektrisch. Für die Zukunft ist die Anschaffung von vier weiteren Elektroautos geplant. Dann soll es auch neun Ladestationen geben. Warum die Autos dabei mit naturstrom fahren, liegt für Jochen Breutner, den Vorsitzenden von Ökostadt Renningen, auf der Hand: „Unser Verein verfolgt das Ziel, im privaten wie im öffentlichen Leben zur Vermeidung von Umweltschäden beizutragen. Dies erreichen wir nur, wenn unsere Elektrofahrzeuge konsequent sauberen Strom laden.“ So sorgen die Renninger CarSharer nicht nur für den umweltfreundlichen Betrieb ihrer Elektroautos; mit jedem gefahrenen Kilometer fördern Sie auch den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Hohe Akzeptanz nach anfänglichen Bedenken

Bei einigen Teilnehmern des Renninger CarSharings gab es zunächst Bedenken gegenüber den neuen Elektroautos. Vor allem bezüglich der vergleichsweise kurzen Reichweite. Doch diese konnten schnell abgelegt werden. „Die meisten Fahrten während einer Anmietung sind kürzer als 50 Kilometer, die Reichweite der Fahrzeuge liegt deutlich darüber“, so Breutner. Kein Wunder, dass die meisten Nutzer nach der ersten Erfahrung mit den Stromern so oft wie möglich wieder elektrisch fahren möchten. Im vergangenen Jahr waren die Elektro-Smarts in Renningen sogar die Autos mit den meisten Anmietungen. Für den Verein selbst hat sich mit den Elektroautos kaum etwas geändert. Nur die Einführung dauert etwas länger, da einige Nutzer zunächst noch unsicher sind und sich die neuen Fahrzeuge ausführlich erklären lassen. Die wohl wichtigste Änderung ist aber, dass Renningen von Jahr zu Jahr sauberer unterwegs ist.

Autor: Philip Schwieger, Projektmanager Elektromobilität

NATURSTROM Team
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