Mit dem Bullit durch Düsseldorf: Ein e-Lastenrad im Praxistest

Lastenrad vor Düsseldorfer Skyline

Mit dem Lastenrad durch Düsseldorf: unser Kollege Frank hat das einmal drei Tage lang getestet.

Lastenräder können im urbanen Raum einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende leisten, wenn sie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb ersetzen. Ob man nun die Kinder in die KiTa oder den Wocheneinkauf nach Hause transportieren will, oder als Kurier arbeitet – so ein Lastenrad kann vielfältig eingesetzt werden. Aber wie schlägt sich es sich eigentlich im Alltag? NATURSTROM-Mitarbeiter Frank Seifert hat für uns das e-Lastenrad Bullit getestet.

Im „Kofferraum“ des Bullit gibt es jede Menge Stauraum.

Ich mache den Praxistest! Drei Tage mit dem Bullit durch Düsseldorf.

Nach einer Runde auf dem Firmengelände und Tipps vom Kollegen Lars („Blick zum Horizont, nicht auf die Straße“) geht es in den Feierabendverkehr auf den 12 Kilometer langen Heimweg. Die Distanz ist kein Problem, ich fahre auch sonst so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit. Im Gegensatz zu meinem Privatrad ist das Bullit ein e-Lastenrad und unterstützt mich bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Schnell ist klar: Mit einem (gewöhnlichen) Fahrrad hat das Lastenrad wenig gemeinsam.

Die ersten 2,3 Kilometer sind ungewohnt und fühlen sich etwas unsicher an, die Lenkung ist im Vergleich mit einem „normalen“ Fahrrad ziemlich indirekt und durch die Länge des Radstandes vergehen gefühlt einige Meter, bis das Gefährt reagiert.

Dank Elektrounterstützung komme ich gut vom Fleck und fließe schnell im Stadtverkehr mit, auch bei Geschwindigkeiten von mehr als  30 Kilometer pro Stunde liegt das Rad sicher auf der Straße. Obwohl ich mehrere Tausend Kilometer Fahrrad im Jahr fahre, wird es mit dem Lastenrad immer dann unangenehm, wenn Autofahrer keinen seitlichen Abstand einhalten oder Straßenbahnschienen zu überqueren sind. Auch enge Kurven gehören nicht zu den Stärken des Bullits. Der Wendekreis ist gigantisch, ein Auto ist da – zumindest gefühlt – handlicher.

Gut 25 Minuten später biege ich in meine Wohnstraße ein und will das Rad parken. Aber wo schließe ich es an? Um es „mal eben“ an einer Laterne etc. anzuschließen, ist es viel zu groß. Der Kinderwagen hätte auf unseren schmalen Gehwegen keine Chance mehr durchzukommen. Also geht es erstmal in den Hof. Millimeterarbeit, das recht lange Rad durch die Tür zu fädeln.

Das Lastenrad als Lastenesel: Großeinkauf mit dem Bullit

Einige Hürden sind auch für den Bullit unüberwindbar: durch den schmalen Bahnübergang kommt man mit dem Lastenrad leider nicht.

Am Samstagmorgen fahre ich 25 Kilometer über Land zu meinem Stamm-Hofladen für den wöchentlichen Großeinkauf. Der Weg dahin: völlig entspannt. Nach der Fahrt gestern Abend fühle ich mich auf dem Bullit pudelwohl, unterwegs gibt es kaum Verkehr und trotz des Regens komme ich gut gelaunt an. Der Wocheneinkauf passt problemlos in die wasserdichte Kiste. Auch Getränkekisten passen hier hinein. Auf dem Hof werde ich mehrfach auf das Rad angesprochen. Es erzeugt auf jeden Fall Aufmerksamkeit.

Der Rückweg mit dem vollbeladenen e-Lastenrad verläuft zunächst völlig problemlos. Dann bereitet mir aber doch eine Baustelle Mühe: Der eigentliche Bahnübergang ist für Autos gesperrt. Fußgänger können durch das Gleisbett laufen. Ein normales Fahrrad würde ich jetzt tragen, mit dem Bullit geht das nicht. Der nächste Bahnübergang: Keine Baustelle, dafür eine Schikane, so dass Radfahrer auch brav absteigen müssen. Und diese ist viel zu eng, ich komme mit dem Bullit nicht durch. Umweg: 5 km und 20 Minuten Zeit.

Fazit: 100 Punkte für das Lastenrad, Punktabzug im Praxistest

Mit einem Lastenrad entfällt die Fahrt zur Tankstelle – außer zum Luft – und Kaffee tanken…

Das von mir getestete Modell ist für viele private Anwendungsfälle sehr gut geeignet, auch wenn man den Platzbedarf und den Wendekreis mitberücksichtigt. Obwohl das Rad nicht gefedert ist, klappert und rappelt (außer der Transportkiste) nichts. Die Reifen dämpfen sehr gut und die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau. Die 4-Kolben-Scheibenbremse hat auch mit dem vollbeladenen Rad keine Mühe.

Der extrem teure Shimano-Steps-Antrieb arbeitet grandios. Links am Lenker wird die Motorunterstützung gewählt, rechts wird – elektrisch – geschaltet. Acht Gänge und ein Automatikmodus stehen zur Verfügung, die Schaltzeiten sind kaum spürbar. Das passt insgesamt sehr gut zu dem Rad und macht es sehr bequem fahrbar, auch wenn die e-Unterstützung ausgeschaltet wird. Der Akku hat hier im Test ca. 80 Kilometer ohne Nachladen gehalten – eine ordentliche Leistung.

Am Montagmorgen bin ich daher auch traurig, als ich das Rad zurückgeben zu muss. Es macht einfach Spaß, hat einen hohen Nutzwert, es ist schnell und vor allem: Es ist, mit naturstrom im Tank, sauber. Wenn es ein bisschen günstiger wäre, würde ich es mir kaufen und sofort das Auto abmelden! Mein normales Rad kann es nicht ersetzen, mein Auto aber schon.

Autor: Frank Seifert, Online-Marketing-Manager

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