Photovoltaik: Schluss mit den Mythen – her mit den Fakten!

Rund 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen produzieren mittlerweile deutschlandweit sauberen Strom. Sonnenstrom ist eine echte Erfolgsgeschichte. Umso erstaunlicher, dass sich immer noch etliche Mythen rund um die Photovoltaik ranken. Hier im Blog benennen wir sie nicht nur, wir entkräften sie auch gleich.

Innerhalb von zehn Jahren ist die Bruttostromerzeugung aus Photovoltaikanlagen von 3,1 Milliarden Kilowattstunden auf knapp 40 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Bereits Ende der 1950er Jahre wurden erste mit Solarzellen ausgestattete Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Seitdem hat sich einiges getan – doch Vorurteile und längst veraltete Fakten aus vergangenen Jahrzehnten halten sich immer noch hartnäckig.

Die Sache mit der Effizienz

Eines dieser Vorurteile: Die Effizienz der Solarmodule hängt davon ab, dass es draußen warm ist. Kritiker folgern hieraus, dass sich Sonnenstrom nur in südlichen Gefilden lohne. Richtig ist aber: Die Außentemperatur hat kaum Einfluss auf den Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen, bei zu großer Hitze kann er sogar leicht sinken. Entscheidend ist die Anzahl der tatsächlichen Sonnenstunden. Obwohl diese in den Sommermonaten höher sind, wird trotz geringerer Sonneneinstrahlung in den Monaten April und Mai im Durchschnitt etwa gleich viel Strom produziert.

Was tatsächlich die Leistung der Solarmodule beeinträchtigt, sie allerdings NICHT wirkungslos macht, ist ein bewölkter Himmel. Die Sonnenstrahlen erreichen die Module nicht mit voller Stärke, sondern in abgeschwächter Form, als sogenannte diffuse Strahlen – welche sich dennoch, zur Stromerzeugung eignen.

Mit der passenden Ausrichtig der Photovoltaikanlage lässt sich die Stromerzeugung oder der Eigenverbrauchsanteil optimieren. Eine Anlage in Süd-Ausrichtung bekommt im Tagesverlauf die meiste Sonne ab und liefert somit die höchsten Erträge. Aber auch auf Dächern mit Ost-West-Ausrichtung lohnen sich mittlerweile Solaranlagen. Sie produzieren zwar weniger Strom zur Mittagszeit, dafür aber mehr in den Morgen- und Abendstunden. Unter dem Strich ist der Ertrag niedriger als bei Anlagen mit Südausrichtung, dafür ist aber der Anteil des Stroms, der direkt im Haus verbraucht werden kann, höher – vorausgesetzt, die Hausbewohner sind mittags meist unterwegs.

Solarmodule zur Gewinnung von Sonnenstrom. © Pixabay

Lohnt sich Photovoltaik überhaupt?

Unser Haus hat die richtige Ausrichtung, das Dach die korrekte Neigung, die installierte Leistung entspricht der gewünschten Kapazität – aber lohnt sich die Installation einer Photovoltaikanlage wirklich für jedermann?

In den letzten Jahren sanken die Herstellungskosten der Module rapide – dem technischen Fortschritt und Mengeneffekten sei Dank. Daraus ergibt sich gleichzeitig eine Kostensenkung der Systempreise, die neben den Modulen auch die Wechselrichter, Halterungen und andere Materialien enthalten. Über den ganz groben Daumen gepeilt können sich Photovoltaikanlagen innerhalb von zehn bis vierzehn Jahren amortisieren, das heißt, die Investitionskosten sowie die laufenden Kosten beispielsweise für Versicherung und Wartung werden durch die Erträge gedeckt. Durch den Eigenverbrauch des selbst produzierten Sonnenstroms verringert der Solaranlagenbesitzer seinen Bezug von Strom aus dem Netz. Außerdem erhält der Betreiber für die Einspeisung überschüssiger Strommengen in das Stromnetz weiterhin die Einspeisevergütung.

Wer damit liebäugelt, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach installieren zu lassen, kann im ersten Schritt auf die umfassenden Informationen der Verbraucherzentrale NRW zurückgreifen.

Lara Müller
Lara Müller
lara.mueller@naturstrom.de
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