Nachhaltige Dokus – nachhaltig Streamen?

Die beste Zeit für entspannte Abende vor dem Fernseher ist wohl jetzt: Corona erfordert weiterhin Lockdown und Social Distancing. Wenn wir diese Zeit mit etwas sinnvollem verbringen wollen, ist die Auswahl an nachhaltigen Filmen und Dokumentationen groß. Wir haben uns in Ergänzung zu unserem letztjährigen Beitrag durch das Angebot geforstet und stellen euch einige aktuelle Dokus rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz vor. Außerdem liefern wir Tipps, wie man das Streamen noch nachhaltiger gestalten kann.

Und hier unsere Favoriten für einen (nachhaltigen) Doku-Abend:

Unsere große kleine Farm (2018)

Als Chester und Molly 2010 beschließen, eine Farm zu kaufen und diese im Einklang mit Mutter Natur zu betreiben, ahnen sie noch nicht, wie viel Arbeit auf sie zukommt. Eine Kameracrew begleitet die beiden bei ihrer Reise, auf der sie lernen, welche enorme Bedeutung Dung für die Erdqualität hat, dass jedes Tier in der Natur eine Aufgabe erfüllt und was es heißt minimalinvasive Landwirtschaft zu betreiben. Ein besonderes Highlight dabei: die besondere Freundschaft zwischen Sau Emma und dem Hahn Mr. Greasy.

The story of a new world (tbd/2022) 

Mit einem doku-fiktionalen Ansatz zeigt der Film von Carl-A. Fechner und Johanna Jaurich technische und politische Lösungen für eine nachhaltige, gerechte und gesunde Zukunft. Außerdem stellt die Doku das Bewusstsein des Menschen in den Vordergrund, das die Kraft zum Wandel und zur Veränderung in sich trägt. Um die Botschaft der „Story of a new world“ auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu tragen, möchte die begleitende Impact-Kampagne kostenfreie Screenings für Menschen in 50 Ländern des globalen Südens ermöglichen. Die Vorführungen werden jeweils von lokalen Aktionsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit NGOs begleitet. Ein Projekt mit einer wichtigen Botschaft, das wir auch als Sponsor unterstützen.

Mein Leben auf unserem Planeten (2020)

Sir David Attenborough ist der wahrscheinlich bekannteste Tierfilmer der Welt. In dieser Doku lässt er sein Leben Revue passieren. Durch den menschengemachten Klimawandel verändert sich die (Tier-)Welt – das hat der bald 95-jährige über seine Lebenszeit schmerzlich feststellen müssen. So spricht der Brite über den Rückgang der Biodiversität, vermehrte Umweltkatastrophen und den langsamen Wegfall unserer Lebensgrundlagen. Er hat aber auch Lösungen parat. Die Doku macht Mut, unseren wunderschönen Planeten zu schützen.

Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft (2017 )

Wohl die Doku aller Klimawandel-Dokus: An Inconvenient Truth von Al Gore, hat die Menschen 2006 erstmals weltweit für die Auswirkungen menschlichen Verhaltens auf das Klima sensibilisiert. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Fortsetzung. Und die ist nicht nur lösungsorientiert, sondern transportiert auch eine gute Portion Klimaaktivismus-Pathos! Ein Kamerateam folgt Al Gore bei seiner Suche nach der Antwort auf die Frage: „What would it take to switch to renewables?“ („Was braucht es, um auf Erneuerbare umzusteigen?“).

Zeit für Utopien (2018)

Eine weitere hoffnungsmachende Doku, die es sich zum Ziel gemacht hat, echte Veränderung in der Gesellschaft zu portraitieren: Die Doku macht Mut, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und sinniert über alternative Wirtschaftsformen. Kurzum: Zeit für Utopien „zeigt lebensbejahende, positive Beispiele, wie man mit Ideen und Gemeinschaftssinn viel erreichen kann.“

Cowspiracy (2014)

In einer Liste mit nachhaltigen Dokus darf auch Cowspiracy nicht fehlen. Dieser Film hat schon so manchem die Augen geöffnet, wenn es um das Themen Massentierhaltung geht. Fast schon wie ein Politthriller mutet es an, wenn Kip Andersen auf die konventionelle Agrarindustrie aufmerksam macht. Er kommt schnell zu dem Schluss, dass Massentierhaltung „die Hauptursache für Entwaldung, Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung“ und „für mehr Treibhausgase verantwortlich [sei] als die Transportindustrie und […] Haupttreiber für die Zerstörung des Regenwaldes, das Aussterben von Arten, den Verlust von Lebensräumen, die Erosion des Bodens“ sei.

Wenn schon streamen – dann nachhaltig

Man könnte meinen, Streamen ist umweltfreundlicher als DVDs oder Bluerays zu kaufen, immerhin fallen Verpackung und Produktionsprozesse beim online Filme Schauen weg. Die Sache ist die: 75 bis 80 Prozent des Datenverkehrs in Deutschland sind Videodaten. Jährlich steigt das Ganze um circa 25 Prozent an. Durch die coronabedingten Maßnahmen hat sich der Datenfluss natürlich nochmal stark erhöht – Social Distancing lässt sich eben gut vor dem Fernseher oder Laptop verbringen .
Natürlich müssen wir uns bewusst sein, dass das Streamen von Serien auch einiges an Strom verbraucht – Streaming verursacht weltweit pro Jahr genauso hohe CO2-Emissionen wie ganz Spanien –  und zwar den, mit dem man den Fernseher betreibt, und den der Server des Streaminganbieters. Fun Fact: Wäre das Internet ein Land, stünde es in seinem Stromverbrauch auf Platz 3 der Weltrangliste.

Wie streamt man nachhaltig?

Der erste und wichtigste Schritt beim nachhaltigen Streamen ist, sich einen echten Ökostromanbieter zu suchen. 🙂 So stellt ihr sicher, dass euer Strom aus Erneuerbaren Energien kommt. Denn, nachhaltiger wird’s, wenn euer Stromverbrauch dazu beiträgt, den Ausbau Erneuerbarer Energien und damit die Energiewende voranzubringen.

Im zweiten Schritt kann man den durchs Streaming verursachten CO2-Abdruck messen (lassen): Wer wissen will, wie viele CO2-Emissionen das eigene Streaming-Verhalten verursacht, kann sich mithilfe von Apps oder Browser-Tools einen Überblick verschaffen, beispielsweise durch den „Carbonalyser“ von Firefox. Er misst, wie viel CO2 das Surfverhalten ausstößt. Wer erst einmal schwarz auf weiß sieht, wie viel CO2 so zusammenkommt, kann entgegensteuern. Durch weniger Zeit am PC oder den Wechsel zu nachhaltigeren Alternativen wie beispielsweise Ecosia. Und dann kann man den eigenen Abdruck natürlich auch ausgleichen, entweder durch das eigene Verhalten oder durch die Unterstützung von CO2-kompensierenden Projekten.

Pionier im klimafreundlichen Streamen dürfte wohl der Schweizer Anbieter Zattoo sein. Deren Server sind in einem Windrad der WestfalenWind verbaut und beziehen klimaneutrale Windenergie direkt vor Ort. Noch ein Tipp zum Schluss: Die App BetterStream bietet Filme rund um Umwelt- und gesellschaftliche Themen an.

Viel Spaß beim nachhaltigen Streamen! Und wenn es Dokus oder Filme gibt, die ihr empfehlt, lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

 

Joanna Albrecht
Joanna Albrecht
joanna.albrecht@naturstrom.de

unterstützt das PR-Team von NATURSTROM seit September 2020, jongliert aber schon etwas länger beruflich mit Energiethemen. Ihr Herz schlägt Grün (und für Tiere). Sie mag Waldspaziergänge, Gärtnern und den Teamsport Ultimate Frisbee.

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