Mein erstes Mal: E-Auto fahren

Das erste Mal entscheidet oft darüber, ob wir etwas wieder tun. Ob wir Gewohnheiten ändern, neue Leidenschaften und Hobbys entwickeln. Uns nochmal trauen. Bei manchem scheint die erste Hürde besonders hoch – und verhindert, dass wir uns nachhaltiger verhalten. Beim Autofahren zum Beispiel. Unsere Kollegin Finja hat deshalb den BMWi3 für euch getestet.

Quietschende Reifen. Ein röhrender Motor. Um die Kurve in Staub und Abgas. Über die Autobahn mit 160 km/h und die Musik noch immer laut genug. So muss Autofahren sein. Zumindest, wenn Adrenalin im Spiel sein soll.

Oder auch nicht. Finde ich zumindest. Und ich fahre auch sehr gerne schnell, das Fenster offen, die Musik laut, vor allem über Land. Aber besonders gerne ohne den röhrenden Motor und ohne das Abgas: elektrisch. Vor Kurzem bin ich das erste Mal unseren BMW i3 gefahren. Seht selbst:

 

Meine erste Begegnung mit dem BMW i3 war im Spätsommer. Ich bekam endlich eine Einweisung in unsere Pool-Fahrzeuge – um mit dem Auto zu Messen und Firmen-Events fahren zu können, zunächst aber für diesen Blog-Beitrag. Ein Knopfdruck und die Seitenspiegel fuhren aus, die Fenster herunter. Nicht unbedingt notwendig, nein, aber es hat definitiv für einen guten ersten Eindruck gesorgt. Und es wurde nur besser: Innen warteten ein geräumiger Fußraum, bequeme Sitze und ein Boardcomputer für den es sich lohnt, auch mal Beifahrer zu sein. Auf dem Display lassen sich nicht nur Playlists erstellen, es zeigt auch an, wo die Energie verbraucht wird – und wie sie beispielsweise beim Bremsen zurückfließt.

Start-Knopf drücken, die Bremse halten – und los ging’s. Lautlos und schnell. Erst um unseren Hauptsitz und dann auf die Hauptstraße. Mein Kollege Rolf neben mir hörte nach ein paar Kreuzungen auf, Tipps zu geben, und genoss einfach die Fahrt. Sagte nach geschmeidigem Ein- und Ausparken: „Da ist es, das E-Mobil-Lächeln!“

In 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h – und in dementsprechend kurzer Zeit auf zumindest 50 km/h im Stadtverkehr. Da konnte auch ich nicht anders als lächeln. Zumal kein Porsche an der Ampel schneller beschleunigt. Auch deshalb bieten sich E-Fahrzeuge gerade im urbanen Raum an. Aber warum setzen sie sich nicht durch? Für das Pendeln zur Arbeit reichen auch niedrigpreisige Modelle, geladen werden kann zu Hause oder am Arbeitsplatz. Und in der Stadt ist die Ladeinfrastruktur inzwischen auch mindestens in Ordnung. Ist es vor allem die Gewohnheit?

Ohren und Umwelt wären auf jeden Fall dankbar für mehr E-Autos – auch wenn beide sicher autofreie Innenstädte bevorzugen würden. Ich kann den Klang der Boxen so auf jeden Fall besser genießen. Die Lebensdauer-Bilanz eines Elektro-Fahrzeugs, das 180.000 Kilometer gefahren ist, weist ein Drittel weniger Treibhausgasemissionen als ein vergleichbares Dieselfahrzeug auf. Und das selbst dann, wenn das Auto mit dem deutschen Strommix fährt.

Dabei gilt natürlich: Je höher die elektrische Fahrleistung und je kleiner das Auto, desto besser ist die Klimabilanz. Der Strommix während des Betriebs spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Nur Ökostrom ergibt in diesem Zuge wirklich Sinn. Mit der NATURSTROM-Ladekarte lässt sich der bequem auch unterwegs laden.

Nur: Es dauert. Zumindest, wenn eine Langstrecke gefahren werden soll. Meine Kolleginnen Verena und Nina haben auf rund 450 Kilometern vor Kurzem regelmäßig Ladestationen gesucht – und dabei mindestens ein bisschen Leichtigkeit gefunden. „Im thüringischen Eisenberg – zwischen Jena und Gera – machten wir uns auf die Suche nach der zweiten Ladesäule. Das war aber nicht so leicht wie gedacht! Die Anwohnerinnen und Anwohner konnten uns auch nicht wirklich weiterhelfen. Wir fanden schließlich eine, diese funktionierte nur leider nicht. Doch ein Anruf bei den Stadtwerken genügte: Eine hilfsbereite Mitarbeiterin holte uns bei der defekten Ladesäule ab und eskortierte uns mit ihrem E-Golf bis zur funktionstüchtigen, leider etwas versteckten Säule am anderen Ende der Straße. Was für ein Service! Erleichtert schlürften wir unseren Nachmittagskaffee, während der i3 in weniger als 30 Minuten auf 80 Prozent lud“, erzählen die beiden nach ihrer Fahrt

Der BMW i3 ist mit einer Reichweite von bis zu maximal 359 Kilometern gut aufgestellt. Wenn man ehrlich ist, sind es eher rund 260 Kilometer. Diese Reichweite hat ihren Preis: Der BMW i3 kostet rund 38.000 Euro. Als Einstieg in die E-Mobilität ist das vielen zu teuer. Eine gute Ausrede, um Diesel, Benziner und Co. treu zu bleiben, ist das trotzdem nicht. Denn mit dem Sion von Sono Motors oder dem Aachener Elektroauto e.Go Life gibt es sehr bald auch günstige Alternativen.

Kaufen möchte ich ein Elektro-Auto derzeit nicht. Vor allem, weil ich kein Auto haben möchte. Wenn ich es in der Stadt doch mal brauche, greife ich auf Sharing-Systeme oder Freunde zurück. Und da ist ja für Dienstfahrten auch immer noch der BMWi3 …

Lust auf mehr E-Erfahrungsberichte? Hier testet mein Kollege Tim den Elektroroller unu.

Finja Seroka
Finja Seroka
seroka@naturstrom.de

arbeitet seit Juni 2016 im Presseteam von NATURSTROM. Begeistert sich beruflich und auch privat für nachhaltige Themen. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin für Handelsblatt Online und die Funke Mediengruppe gearbeitet. E-Mail

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