Drei Fragen an unser neues Vorstandsmitglied Dr. Tim Meyer |  NATURSTROM Blog
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Drei Fragen an unser neues Vorstandsmitglied Dr. Tim Meyer

Drei Fragen an unser neues Vorstandsmitglied Dr. Tim Meyer

Der NATURSTROM-Vorstand bekommt Zuwachs: Ab dem 1. Juni wird neben Dr. Thomas E. Banning und Oliver Hummel auch Dr. Tim Meyer das Unternehmen leiten. Der 47-Jährige wird im Vorstand die Geschäftsbereiche Energieinfrastruktur und Dezentrale Energieversorgung vertreten.

Tim Meyer, neues Vorstandsmitglied von NATURSTROM

Dr. Tim Meyer: „Auch wenn ich erst vor ca. zwei Jahren zu NATURSTROM gekommen bin, machen wir doch genau genommen seit bald 20 Jahren bereits ‚gemeinsame Sache'“. Foto: NATURSTROM

Zur Person: Erneuerbare Energien und dezentrale Energiewende sind für Tim Meyer schon lange Beruf und Leidenschaft. Nach einem Studium der Elektrotechnik an der RWTH Aachen mit energietechnischem Schwerpunkt promovierte er am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Es folgten vielfältige Managementfunktionen, erst in der Fraunhofer Gesellschaft und anschließend in der Industrie. So sammelte er Erfahrung vom strategischen Marketing und der Politikberatung über Projektentwicklung und -finanzierung bis hin zur Komponentenfertigung und Systemintegration. 2012 gründete Tim Meyer mit Partnern das Grünstromwerk, das als spezialisierter Energieversorger neue Wege für die Vermarktung von Solarstrom auf Basis von Regional- und Direktlieferungen etabliert hat. Seit NATURSTROM das Grünstromwerk 2015 übernahm, verantwortet er zusammen mit Thilo Jungkunz den Geschäftsbereich Dezentrale Energieversorgung. Anfang 2016 kam der Geschäftsbereich Infrastruktur hinzu, den er gemeinsam mit Christoph Ströer leitet.

Mit der Berufung in den NATURSTROM-Vorstand beginnt ein neues Kapitel – für NATURSTROM und für Tim Meyer selbst. Wir haben ihm deshalb drei Fragen gestellt.

Herr Meyer, was bedeutet Ihre neue Rolle für NATURSTROM?

Die Energiewende steckt in einer mehrfachen Umbruchphase. Einerseits hat die Politik in den letzten Jahren der alten, zentralisierten Energiewirtschaft massiv den Rücken gestärkt. Für uns und unsere Kunden ist es daher besonders wichtig, neue Wege zu finden, um unsere Idee der dezentralen Bürgerenergiewende weiter unbeirrt umsetzen zu können. Ein Schlüssel für NATURSTROM besteht dabei darin, Energie möglichst nah beim Kunden zu erzeugen und zu liefern: sei es als Mieterstrom aus Solaranlagen oder BHKWs oder in Nahwärmenetzen für Kommunen. Auch Quartierslösungen, in denen wir eine ganzheitliche Strom-, Wärme- und E-Mobilitätsinfrastruktur intelligent miteinander kombinieren, sind in diesem Kontext zu nennen. Bei all diesen nachhaltigen und innovativen Lösungen stehen uns bisher erst wenige regulatorische Hürden im Weg. Deshalb können wir gerade hier sinnvolle Projekte umsetzen und neue Märkte erschließen.

Andererseits kann es auch aus Sicht des Gesamtenergiesystems und für uns als Energieversorger und -dienstleister nicht mehr ausschließlich darum gehen, neue Ökostromanlagen zu bauen. Vielmehr muss deren meist schwankende Stromproduktion in unser Energiesystem und damit in lokale Versorgungssituationen eingebunden werden. Das kann nur gelingen, wenn wir die einzelnen Sektoren Strom, Wärme/Kälte und Mobilität nicht getrennt voneinander betrachten, sondern sie in ihrer Gesamtheit angehen. NATURSTROM setzt bereits mehrere Projekte um, die diese Sektoren miteinander verbindet: Zum Beispiel beim Holzmarkt und im Möckernkiez in Berlin, wo wir Strom, Wärme und Kälte mit vor Ort verfügbaren und intelligent miteinander verknüpften Ressourcen erzeugen.

Weitere Herausforderungen liegen sicherlich im Bereich der technischen Datenerfassung und –verarbeitung. Digitalisierung ist auch für NATURSTROM ein Zukunftsthema.

Und was bedeutet Ihre Rolle für Sie persönlich?

Auch wenn ich erst vor ca. zwei Jahren zu NATURSTROM gekommen bin, machen wir doch genau genommen seit bald 20 Jahren bereits „gemeinsame Sache“: für 100% erneuerbare Energien, für eine dezentrale, ganzheitlich verstandene Energieversorgung mit starker Teilhabe der Menschen vor Ort. Diese Ideen und die damit verbundenen Geschäfte nun als Vorstand der NATURSTROM AG mit noch mehr Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten leben und voranbringen zu dürfen, empfinde ich gleichermaßen als spannende Herausforderung und als Ehre. Auch wenn es noch anspruchsvoller werden wird, so wünsche ich mir, dass ich die Balance von Beruf und Familie weiterhin so hinbekomme wie in den letzten Jahren.

Für die eigentliche Arbeit erwarte ich weniger Veränderung als man vielleicht denken würde. Natürlich werde ich zusätzliche Aufgaben übernehmen und mich in den ersten Monaten auch in Vorgänge einarbeiten müssen. Aber die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in Vorstand und Geschäftsleitung wie auch die Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird sich wenig ändern. Vom ersten Tag an habe ich NATURSTROM als Unternehmen schätzen gelernt, in dem Argumente und Ideen mehr zählen als Positionen im Organigramm. Das wollen wir für uns alle bewahren.

Herr Meyer, Sie leben mit Ihren zwei Kindern und Ihrer Frau in Hamburg.

Wie, denken Sie, werden sich Ihre Kinder später mit Energie versorgen

– wie werden sie leben, wohnen und arbeiten?

Meine Kinder werden noch erleben, dass Strom, Wärme und Mobilität ausschließlich mit Hilfe erneuerbarer Energien bereitgestellt werden. Sie werden hoffentlich in einem Arbeitsumfeld tätig sein, das von Respekt und Wertschätzung geprägt ist und die Vereinbarkeit ihres privaten Lebensentwurfes mit dem Beruf ermöglicht. Und dass ein Lastenfahrrad dem Auto in vielen Situationen absolut überlegen ist, erleben sie heute schon beim Weg in die KiTa oder zur Schule. Leider werden meine Kinder aber auch die Folgen des bereits eingeleiteten Klimawandels und die Kehrseiten unseres Wirtschafts- und Arbeitssystems viel stärker zur spüren bekommen als wir es uns heute vorstellen können. Wie genau das Leben mit diesen Veränderungen aussehen wird, kann man nicht prognostizieren. Umso wichtiger ist es meiner Frau und mir, dass die Zwei mit den richtigen Fragen und Leitgedanken groß werden. Ob für Menschen oder Unternehmen: Werte bieten doch immer die beste Orientierung, gerade in Zeiten großer Veränderung.

Finja Seroka
Finja Seroka
seroka@naturstrom.de

arbeitet seit Juni 2016 im Presseteam von NATURSTROM. Begeistert sich beruflich und auch privat für nachhaltige Themen. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin für Handelsblatt Online und die Funke Mediengruppe gearbeitet. E-Mail

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