Zahl des Monats: 14.000 Menschen unterstützen Umweltaktivisten

Kein anderes Umweltthema beherrscht die Medien gegenwärtig so sehr wie der Hambacher Forst. Die Proteste spitzen sich zu, die Zeit läuft den Aktivisten davon. Ab Oktober sollen Stück für Stück die letzten verbleibenden Hektar dem Erdboden gleichgemacht werden. Aber Widerstand regt sich. Nicht nur im Verborgenen, sondern aktiv und sichtbar. 14.000 Menschen beteiligten sich laut Medienberichten vor zwei Wochen an dem wöchentlich stattfindenden Waldspaziergang.

Bereits in den 70er Jahren formierten sich erste Gruppen gegen die Abriss- und Umsiedlungspläne für den Tagebau. Bisher mussten mehr als 3.000 Menschen ihre Heimat verlassen, um der Braunkohleförderung zu weichen. 2.000 sollen noch folgen. Aber nicht nur Menschen sind von der Erweiterung des Tagebaus betroffen – ca. 142 geschützte Tierarten sind im Hambacher Wald beheimatet. Auch sie verlieren ihren Lebensraum – von den umweltschädlichen Folgen ganz zu schweigen.

Waldspaziergänge als Protestaktion

Vor zwei Wochen nahmen rund 14.000 Menschen an dem wöchentlich stattfindenden Waldspaziergang teil, berichtete der WDR.

Teilnehmer der Protestaktionen zum Erhalt des Waldes

Teilnehmer der Protestaktion zum Erhalt des Waldes.

Das kommt in etwa der Summe aller Unterstützenden der letzten 4,5 Jahre gleich. Seit 2014 finden die Spaziergänge in regelmäßigen Abständen statt, um auf den Erhalt des Hambacher Waldes aufmerksam zu machen. Gleichzeitig dienen sie der Sensibilisierung in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. Bis zum heutigen Tag solidarisierten sich 35.000 Menschen mit den Klimaschützern und Aktivisten. Gemeinsam stehen sie friedlich für den Klimaschutz, das Ende der Braunkohle und eine grünere Zukunft ein.

Seit 12.000 Jahren ist der Hambacher Wald Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Und seit sechs Jahren auch für die autark lebenden Aktivisten in den Baumhauskolonien. Täglich schließen sich der Bewegung für den Erhalt des Hambacher Waldes immer mehr Menschen an und unterstützen das Vorhaben, ihn vor der Rodung zu schützen.

Gemeinsam für den Klimaschutz

Wie kam es zu dem sprunghaften Anstieg der Demonstrierenden? Die Rodungspläne erscheinen vor dem Hintergrund der in Berlin tagenden Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung absurd. Während dort über den Braunkohleausstieg verhandelt wird, werden die Rodungspläne mit jedem Tag konkreter. Der Beschluss, die Baumhäuser der Aktivisten aufgrund mangelnder Brandschutzvorkehrungen zu räumen, hat etwas in Bewegung gebracht: Über soziale Medien und Netzwerke erfahren täglich tausende Menschen von den neusten Entwicklungen im Hambacher Wald. Und das zeigt Wirkung. Nicht nur landesweit, sondern auch bundesweit werden Stimmen gegen die Rodung und für ein Ende der klimaschädlichen Braunkohleverstromung laut.

NATURSTROM vor Ort

NATURSTROM vor Ort

Nicht nur Aktivisten stehen für den Rodungsstopp ein, sondern auch Menschen aller Altersklassen und sozialer Schichten.
Gemeinsam zeigen sie Präsenz – denn Klimaschutz geht uns alle etwas an. Auch wenn erst ein trauriges Beispiel wie der Hambacher Wald das Interesse der Öffentlichkeit auf sich ziehen muss, ist es noch nicht zu spät etwas zu bewegen. Deswegen unterstützen wir die Arbeit des BUND NRW, der sich juristisch für den Erhalt des Hambacher Waldes einsetzt. Gemeinsam wollen wir etwas verändern – und sind dabei auf die Unterstützung jedes Einzelnen angewiesen.

Der Tagebau Hambach ist in seiner derzeitigen Form die größte Braunkohleförderungsstätte Europas. Jährlich werden ca. 40 Million Tonnen Kohle gefördert, bei deren Verfeuerung Unmengen schädliches CO2 in die Atmosphäre gelangt. Was das für unser Klima bedeutet, zeichnet sich langsam aber sicher auch bei uns ab. Warum also nicht zügig auf saubere Alternativen umsteigen? Wind- und Solaranlagen sind zuammen mit Wasserkraft und Biomasse in der Lage, Strom aus Braunkohle und Atomkraft zu ersetzen.

Deshalb wollen wir gemeinsam die geplante Großdemonstration am 06.10.2018 gegen die Erweiterung des Tagebaus unterstützen und für den Klimaschutz einstehen!

Autorin: Lara Müller, arbeitet bei NATURSTROM als Werkstudentin.

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Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

2 Kommentare
  • Heinz Rellüm
    Geposted um 14:08h, 28 September Antworten

    Die Autorin hat sehr eindringlich auf den Klimaschutz und die Folgen durch das Abholzen des Hambacher Forstes hingewiesen. Ich werde die Aktion unterstützen. Macht weiter so!

    • Dominique Czech
      Dominique Czech
      Geposted um 09:16h, 15 November

      Vielen Dank für die lieben Worte! Das Kompliment geben wir natürlich an die Kollegin weiter. 🙂

      Viele Grüße
      Dominique

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