Wie NATURSTROM und Ecosia gemeinsam Klimaschutz bei der Digitalisierung vorantreiben

Schnell mal im Internet suchen, wo Timbuktu liegt, wie alt Vincent van Gogh wurde oder warum Honig nicht schimmeln kann – dank Online-Suchmaschinen finden wir im riesigen Datenwust des Internets alles, was wir wissen wollen, schnell und unkompliziert. Aber ist das eigentlich nachhaltig? Mit Ecosia schon. Wir stellen euch die grüne Suchmaschine vor und verraten euch, wie NATURSTROM das Unternehmen dabei unterstützt, künftig sogar mehr CO2 zu kompensieren, als seine Nutzer*innen verbrauchen.

Habt ihr mal darüber nachgedacht, wie viel CO2 ihr mit euren Online-Recherchen so produziert?
Fest steht: Jede Suchanfrage verbraucht Energie, die erstmal produziert werden muss und bei deren Produktion CO2 freigesetzt wird – wenn sie nicht durch Erneuerbare Energien gewonnen wird. Wie oft pro Tag suchen wir mal eben nach Fakten, Orten oder einfach nach dem Wetter? Und das sind dann natürlich nicht wir und ihr allein.
Weltweit wird täglich ca. vier Milliarden Mal gegoogelt. Wie fest Online-Suchen in unserem Alltag verankert sind, kann man allein auch daran sehen, dass es bereits ein eigenes Wort dafür gibt.

Als Alternative zu den üblichen Suchmaschinen gibt es zum Glück Ecosia:

Ecosia, das grüne Google

Das Unternehmen wurde 2009 in Berlin mit dem Ziel gegründet, Online-Suchen endlich nachhaltig zu gestalten. Dafür setzt die ökologische Suchmaschine auf Erneuerbare Energien und pflanzt außerdem ungefähr alle 45 Suchanfragen einen Baum. So werden u. a. nicht nur Treibhausgase vermieden, sondern es wird zusätzlich auch noch CO2 aus der Atmosphäre gebunden. Bisher wurden so bereits über 100 Millionen Bäume gepflanzt.
Seit Oktober 2018 ist Ecosia zudem ein eingetragenes Social Business. Auf diese Weise garantiert die grüne Suchmaschine, dass die Idee für immer bestehen bleibt und langfristig 80 Prozent des Einnahmeüberschusses in Baumpflanzprojekte investiert wird.

Was genau ist ein Social Business?
Ein Social Business ist eine Mischung aus Non-Profit- und Full-Profit Business, bei dem das Unternehmen zwar ebenso wie ein Full-Profit-Unternehmen renditeorientiert arbeitet, die Gewinne aber für soziale bzw. ökologische Projekte nutzt. In Ecosias Fall: Klimaschutz durch Aufforstung.

Ecosia und NATURSTROM – viele Gemeinsamkeiten

Ecosia macht unsere digitalisierte Welt so mit jeder Suchanfrage etwas grüner. Je mehr Leute die Suchmaschine nutzen, desto stärker wird der Nachhaltigkeitseffekt.
Genau dasselbe gilt auch für NATURSTROM: Je mehr Haushalte unsere Ökoenergie beziehen, desto mehr konventionellen Strom verdrängen wir aus dem Markt und desto mehr Geld können wir auch in den Bau neuer Öko-Kraftwerke stecken.
Und in noch einem weiteren Punkt ähneln sich Ecosia und NATURSTROM: Genau wie wir 1998, ist auch das Social Business 2009 angetreten, um eine grüne Alternative zu den konventionellen Big-Playern zu schaffen – die Zusammenarbeit unter uns Nachhaltigkeitspionieren lag also nahe.

Gemeinsam für eine nachhaltigere Energieversorgung 💪

Seit April 2020 ist der NATURSTROM-Solarpark Rottenbach nahe der bayerisch-thüringischen Landesgrenze am Netz. Die Anlage ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Zum einen allein zahlenmäßig, denn der Solarpark ist unser bisher größtes Solarprojekt. Er kann mit einer Leistung von gut 13.000 kW (Kilowatt) in einer Stunde so viel sauberen Strom produzieren wie ca. vier Drei-Personen Haushalte in einem Jahr verbrauchen.
Zum anderen wird ein Teil des dort erzeugten Stroms ganz ohne EEG-Förderung an NATURSTROM-Kunden geliefert.
Zuletzt haben wir bei NATURSTROM bei eigenen Öko-Projekten auch noch nicht oft mit einem Unternehmen zusammengearbeitet, das weder vor Ort sitzt, noch direkt aus dem Energiebereich kommt.
Ecosia ist seit Juli Teil der Betreibergesellschaft des Parks und vergrößert damit deutlich das eigene Investment in die Ökostromerzeugung. Dank eigener Solaranlagen hat das Digitalunternehmen seinen Stromverbrauch zwar auch vor der Kooperation bereits bilanziell selbst gedeckt – mit der nun erfolgten Kooperation nimmt das Energiewende-Engagement aber ganz neue Dimensionen an.
„Seit 2018 produzieren unsere eigenen Solaranlagen so viel Strom, dass wir auch den Ökostrombedarf unserer Zulieferer abdecken. Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, gemeinsam mit NATURSTROM über die bisherigen 100 Prozent hinaus zu gehen und doppelt so viel erneuerbaren Strom erzeugen, wie unsere Lieferkette eigentlich benötigt.“, verrät Wolfgang Oels, COO der grünen Suchmaschine. „Jede Suche auf Ecosia unterstützt die Energiewende in Deutschland. Wir hoffen, andere Pioniere zu inspirieren, auch über 100 Prozent hinauszugehen.”

So viel Engagement begeistert auch NATURSTROM-Vorstandsvorsitzenden Dr. Thomas E. Banning: „Digitale Anwendungen bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten und können so auch helfen, unseren Planeten in eine gute Zukunft zu führen – das funktioniert aber nur, wenn die dafür benötigte Energie auch nachhaltig erzeugt wird. Dafür steht die Kooperation von Ecosia und NATURSTROM beispielhaft. Denn nur mit gemeinsamen Anstrengungen können wir die existenzbedrohenden Gefahren der globalen Erderhitzung abwenden.“

Auf dem Blog von Ecosia findet ihr auch noch einen spannenden Artikel zu der Kooperation bzw. wieso Ecosia auf Solarenergie setzt.

Foto: Ecosia

Mehr dazu verrät uns jetzt Génica Schäfgen, Deutschlandchefin des Social Businesses, im Interview:

Génica, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns nimmst.
Wieso ist es euch wichtig, dass ihr Erneuerbare Energien unterstützt?

Diese Welt braucht eine Energiewende. Das wissen wir schon seit mehreren Jahrzehnten, aber so langsam wird die Zeit knapp. Uns ist es wichtig, dass die Klimakrise soweit möglich ‚gelöst‘ wird. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe ist dabei ein elementarer Schritt. Erneuerbare Energie bedeutet für uns Zukunft.

Wieso habt ihr euch für eine Kooperation mit NATURSTROM entschieden?

Als Suchmaschine, die sich weltweit nutzen lässt, werden durch die Suchanfragen auf Ecosia unvermeidlich Serverleistung in Anspruch genommen. Wir wollten die ökologischen Auswirkungen dieser Energieleistungen so gering wie möglich halten. Daher haben wir uns entschieden, eigene Solaranlagen in Deutschland zu bauen. Diese sollten die Energieleistung sogar in doppelter Menge ausgleichen. Damit sind unsere Suchanfragen sozusagen zu 200% mit Erneuerbarer Energie betrieben, was bedeutet, dass sie auch einen Beitrag zur Energiewende leisten. Wir haben uns für unser neuestes Solarprojekt für eine Partnerschaft mit NATURSTROM entschieden und damit für jahrelange Expertise und ökologische Werte.

Welchen Meilenstein möchtet ihr in 5 bzw. 10 Jahren erreicht haben?

Als Suchmaschine haben wir mit einem Marktanteil, der im Vergleich zu Google doch wirklich sehr klein ist, bereits 100 Millionen Bäume pflanzen können. Wohin kämen wir mit auch nur 5-10% des Marktanteils? Unser Ziel ist Klima- und Umweltschutz skalierbar zu machen. Dafür müssen wir nachhaltig, aber stark wachsen.

Ihr habt vor zwei Jahren 99 Prozent des Kapitals der Ecosia GmbH und ein Prozent eurer Stimmrechte an die Purpose-Stiftung übergeben und seid jetzt ein Social-Business. Wieso?

Schon vorher waren wir ein Social Business, also ein Unternehmen, das Gewinne als Zweck sieht, um dem Gemeinwohl zu dienen. Nun sind wir wie von Dir beschrieben ins Verantwortungseigentum überführt worden. Das bedeutet, dass wir für immer ein Social Business bleiben. Kein Google dieser Welt könnte uns kaufen, niemand kann sich an den Gewinnen bedienen und Ecosia wird für immer seiner Gemeinwohlorientierung treu bleiben.

Womit verdient ihr eigentlich (euer) Geld?

Wie bei den meisten Suchmaschinen gibt es auch bei Ecosia Werbeanzeigen. Zum Beispiel bei der Suche nach Hotels in Berlin. Klickt man auf eine solche Werbeanzeige, verdienen wir Geld. Mit dem Geld decken wir die laufenden Kosten für Büro, Gehälter und Marketing. Das, was übrigbleibt, also die Gewinne, geht in die Baumpflanzprojekte. In monatlichen Finanzberichten veröffentlichen wir die entsprechenden Zahlen und machen transparent, was wir eingenommen haben und wie wir es ausgegeben haben.

Foto: Ecosia

Wie entscheidet ihr, wo ihr Bäume pflanzt? Wo ist das aktuell der Fall? Und wie entscheidet ihr, an welche Naturschutzorganisationen ihr eure Einnahmeüberschüsse spendet?

Wir richten uns bei der Wahl der Projektorte nach Biodiversitäts-Hotspots. Also Regionen, in denen die Artenvielfalt besonders durch bspw. Klimawandelfolgen, Wüstenausbreitung oder Waldrodung bedroht ist. Dies ist vor allem in Ländern des globalen Südens der Fall. Bei der Wahl der Partnerorganisationen achten wir darauf, dass wir ähnliche Werte beim Bäume pflanzen haben: keine Monokulturen, fast ausschließlich heimische Arten, ein Mehrwert für Mensch oder Tier.

So sind wir mit unseren Partnern in 26 Ländern aktiv. In Burkina Faso, einem unserer größten und langjährigsten Projekte, arbeiten wir mit Hommes et Terre zusammen. Gemeinsam begrünen wir die Sahelzone und damit ein wüstenartiges Gebiet, das aber einst aus Wald bestand. Die Arbeit dieses Projektes ist besonders herausfordernd, aber auch ganz besonders beeindruckend.

Was sind die Vorteile von Bäumen im Vergleich zu anderen Klimaschutzmaßnahmen?

Beim Bäume pflanzen denkt man meistens zuerst an das klimaschädliche CO2, das die Bäume filtern. Tatsächlich sind Bäume aber wahre Wunderwerke der Natur, die so viel mehr können als ’nur‘ CO2 zu binden. So können Bäume den Wasserzyklus fördern, den Boden fruchtbarer machen, bedrohten Tierarten Schutz und Lebensraum bieten sowie Nahrung produzieren.

Was sind abgesehen vom Bäume pflanzen (durch die Benutzung von Ecosia) eurer Meinung noch sehr wirkungsvolle Dinge, die jeder ohne viel Aufwand tun kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Es gibt viele Dinge, die jede und jeder einzelne in seinem bzw. ihrem Alltag tun kann. Wir haben alle schon von den großen Posten wie Fleischkonsum, Fast Fashion, konventionelle Bankkonten, Fliegen und fossile Stromtarife gehört.

Was aber am Ende wirklich einen Unterschied macht ist, dass man sich selbst informiert und das Wissen mit anderen teilt. Es gibt so viele großartige Bücher, Dokumentarfilme, Reportagen, Podcasts etc. zu diesem Thema. Ich würde daher sagen: Informieren wir uns! Denn wer informiert ist, wird unzufrieden. Und wer unzufrieden ist, wird irgendwann aktiv. Dann kann man was in seinem Alltag verändern. Oder aber man schließt sich den Protesten auf der Straße und auf Social Media an.

Das ist dann der wichtigste Hebel: Der Druck auf die Politik und der Druck auf die Unternehmen. Denn die geben den Rahmen vor, der uns ein ökologisches Leben flächendeckend möglich und zugänglich macht. Klima- und Umweltschutz darf keine individuelle Frage sein, sondern muss gesamtgesellschaftlich beantwortet werden.

Vielen Dank für das schöne Interview, Génica.

 

Bildquelle Titelbild: ©Greenbuddies s.r.o

 

Britta Robst
Britta Robst
britta.robst@naturstrom.de

kam 2017 als Azubi zu NATURSTROM, um auch beruflich die Energiewende voranzubringen. Seit Juli 2020 unterstützt sie nun nach ihrem Abschluss das Social-Media-Team und gibt hier auf dem Blog spannende Einblicke ins Unternehmen und die Energiewende.

1 Kommentar
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    Robert2Help
    Gepostet um 14:45h, 29 Oktober Antworten

    Eine sehr starke Partnerschaft!
    Ecosia war schon, als es noch Forestle war mein großes wirtschaftliches Vorbild und ich habe auch viel davon in meiner Selbständigkeit übernommen. Leider bin ich nicht ganz so erfolgreich wie Ecosia, kann aber noch werden 😀

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