Rettung für Flughafen Berlin? NATURSTROM kündigt schnelle Nutzung an

Grüne Landung auf dem umgenutzter BER-Flughafen Fotomontage NATURSTROM

Grüne Landung auf dem umgenutzter BER-Flughafen Fotomontage NATURSTROM

Nachdem seit Jahren am neuen Flughafen Berlin gebaut wird und sich die Inbetriebnahme für den Flugbetrieb immer weiter in die Zukunft verlagert, hat die NATURSTROM AG nun einen Plan vorgelegt, um den Flughafen kurzfristig sinnvoll zu nutzen: Die Start-und Landebahnen, aber auch die danebenliegenden Flächen will NATURSTROM schnellstens mit Photovoltaikanlagen bebauen. Das Land Berlin wird so neben den erheblichen Kosten endlich auch Erlöse realisieren. Zudem wird die CO2-Bilanz der Bundeshauptstadt deutlich verbessert.

1100 Hektar ist die Fläche des Flughafens Berlin groß – das entspricht 1500 in doppeltem Sinne grünen Fußballfeldern. Denn überall will NATURSTROM die Solarmodule aufstellen. „Auf einer unverschatteten Freifläche wie der beim BER können wir die Module optimal zur Sonne ausrichten“, freut sich Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender bei NATURSTROM, „und vor allem geht es zeitnah. Ich bin sicher, dass wir Berlin noch vor Ende des Jahres mit den ersten Kilowattstunden sauberem BER-Strom versorgen können. Das wird ein Knüller von einem Stromprodukt, die Berliner werden es uns aus der Hand reißen.“

Eine Eröffnung des neuen Berliner Flughafens wurde zuletzt von 2018 auf 2019 verschoben. Experten rechnen aber damit, dass auch das eher optimistisch als realistisch gedacht ist. So sagte der Flughafenexperte Dieter Faulenbach da Costa im Gespräch mit der Berliner Morgenpost, dass er weitere Probleme und damit Verzögerungen für sehr wahrscheinlich hält.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Flugbetrieb in den nächsten 20 Jahren wider Erwarten doch aufgenommen werden kann, sagt NATURSTROM zu, die Solarpaneele auf den Landebahnen unverzüglich zu entfernen. „Unsere Projektentwickler haben für den Fall bereits einen Plan entworfen und Sicherheitskorridore neben den Landebahnen berechnet, die dann frei von Photovoltaikanlagen sein müssen. Ob dieser Plan jemals gebraucht wird, steht in den Sternen“, sagt Banning.

Perfekter Landeort für Solarflugzeuge

Und in 20 Jahren? „Da werden sowieso kaum noch Flugzeuge starten können. Der Flugverkehr wird wegen der Schädigung der Atmosphäre weltweit so hoch besteuert sein, dass Flugbenzin so teuer sein wird wie ein zwölf Jahre alter schottischer Whiskey“, meint der Vorstandsvorsitzende. Es könnte deshalb gut sein, dass die Photovoltaikanlagen von NATURSTROM dauerhaft am Berliner Flughafen zum Einsatz kommen.

Ein dauerhafter Solarpark wäre wiederum gut für die „Betankung“ von Solarflugzeugen. Immer mehr Experten sind von dieser Zukunftstechnologie überzeugt – und das nicht nur, weil 2016 Bertrand Piccard und André Borschberg die erste Weltumrundung mit einem Solarflugzeug geglückt ist. Für den Fall, dass täglich also doch einige Starts anstehen, arbeiten die Ingenieure von NATURSTROM bereits an einer technischen Lösung, Modulreihen bei Start und Landung von Flugzeugen kurzfristig von der Fahrbahn zu entfernen. Eine Verschiebung der Anlagen ist ebenso im Gespräch wie eine Versenkung im Boden.

Finja Seroka

Finja Seroka

arbeitet seit Juni 2016 im Presseteam von NATURSTROM. Begeistert sich beruflich und auch privat für nachhaltige Themen. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin für Handelsblatt Online und die Funke Mediengruppe gearbeitet.

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