Grüner Strom – alles öko, oder was? |  NATURSTROM Blog
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Sonne

Grüner Strom – alles öko, oder was?

Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen: mittlerweile bietet fast jeder Energiekonzern und jedes Stadtwerk einen eigenen Ökostromtarif an. Doch sind diese Tarife wirklich nachhaltig? Und was macht eigentlich guten Ökostrom aus? Diese Fragen hat sich auch das Team des „Green Radio“ auf detektor.fm gestellt. Auf der Website von detektor.fm steht der Beitrag in kompletter Länge zum Nachhören bereit.

Guter Ökostrom leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima. (c) NATURSTROM AG

Guter Ökostrom leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima. (c) NATURSTROM AG

Wer auf einem großen Vergleichsportal nach einem Ökostromtarif sucht, hat die Qual der Wahl: Denn alleine für den Wohnort Düsseldorf werden mehr als 400 sogenannte Ökostrom- und Klimatarife angezeigt. Was sollte also ein Ökostromtarif leisten, um einen echten Umweltnutzen zu gewährleisten? Die folgenden Fragen helfen, sich im Dschungel der Tarife zurechtzufinden:

Wer bekommt mein Geld?

Die meisten Stromanbieter bieten ihren Kunden nicht nur grünen, sondern auch konventionellen Strom an. Das trifft nicht nur auf die großen Energiekonzerne zu, sondern auch auf Stadtwerke und Discountanbieter. Manche Versorger haben außerdem Anteile an Kohle- oder Atomkraftwerken und verdienen so auch weiterhin am alten Energieerzeugungssystem mit. Wer das nicht indirekt unterstützen möchte, sollte einen unabhängigen Anbieter wählen, der ausschließlich auf Erneuerbaren Energien setzt.

Einige wenige Anbieter beliefern ihre Kunden ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen – wie zum Beispiel die NATURSTROM AG. Seit ihrer Gründung Ende der 90er Jahre setzen diese Unternehmen auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung und sind unabhängig von den Atom- und Kohlekonzernen.

Woher kommt mein Strom – und welche Qualität hat er?

Auch beim Strom gibt es Qualitätsunterschiede. Zwar kommt dieser – rein physikalisch betrachtet – aus dem nächstgelegenen Kraftwerk, dennoch ist es nicht egal, woher die Anbieter ihren Strom beziehen. Versorger, die es mit dem Engagement für die Energiewende nicht so genau nehmen, erwerben lediglich Herkunftsnachweise, die die Erzeugung von Ökostrom irgendwo in Europa bescheinigen. Mit diesen Nachweisen können die Versorger ihren an der Strombörse gekauften Kohle- und Atomstrom in Ökostrom umetikettieren, also „grün färben“. Das ist höchst intransparent und der Umweltnutzen dieser Tarife tendiert gegen null.

Glaubwürdige Ökostromanbieter beziehen ihren Strom direkt vom Erzeuger, zum Beispiel von Wasserkraftwerken in Österreich oder in der Schweiz. Ökostrom zu hundert Prozent aus Deutschland bieten bislang nur sehr wenige Tarife. Der Grund: Der hierzulande erzeugte Ökostrom wird zum weit überwiegenden Teil über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu festgelegten Tarifen vergütet, ins Stromnetz eingespeist und anschließend an der Strombörse als sogenannter „Graustrom“ weiterverkauft. NATURSTROM bildet hier eine Ausnahme und kauft Ökostrom ausschließlich aus Deutschland ein.

Bringt der Versorger die Energiewende voran?

Der hauptsächliche Nutzen eines Ökostromtarifs für die Energiewende und den Klimaschutz hängt an der Frage, ob der Strombezug der Kunden Investitionen in neue Öko-Kraftwerke veranlasst. Beispielsweise fließt je Kilowattstunde naturstrom, die Haushaltskunden beziehen, ein Cent (netto) in neue Anlagen und in innovative Energiewendeprojekte.

Unter anderem aufgrund dieser Zubauverpflichtung wird naturstrom bereits seit 1999 mit dem Grüner Strom Label ausgezeichnet. Das Label gilt als das strengste Ökostrom-Label in Deutschland. Es zertifiziert nur Tarife, bei denen pro Kilowattstunde ein fixer Betrag in die Energiewende fließt. Da es Stromprodukte ausschließt, die auf Graustrom mit Herkunftsnachweisen basieren, gilt es als strengstes Ökostromlabel. Getragen wird es von Umweltverbänden wie BUND und NABU. Daneben hat sich das ok-power-Label etabliert. Dahinter stehen die Verbraucherzentrale NRW und das Öko-Institut Freiburg. Eine aktuelle Übersicht von Ökostrom-Labels nebst einer kurzen Bewertung hat kürzlich die Verbraucherzentrale Niedersachsen zusammengestellt.

Ökostrom – oft günstiger, als man denkt!

Bei allem Umweltbewusstsein und allem Zuspruch für die Energiewende: auch der Preis muss stimmen. Viele Ökostrom-Tarife sind günstiger als der örtliche Grundversorgungstarif – ein Wechsel lohnt sich also.

Miriam Ersch-Arnolds
Miriam Ersch-Arnolds
ersch@naturstrom.de

arbeitet seit Februar 2013 in der Pressestelle von NATURSTROM. Ihre Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit wurde während ihrer Zeit als Mitarbeiterin einer Fairhandels-Organisation geweckt und begleitet sie bis heute sowohl beruflich als auch ehrenamtlich. E-Mail

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