Fair Fashion: Wertstoff – Sinnvolle Kleidung

Nachhaltigkeit und Mode – für viele geht das nicht zusammen. Die Jutebeutel-Assoziation sitzt beim Thema Fair Fashion noch tief. Wir haben nachgefragt bei naturstrom-Kundin Nina Höbelheinrich, die in Köln einen Fair-Fashion-Laden führt: Wie lassen sich Mode und Nachhaltigkeit verbinden? Damit euer nächster Shopping Trip nicht nur euren Kleiderschrank bereichert, sondern auch die Umwelt.

Fair – Fast – Was?

WERTSTOFF - Sinnvolle Kleidung

Nachhaltig Shoppen in Köln Nippes

Aber zuerst einmal, ganz auf Anfang: Was bedeutet eigentlich Fair Fashion? Wodurch unterscheidet sie sich von den gängigen Mode Labels und viel wichtiger – kann sich jedermann faire Mode leisten, trotz mehr oder minder gefüllten Geldbeutels und so seinen Teil zum Umweltschutz beitragen?

Heute ist shoppen so einfach wie nie, egal ob im Netz oder beim Flanieren durch kosmopolitische Fußgängerzonen. Wer Konsum wünscht bekommt ihn –  sofort. Dabei bleibt allerdings oft im Unklaren, wie die Kleidungsstücke in unseren Tüten den Weg in den Laden gefunden haben. Oft sind es global vernetzte Prozesse, die eine Lieferkette über den ganzen Erdball spannen. Angefangen bei der Rohstoffgewinnung über die Stoffherstellung und –Produktion bis hin zur Konfektion – ein weiter Weg für ein einzelnes Kleidungsstück. Oder besser gesagt für die Tonnen von Kleidung, die uns tagtäglich aus aller Welt erreichen und im schlimmsten Fall nicht lange Quartier in unseren Kleiderschränken beziehen. Der Trend geht immer mehr zu fairer Mode, solche die in ihrer Herstellung Umwelt und Menschen schont. Schlagwörter sind hier Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und Slow Fashion. Gerade letztere zeichnet sich durch ihren Anspruch an eine lange Nutzungsdauer, Recyclingware und faire, sowie ökologische Herstellungsprozesse aus – entgegen der von großen Labels propagierten Schnelllebigkeit der Mode.

Westwood-Flair in Nippes

WERTSTOFF - Sinnvolle Kleidung

Nina ist selbst gelernte Schneiderin und weiß, wie viel Arbeit hinter einem Kleidungsstück steckt.

Getreu dem Motto Vivienne Westwoods „Buy Less, Choose Well, Make It Last“ hat sich auch Nina Höbelheinrich aus Köln der nachhaltigen Mode verschrieben. Seit Oktober 2017 betreibt sie WERTSTOFF – Sinnvolle Kleidung in Köln-Nippes. Insgesamt mehr als 15 verschiedene, nachhaltige Mode-Labels bietet die gelernte Sozialpädagogin und Schneiderin an –  und lässt so die Herzen der Kölner höher schlagen. Nina hat sich schon früh mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. So war es für sie auch nur eine logische Konsequenz ihren eigenen Laden zu eröffnen, nachdem der einzige Fair-Fashion-Versorger in Köln-Nippes aus privaten Gründen seine Pforten schließen musste. „Jedes Veedel braucht mindestens einen Anbieter fairer Mode“ – gesagt getan, aus dem ursprünglich als Atelier geplanten Räumlichkeiten wurde ein einzigartiges Lädchen, welches sich ganz nachhaltig von NATURSTROM mit Energie beliefern lässt und somit rundum umweltbewusst handelt.

Der Name ist hier Programm. WERTSTOFFSinnvolle Kleidung soll eine Rückbesinnung auf den Herstellungsprozess leisten. Die Stoffe sind billig, die Löhne leider auch. Und genau diesem Trend versucht die Kölnerin entgegenzuwirken. „Ich möchte den Stoffen wieder Wert zusprechen, als Schneiderin weiß ich, wie viel Arbeit in einem Kleidungsstück steckt – und wie hoch die Produktionskosten und Löhne unter fairen Bedingungen sind“, so Nina. Und wer sich jetzt fragt, ob dieses Prinzip mit bezahlbaren Kleidungsstücken einhergeht, überzeugt sich am besten selbst von Preis und Qualität der Stücke. Natürlich können und sollen die Preise nicht denen großer fast-fashion Ketten entsprechen – wo wäre sonst der Sinn hinter dem Aufschrei nach fairen Produktions- und Arbeitsbedingungen? Dennoch muss man nicht mit utopischen Preiskategorien rechnen. Wer bereit ist ein wenig mehr zu zahlen wird nicht nur mit einem guten Gewissen, sondern auch mit besonderen Kleidungsstücken belohnt. Und generell – Nina ist sich sicher, dass nachhaltige Mode auf dem Vormarsch ist. Die Resonanzen, die sie tagtäglich bekommt sprechen für sich. Denn auch auf großen Modeevents wie der Berlin Fashion Week findet ein Umdenken statt. Nachhaltig hergestellte Kleidung wird nicht mehr separat gezeigt, sondern findet nach und nach Einzug in die Kollektionen großer Designer. Nina betont: „Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den Leuten angekommen – und das ist auch gut so.“

Und wer jetzt Lust bekommen hat, sich selbst vom Nachhaltigkeitskonzept der Kölnerin zu überzeugten, sollte am besten bei WERTSTOFF – Sinnvolle Kleidung in Nippes starten und sich persönlich von den Vorteilen fairer Kleidung überzeugen.

WERTSTOFF – Sinnvolle Kleidung
Florastr. 7
50733 Köln

Fotos: Mona Schulzek

Autorin: Lara Müller, arbeitet bei NATURSTROM als Werkstudentin.

NATURSTROM Team
onlinemarketing@naturstrom.de

Unter diesem Profil schreiben NATURSTROM-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die nicht zu den regelmäßigen Blog-Autoren gehören.

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