Energiewende für Gewerbeimmobilien

Die Energiewende findet nicht nur im Stromsektor statt. Auch die Bereiche Wärme und Verkehr bieten viel Potenzial für Klimaschutz, das angesichts der bisher geringeren Fortschritte dort sogar besonders dringend gehoben werden muss. NATURSTROM beliefert daher nicht nur Privatkund*innen mit nachhaltiger Energie, sondern widmet sich auch klimafreundlichen Versorgungslösungen für Gebäude und ganze Quartiere, auch für Gewerbeimmobilien. Weil Gebäude für einen Lebenszeitraum von 50 bis 70 Jahren entwickelt werden, ist eine klimafreundliche Gestaltung schon heute umso dringender. Wir sprechen mit unserem Kollegen Jonte über spannende Projekte im Gewerbebereich.

Der Gebäudesektor ist bislang ein riesiger Faktor in unserer CO2-Bilanz, tatsächlich sind Gebäude allein für etwa 40 Prozent unseres Energieverbrauchs und 36 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der EU verantwortlich. Der Gebäudesektor hat zudem 2020 mit ca. 2 Millionen Tonnen CO2 die Klimaziele verfehlt und ist damit eine enorm wichtige Stellschraube für die Erreichung der Klimaziele. Für das Ziel der Klimaneutralität müssen wir es schaffen, den dort anfallenden Primärenergiebedarf um gut 80 Prozent zu senken, um die Klimaschutzziele zu erreichen. In unseren Häusern und Fabriken schlummern also noch erhebliche Potenziale für die Energiewende.

Zum Glück gibt es bereits viele Möglichkeiten, wie Gebäude und Quartiere sich mit Erneuerbaren Energien zu eigenen Öko-Versorgungsstrukturen wandeln und so Klimaschutz voranbringen können. NATURSTROM zeigt mit einer Vielzahl von Vor-Ort-Lösungen auf, wie es gehen kann. Dabei haben wir inzwischen auch vermehrt Anfragen im Bereich Gewerbeimmobilien.

Insgesamt kommen wir auf 37 bisherige und aktuelle Projekte im Gewerbebereich, 25 davon sind bereits realisiert. Jonte ist Projektleiter bei NATURSTROM und verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Vorhaben in diesem Segment. „Wir haben schon viele spannende Projekte fertiggestellt. Im Gewerbe machen wir alles, von der Umrüstung der Immobilien auf fernauslesbare Stromzähler über die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen, nachhaltiger Wärmeversorgungen und Ladesäuleninfrastrukturen bis hin zur energiewirtschaftlichen Beratung und schließlich der Belieferung mit sauberem Strom und klimafreundlicher Wärme“, erzählt er begeistert.

Jonte ist Projektleiter bei NATURSTROM und kümmert sich um Gewerbeprojekte.

Jonte und sein Team optimieren außerdem Messkonzepte, und beraten in Bestandsgebäuden hinsichtlich Fördermöglichkeiten für die Umrüstung auf eine nachhaltige Energieversorgung. Und das ist noch nicht alles: „Wir verhelfen der Immobilienwirtschaft dabei die Gebäude ESG-(Environmental, Social, Governance) konform aufzustellen und für die Zukunft zu rüsten. Wir sind dabei, unsere Leistungen in diesem Sinn noch stärker an unsere Kunden anzupassen. So können wir sie gezielt dabei unterstützen, ihren zukünftigen Pflichten aus der EU-Taxonomie nachzukommen“, so Jonte mit einem Blick auf die weiteren Pläne.

NATURSTROM unterstützt die Immobilienwirtschaft dabei, sich systematisch der Erfüllung der ESG-Kriterien anzunehmen und damit ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu erfüllen.

Ein Beispiel ist der Factory Campus: ein moderner Coworking Space, der auf dem Areal einer alten Maschinenfabrik im Düsseldorfer Stadtteil Lierenfeld entsteht. Schon 2016 wurde das Pioniergebäude nach Sanierung bezogen. Nun entsteht auf dem übrigen Gelände in aufwendigen Sanierungs- und Neubauarbeiten ein eigener Campus. Auf den entstehenden Gebäuden plant und projektiert NATURSTROM Solaranlagen für eine dezentrale Stromversorgung die Anlagen und berät darüber hinaus energiewirtschaftlich.

In einem ersten Schritt wurde das bestehende Pioniergebäude mit einer Solaranlage ausgerüstet. Die Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 64 kWp und einer erwarteten jährlichen Energieproduktion von 56.000 kWh liefert erneuerbaren Strom, der zu rund 60 Prozent im Eigenverbrauch genutzt wird. Anfang 2022 entsteht die nächste Anlage mit 99 kWp auf den Arkaden, danach weitere 4 Anlagen. Am Campus entsteht außerdem ein Parkhaus, ein relevanter Anteil der Stellplätze soll darin mit Ladesäulen ausgestattet werden. Ein Großteil des dafür notwendigen Strombedarfs wird direkt aus den Solaranlagen gedeckt werden.

Der Factory Campus ist ein Coworking Space, der auf dem Areal einer alten Maschinenfabrik entsteht. Entwurf: Hoersch & Hennrich Architekten Ι Köln

Immer wichtiger für innovative Gewerbeparks wird die Digitalisierung von Energiedaten und Zähler. Dabei kommt es vor allem auf die Digitalisierung der Stromzählerinfrastruktur der Immobilien an. NATURSTROM optimiert die Messkonzepte zusammen mit den Kundinnen und Kunden und passt alte Strukturen an neue Vermietungssituationen an, in dem neue Messstrukturen errichtet werden. Hierfür tauschen wir die bestehende Stromzählerstruktur durch fernauslesbare Geräte. Verbunden werden die modernen Zähler über lokale IOT-Netzwerke, so genannte LoRaWAN-Netze. NATURSTROM übernimmt den Messstellenbetrieb und die damit verbundenen energiewirtschaftlichen Aufgaben. Die Zählerdaten können Kund*innen einfach über ein Energiedatenportal abrufen und für eigene Prozesse verwenden (z. B. Abrechnung, Berichtwesen, Benchmark-Controlling, etc.).

„Durch die Errichtung dezentraler Energieversorgungsstrukturen und die Kopplung von Strom, Wärme, Mobilität und Daten unterstützen wir die Betreiber von Gewerbeimmobilien dabei, auf einen Net-Zero-Klimapfad zu kommen“, bilanziert Jonte. Dafür müssen wir Vor-Ort-Lösungen für die Versorgung stärken und auch die Integration von Speichermedien erleichtern. Gerade im urbanen Raum können wir so nachhaltigen Klimaschutz in bisher zu wenig berücksichtigten Bereichen entscheidend voranbringen!

Joanna Albrecht
Joanna Albrecht
joanna.albrecht@naturstrom.de

unterstützt das PR-Team von NATURSTROM seit September 2020, jongliert aber schon etwas länger beruflich mit Energiethemen. Ihr Herz schlägt Grün (und für Tiere). Sie mag Waldspaziergänge, Gärtnern und den Teamsport Ultimate Frisbee.

2 Kommentare
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    Faido Ewald
    Gepostet um 20:28h, 01 Juli Antworten

    Danke für den Beitrag. Was versteht man unter „ESG konformen Gebäuden“ bzw. welche Pflichten lauern hinter der zukünftigen EU-Taxonomie?

    Noch ein Hinweis: der letzte Absatz ist auch der drittletzte Absatz.

    • Joanna Albrecht
      Joanna Albrecht
      Gepostet um 10:36h, 06 Juli

      Hallo Faido,
      danke für dein Interesse.

      Neubauten sind bezogen auf das Umweltziel „Klimaschutz“ Taxonomie-konform, wenn ihr Primärenergiebedarf mindestens zehn Prozent unter den nationalen Werten des Niedrigstenergiegebäudestandards liegt. Die Werte für den Niedrigstenergiegebäudestandard definiert in Deutschland das Gebäudeenergiegesetz. Das Gebäudeenergiegesetz gilt auch für die Beurteilung der Taxonomie-Konformität der Renovierung bzw. Sanierung von Immobilien. Alternativ ist eine Renovierungs- beziehungsweise Sanierungsmaßnahme Taxonomie-konform, wenn sie zu einer Reduzierung des Primärenergiebedarfs des Gebäudes von mindestens 30 Prozent führt.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.

      Beste Grüße
      Joanna

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