Dank NATURDTROM: Solarstrum für 3000 Familien in Bangladesch

Dank NATURSTROM: Solarstrom für 3000 Familien in Bangladesch

NATURSTROM engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Andheri-Hilfe Bonn dafür, arme Menschen in Bangladesch mit elektrischem Licht zu versorgen. Angefangen hat alles mit einigen hundert „Solar-Home-Systems“, inzwischen sind es über 1.500. Damit ist ein weiterer Meilenstein erreicht – für die Projektleiter, vor allem aber für die Familien vor Ort, deren Leben sich oftmals grundlegend verändert hat.

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Für viele Familien in der Region ist ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz utopisch und Petroleum zu teuer. Dank des Projekts „Solaranlagen zur Armutsbekämpfung in Bangladesch“ der Andheri-Hilfe Bonn und NATURSTROM AG können sie sich jetzt selbst versorgen. © Andheri-Hilfe Bonn

Für Lipi sind die installierten 50 Watt mehr als eine Lichtquelle. Sie kann nun ihren Traum verwirklichen und ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen. Dabei sah es lange Zeit so aus, als könnte keines der beiden die Schule besuchen. Denn Lipi und ihr Mann Abdur Razzaque kommen aus Hausilkandi, einem kleinen Dorf, das fast vollständig von einem Fluss umgeben ist – und deshalb besonders anfällig für Flusserosionen. Einst gehörten Abdurs Eltern hier mehrere Grundstücke, doch der Fluss hat sie sich nach und nach einverleibt. Die Razzaques verloren ihren gesamten Besitz. Abdur hat versucht, die Familie mit Gelegenheitsjobs zu versorgen, ist als Tagelöhner nach Dhaka gefahren. Doch je älter die beiden Kinder des Paares wurden, desto ärmer wurde auch die Familie. Die Situation schien ausweglos.

Lipi at her Shop

Lipi kann dank ihrer Solaranlage den Laden länger öffnen und ihre Kinder können jetzt auch abends lernen. © Andheri-Hilfe Bonn

2007 hat Lipi ihren ersten Mikrokredit beantragt – und erhalten. Mit dem Geld hat sie einen kleinen Gemüsehandel eröffnet und ihrer Familie eine Perspektive eröffnet. Mit Sonnenuntergang musste Lipi ihren Laden allerdings schließen und ihre Kinder mussten den Schreibtisch verlassen. Denn ihre Region ist vom öffentlichen Stromnetz abgeschnitten, das Petroleum für die weit verbreiteten, aber sehr klima- und gesundheitsschädigenden Öllampen konnte sie sich nicht leisten. Deshalb bewarb sie sich für eines der „Solar-Home-Systems“. Seitdem hat sich ihr Leben verändert: Ihre Kinder können jetzt auch abends lernen und Lipi verkauft mehr, seitdem sie den Laden länger geöffnet hat. Ihrem Traum ist sie so einen Schritt näher gekommen.

 

Stromversorgung mit Bestandsgarantie

Wie Lipi und Abdur geht es vielen Familien in der Region. Petroleum ist teuer, ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz utopisch. Deshalb hat die Andheri-Hilfe Bonn 2007 das Projekt „Solaranlagen zur Armutsbekämpfung in Bangladesch“ gestartet, NATURSTROM ist seit 2008 mit an Bord. In einem ersten Schritt installierten sie 207 Solar Home Systems mit einer Leistung von 50 Watt und ermöglichten so 414 Haushalten auf Flussinseln im Ganges Zugang zu elektrischem Licht. Jedes dieser Inselsysteme besteht aus Solarpanel, Wechselrichter, Verkabelung, Batterie und Lampen und versorgt zwei Familien mit Licht.

Schnell zeichnete sich der Erfolg des Projekts ab, so dass es auch auf andere Regionen wie den Gaibandha Distrikt ausgeweitet wurde. Für die Menschen vor Ort ist der Zugang zu elektrischem Licht sehr wichtig. „Die Solar-Home-Systems ersparen den armen Familien nicht nur hohe Brennstoffkosten, sondern ermöglichen es den Menschen außerdem, auch in den Abendstunden zu arbeiten oder zu lernen“, erklärt NATURSTROM-Vorstand Oliver Hummel. „Genau deshalb engagieren wir uns seit Jahren sehr gerne in dem Projekt: Es verbindet die Förderung von Klimaschutz und Erneuerbaren Energien mit einer wirkungsvollen Hilfe zur Selbsthilfe“ Der Grüner Strom Label e.V. hat die Zusammenarbeit der Andheri-Hilfe Bonn und  NATURSTROM im August deshalb als Förderprojekt des Monats ausgezeichnet.

Erfolg setzt sich fort: weitere 1.050 Solarsysteme geplant

Zwischen 2015 und 2018 sollen im aktuellen Projektabschnitt weitere 1.050 Solar-Home-Systems installiert werden. Durch den technischen Fortschritt und die Partner vor Ort werden nun leistungsfähigere Anlagen für Einzelhaushalte installiert, die jeweils über eine Leistung von 30 Watt verfügen. Zusätzlich zu den bisherigen Komponenten sind die Anlagen auch mit einem Werkzeugkoffer für Reparaturen ausgestattet. Finanzieren können sich die Anlagen langfristig selbst: Die Familien zahlen in 35 monatlichen Raten den Wert der Lampe zurück – und müssen dafür insgesamt nicht mehr aufwenden, als sie in der Zeit für Petroleum gezahlt hätten. Danach sparen sie die Brennstoffkosten, CO2 sogar von Anfang an.

NATURSTROM unterstützt das Projekt seit 2008 durch Spenden und mit der Aktion „Kunden werben Kunden“: Dabei wird die Prämie im Wert von 30 Euro gespendet, NATURSTROM erhöht die Spende auf 45 Euro. Allein 2015 wurde die Prämie 330 Mal ausgewählt – ein herzlicher Dank an all jene Kundinnen und Kunden, die auf diesem Weg zum Erfolg des Projekts beigetragen haben!

 

Finja Seroka
Finja Seroka
seroka@naturstrom.de

arbeitet seit Juni 2016 im Presseteam von NATURSTROM. Begeistert sich beruflich und auch privat für nachhaltige Themen. Zuvor hat sie u.a. als Journalistin für Handelsblatt Online und die Funke Mediengruppe gearbeitet. E-Mail

1 Kommentar
  • Dirk Balzer
    Geposted um 15:44h, 16 September Antworten

    Hallo Frau Sekora,
    ich finde dieses Projekt wichtig insbesondere wegen der Möglichkeiten, die sich daraus für die Bildung der Kinder ergeben.
    Auch wir von labdoo.org möchten uns daran beteiligen und Familien wie der von Lipi dabei helfen, der neuen Generation eine gute Bildung zu geben.
    Seit 2010 sammelt unsere NGO weltweit nicht mehr benötigte Computer – bevorzugt kofferkompatible wie etwa Notebooks – und arbeitet diese auf. Unter anderem wird die Festplatte mehrfach mit zufälligen Werten überschrieben und ein neues Softwarepaket mit verschiedenen Bildungsprogrammen installiert.
    Mitarbeiter der Atheri-Hilfe könnten dann zum Beispiel fertig gestellte Geräte mitnehmen und der örtlichen Schule übergeben.

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